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Ausgabe 01/02/2018

Interesse an neuer Mobilität

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© AUTOFLOTTE

Der rumänische Flottenmarkt ist fast so reif wie die westeuropäischen. Es zeichnen sich die gleichen Trends ab und ebenso spielt das Flottensegment eine wichtige Rolle im Automobilgeschäft.

_ Ende 2016 fuhren 7.010.608 registrierte Fahrzeuge auf den Straßen Rumäniens - bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 20 Millionen. Das Alter der Flotte ist vergleichsweise hoch: Nur 3,6 Prozent der Autos (254.042) sind jünger als zwei Jahre, 4,8 Prozent sind zwischen drei und fünf Jahre alt (335.308). Die restlichen, also 91,6 Prozent, sind älter als sechs Jahre.

Die Motorisierung hält sich aktuell die Balance, weil der Dieselanteil zurückgeht und Benziner zulegten: 2016 hatten 50 Prozent einen Ottmotor und 49 Prozent waren Selbstzünder (2015: 46 Prozent versus 53 Prozent). Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge machten 2016 ein Prozent aus (Quelle: APIA, Verband von Importeuren und Herstellern von Fahrzeugen).

Der Blick auf die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge in Rumänien zeigt, dass sowohl Pkw als auch leichte Nutzfahrzeuge stark zugelegt haben (siehe Tabelle 1, oben links). Die Automobilindustrie hat sich in Rumänien erfolgreich angesiedelt. So produziert Dacia in Pitesti City laut APIA über 300.000 Fahrzeuge und Ford in Craiova rund 40.000 Fahrzeuge jährlich. Doch der rumänische Markt ist auch durch einen hohen Anteil importierter Gebrauchtwagen geprägt: 297.290 bereits gefahrene Fahrzeuge führte Rumänien 2016 ein, die Tendenz auch hier in den letzten Jahren steigend: 2015 waren es 250.678 (2014: 219.929, 2013: 221.852).

Das Neuwagengeschäft wird mit einem Anteil von knapp 30 Prozent von der Dacia-Renault-Gruppe angeführt, gefolgt von Volkswagen, Skoda und Ford (siehe Tabelle 2, oben rechts). Der Trend ist ähnlich für Privatund Flottenkunden.

Firmenwagenleasing in Rumänien

Das Firmenwagensegment ist für Rumänien von erheblicher Bedeutung. Geschäftsfahrzeuge machen zirka ein Fünftel des gesamten Fahrzeugbestands aus. Die Entwicklung der vergangenen vier Jahre zeigt kontinuierliches Wachstum (siehe Tab. 3, oben rechts).

Die vorherrschende Finanzierungsart bei rumänischen Firmenwagen ist das Finanzleasing, weiterhin mit einem stetigen Wachstum. Marktführer mit einem Anteil von knapp einem Viertel ist Porsche Leasing (siehe Tabelle 4, rechts).

Aber auch das Full-Service-Leasing (Operate Lease) wächst. Hier ist der Marktführer Leaseplan mit zirka 19 Prozent (siehe Tabelle 5, unten rechts). Die Durchdringung des Full-Service-Leasings nehme weiter zu, es sei vor allem bei multinationalen Unternehmen und großen Konzernen beliebt. Das weiß Radu Manea zu berichten, Leiter des Geschäftsbereiches Flottenmanagement der Porsche Finance Group in Rumänien. Er ist für das gesamte Flottenkundenportfolio der Finanzgruppe verantwortlich und leitet zudem ebenso die New Mobility, zu der auch das Car-Sharing-Produkt gehört.

Unterschiede zu Westeuropa

"Der rumänische Markt ist natürlich jünger, aber ansonsten ziemlich ähnlich und fast so reif wie der westeuropäische Markt. Die Trends sind die gleichen - das Interesse an neuer Mobilität in der Shared Economy und Digitalisierung sind in beiden Märkten vorhanden", sagt Manea. Ein kleiner Unterschied - noch: "Operate Lease ist vielleicht noch nicht so populär wie in Westeuropa, aber seine Penetrationsrate wächst schnell und wir sehen immer mehr Kunden, die dieses Finanzierungsprodukt mit mehr Interesse und Bewusstsein hinsichtlich ihrer Vorteile und direkten Vorteile betrachten."

Manea stellt aber auch fest, dass der Fahrzeugbestand sehr alt ist und der Alterungsprozess durch die neuesten Entwicklungen auf dem Markt in den letzten Jahren nicht gestoppt oder verlangsamt wird. Im vergangenen Jahr wurde in Rumänien wieder eine große Zahl an Gebrauchtwagen registriert - rund eine halbe Million Fahrzeuge.

Steffen Gersch, Leiter des internationalen Flottenmanagements der Porsche Bank Gruppe, ergänzt: "Der Fokus auf den Besitz eines Autos als Kaufobjekt ist immer noch auf dem Markt präsent, kann aber nicht mehr als Trend angesehen werden. Mindsets verändern sich, Kundenbedürfnisse und Erwartungen ebenso. Der internationale offene Markt ist auch in Rumänien spürbar, die Kunden sind gut informiert und treffen Entscheidungen, die auf soliden Argumenten basieren."

Neueste Trends und Herausforderungen

Die Denkweisen, Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden verändern sich: Wenn bis vor Kurzem Leasingverträge und andere nutzungsbasierten Finanzdienstleistungen vor allem für Firmenkunden interessant waren, erwägen immer mehr Privatpersonen jetzt auch Mobilitätslösungen wie das Carsharing oder Fahrgemeinschaften.

Unternehmen und Einzelpersonen sind eher daran interessiert, die Kosten rund ums Auto zu senken und davon zu profitieren, immer einen neuen Wagen zu fahren. Oder vielleicht sogar zu verschiedenen Zeiten Zugang zu verschiedenen Fahrzeugen zu haben, abhängig von ihren speziellen Bedürfnissen und Wünschen.

Ebenso gibt es in Rumänien einen wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge, wenn auch noch auf niedrigem Niveau. Das Interesse ist vorhanden, zumal der Erwerb von Stromern derzeit auch mit Hilfe staatlicher Anreize und spezieller Programme gefördert wird. Die Herausforderung besteht daher derzeit hauptsächlich in der Infrastruktur und dem Aufbau eines effizienten Netzes von Ladestationen.

Thilo von Ulmenstein Managing Partner bei Fleetcompetence Europe. Das Schweizer Beratungsunternehmen unterstützt mit seiner Expertise Unternehmen im Bereich Flotten- und Mobilitätsmanagement. Es ist mit einer Tochtergesellschaft in Deutschland vertreten und verfügt darüber hinaus über ein Netzwerk spezialisierter Fachexperten in Europa.Das Unternehmen bietet nationales und internationales Consulting für Flottenbetreiber und Dienstleister an und führt für sie Schulungen und Trainings sowie Marktstudien durch. Mit dem "International Fleet Meeting Geneva" hat Fleetcompetence Europe zudem innerhalb weniger Jahre eine anerkannte Networking-Plattform am Autosalon Genf für die internationale Flotten-Branche geschaffen.Weitere Informationen: www.fleetcompetence.com

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