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Ausgabe 05/2017

Maskuliner Frauentyp

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© AUTOFLOTTE

Kia bleibt sich treu und peppt den Picanto nicht nur äußerlich auf und verpasst ihm eine kernige Optik, sondern legt mit der Dream-Team-Edition auch ein Sondermodell auf, das wenige Wünsche offenlässt.

_ Wie will man als City Car im urbanen Meer der SUVs sichtbar mitschwimmen? Kias Antwort heißt: maskulines Design. Dies soll dem Picanto der dritten Generation genug "Streetcredibility" verleihen, wie es Kia-Europachef Michael Cole bei der Fahrpremiere nannte.

An der Größe, die im Wesentlichen den Erfolg des Segments bestimmt, wurde nicht gedreht. Wohl aber an den Proportionen. Der Radstand und der hintere Überhang wurden verlängert - zu Kosten des vorderen Überhangs. Das lässt den in Korea Gebauten wuchtiger erscheinen. Zumal die nun angebotene eigene GT Line die Sichtbarkeit im fließenden Verkehr weiter erhöht.

Später Turbo

Für eben jenes Niveau ist auch der einzige Turbobenziner vorgesehen. Den gibt es zwar erst Ende Herbst, aber er ist schon ungefahren fast eine Empfehlung. Denn die beiden momentan wählbaren Benziner sind noch Saugmotoren. Und was das heißt, vergisst man allzu leicht in einer Welt, die zum Großteil mit Turboaufladung funktioniert. Seine beachtlichen 84 PS bringt der 1,2-Liter-Picanto nur schwer auf die Straße, denn lediglich 122 Newtonmeter (Nm) liegen maximal an. Entsprechend behäbig wirkt die Fahrt. Beim 67-PS-Einstiegsmotor sind es 96 Nm. Der 1.0 T-GDI wird mit 100 PS und 172 Nm den Fahrspaß deutlich erhöhen.

Die etwas steifere Karosserie sorgt für ein gutes Kurvenverhalten, was in der Stadt zum Tragen kommt. Wohingegen der Notbrems-Assistent (496 Euro) nicht nur urban agiert, sondern auch bis Tempo 165 für Sicherheit sorgt. Im preissensiblen City-Car-Segment zählt aber eben auch das Maximum an Platz. Und das bietet der Koreaner nicht nur auf allen Sitzen, sondern auch beim Kofferraum. Dessen Stauvolumen von 255 Litern (maximal: 1.010 Liter) sind eine echte Ansage an VW Up (213 Liter) und Co.

Mittelarmlehne

Ein zweiter Ladeboden erleichtert das Einladen, denn über die Ladekante gehievt geht es tief hinein. Platz, den ebenfalls nicht viele in dem Segment bieten, gibt es auch unterhalb der verschiebbaren Mittelarmlehne. Generell ist der Anteil an Softtouchflächen sehr hoch - je nach geordertem Niveau. Hier stehen gleich vier zur Wahl. Ob es ein vollwertiges Navi braucht, hängt vom Zweck ab. Wer sich mit Android-Auto oder Apple Carplay behelfen will, muss allerdings das 7-Zoll-Display mitordern, erhältlich bei den beiden Top-Niveaus im Navi-Paket (832 Euro). In den beiden Top- Ausstattungen ist das Start-Stopp-System Serie. Damit der günstige Grundpreis von 8.395 Euro nicht zu schnell mit Feature- Zugaben nach oben schnellt, legt der Importeur wie bei anderen Modellen zum Marktstart eine Dream-Team-Edition auf.

Für 10.664 Euro gibt es unter anderem den höhenverstellbaren Fahrersitz, Klimaanlage, Lederlenkrad, Bluetooth und Sitzheizung (vorn). Sechs neue Farben lassen zudem die Auswahl auf zehn anwachsen. Angewachsen ist auch die Zahl der Türen. Der Dreitürer entfällt nämlich. Und beim Absatz will Kia auch zulegen - nämlich um zehn Prozent. Es lohnt sich also künftig Obacht zu geben, welches maskuline City Car im Meer der bulligen SUVs mitschwimmt.

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