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Ausgabe 05/2018

Kleine Helfer für die Helfer-Flotte

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© AUTOFLOTTE

Wenn Rettungswagen ausrücken, muss es schnell gehen. Damit man dennoch genau weiß, was auf den Fahrten passiert, dient dem Fuhrparkbetreiber in Tirol eine Fuhrparkmanagementlösung von Ctrack.

_ Was passiert, wenn ein Rettungswagen selbst in einen Unfall verwickelt wird? Wer hat dann Schuld und wie schwer wiegt diese? Für solche Fragen nutzt der "Rotes Kreuz Tirol Gemeinnützige Rettungsdienst" die Fleetmanagementlösung von Ctrack. Von der Zentrale im Tiroler Ort Rum aus steuert Geschäftsführer Andreas Karl den Einkauf der Einsatzfahrzeuge vornehmlich für das Rote Kreuz, den Samariterbund Tirol, die Johanniter Unfallhilfe, den Malteser Hospitaldienst und den Österreichischen Rettungsdienst.

Dezentrale Steuerung

So vielfältig die Hilfsdienste, so weit verstreut sind die Fahrzeuge aktiv - an über 50 Standorten in Österreich von Reutte bis nach Osttirol. Auch wenn die 238 Einsatzwagen dezentral agieren, werden sie zentral konfiguriert und bestellt. Und auf der Ausstattungsliste findet sich die Ctrack-Anwendung Software-as-a-Service (SaaS) wieder. Die Hintergründe leitet der Fuhrparkverantwortliche am Arbeitsprofil der Helfer ab: "Wir arbeiten im Auftrag des Landes Tirol. Im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen müssen alle Fahrzeuge über eine Fahrdatenaufzeichnung verfügen. Das heißt, dass neben den üblichen Fahrdaten wie den Werten für das Beschleunigen oder Bremsen zusätzlich die Verwendung von Sondersignalen wie dem Blaulicht oder dem Folgetonhorn aufgezeichnet werden."

Der Einsatz von Sondersignalen ist für ein Unfallgeschehen entscheidend, sofern der Einsatzwagen selbst havariert. "Hier brauchen wir eine Aufzeichnungsmöglichkeit mit freien Eingängen, über die die Daten übertragen werden. Denn passiert während eines Einsatzes ein Unfall, und dieser landet vor Gericht, dann gehen diese Daten an den Sachverständigen, der das Geschehen rekonstruiert", so Karl.

Versteckter Helfer

Den Datensammler selbst sieht man nicht, da er eben nicht an der OBD-II-Schnittstelle verweilt, sondern direkt ans Bus-System gesetzt wird und deshalb unterhalb des Sitzes beheimatet ist. So stört er nicht im oft hektischen Einsatz und lässt sich zudem ohne hohen Aufwand warten. Den Einbau übernimmt direkt der Ausbauer, der alle Einsatzfahrzeuge der Österreicher mit den Sondersignalen und weiteren Spezialausbauten bestückt. Geht ein ausgemusterter Krankenwagen in die Vermarktung, dann wird die Datenbox ausgebaut und kann im nächsten Neuwagen ihre Dienste verrichten."Das klappt auch mit unseren unterschiedlichen Modellen wie dem VW Crafter und T5, dem Ford Custom und dem Transit 4x4 sehr gut, da man einfach einen zum Fahrzeugtyp passenden Übersetzer vom Can-Bus-System zum Datenaufzeichner benötigt", berichtet der Flottenchef.

Eine Identifikation für den einzelnen Fahrer gibt es nicht. Jedes Ctrack-System begleitet also ein gesamtes Fahrzeug, nicht einen einzelnen Helfer. "Die technischen Möglichkeiten dafür gibt es zwar, aber in unserem risikobehafteten Bereich haben wir auf eine Identifikation der Fahrer verzichtet. Nicht dass in der Hektik des Einsatzes das Fahrzeug plötzlich nicht gestartet werden kann, weil die Identifikation fehlschlägt", begründet Karl.

Echtzeitdaten

Die erwähnten Daten wandern über die Hardware im Fahrzeug in eine Datencloud. "Bei früheren Systemen mussten wir die Daten noch an jedem Fahrzeug einzeln auslesen", blickt Karl zurück und freut sich über die heute stets automatisch vorliegenden Echtzeitdaten.

Diese Daten werden momentan allerdings noch recht dosiert in die eigene Flottensoftware integriert. "Wir haben unsere eigene Fuhrparksoftware entwickelt und in den Jahren immer wieder angepasst. Für diese ziehen wir die Live-Kilometerstände über die API-Schnittstelle aus den Daten heraus und nutzen diese für unsere Werkstattplanungen oder die Fahrzeugbeschaffungen. Die Intelligenz, was wann am Fahrzeug zu tun ist, macht im Moment noch unsere eigene Software. Was wir allerdings planen, ist, dass wir von Ctrack künftig eine abgespeckte Version der Bewegungsdaten erhalten, die wir zum Führen eines elektronischen Fahrtenbuches nutzen können. Die entsprechenden Betriebsvereinbarungen mit unseren sehr heterogenen Partnern holen wir hierzu gerade ein", umreißt Karl die aktuelle und künftige Datennutzung.

Fixe und variable Kosten

Die gesamten Datenboxen sind gekauft. Was dazu an variablen Kosten hinzukommt, ist das Verbindungsentgelt für den Mobilfunk. Beim technischen Support und bei den Fragen zur Schnittstelle gibt es einen festen Ansprechpartner, der sich seit gut eineinhalb Jahren um die Belange der Tiroler kümmert.

Den Kontakt zum Anbieter aus Bissendorf nahe Osnabrück gab es bereits vorher. Wenn auch zunächst nur indirekt. Denn vor der Ctrack-Lösung vertraute man einem österreichischen Anbieter, der selbst mit den Norddeutschen zusammenarbeitete. Nun also agiert man als Partner, was auch Maria Johanning begeistert. Die Geschäftsführerin Ctrack Deutschland freut sich, "dass Ctrack dem Roten Kreuz mit seiner Fleetmanagement-SaaS-Lösung zur Seite steht. Schließlich eint uns, dass langjährige Erfahrung am Markt die Weiterentwicklung von Produkt und Service beflügelt, um für Kunden beziehungsweise Patienten die Qualität kontinuierlich zu verbessern".

Und so bleibt keine Frage mehr offen - auch nicht jene, was dann passiert, wenn ein Rettungswagen im Einsatz selbst verunfallt.

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