suchen
Ausgabe 03/2020

Mild-Hybrid senkt Flottenverbrauch

1180px 664px

© AUTOFLOTTE

Fiat installiert in die beiden Dauerbrenner Panda und 500 einen neuen Dreizylinder samt Mild- Hybridisierung (Mhev). Das verspricht Laufruhe beim Fahren und Sparpotenzial im Flottenverbrauch.

Bei Fiat hieß alternativer Antrieb lange Erdgas. Was in CO2-Vermeidungszeiten eine nur ausreichende Lösung ist. Nun setzen die Italiener zusätzlich auf Hybride. Bei den Fiat-City-Flitzern werden Panda und Cinquecento (500) auf die milde Art elektrifiziert. Die beiden Kleinwagen erhalten dafür einen neuen Dreizylinder-Saug-Benziner, der mit einem Riemen-Starter- Generator verbunden ist, welcher beim Anfahren und beim Segeln wertvolle Dienste verrichtet. In den drei Brennkammern versammeln sich maximal 70 PS, was dem Niveau des Vorgängers entspricht.

Leiser City-Flitzer

Die Hybride speichern die beim Rekuperieren gewonnene Kraft im Lithium-Ionen-Pack (unter dem Vordersitz platziert). Beim Starten gehen bis zu 3,6 kW Leistung an die Vorderachse. Im Citytempo - unter 30 km/h - kann der Motor ganz abgekoppelt werden und Panda oder 500 segeln los und werden bei Bedarf vom Startergenerator wieder geweckt. Gesteuert wird das Ganze über die Sechsganghandschaltung, die konsequenterweise ebenfalls neu ist - Leerlauf = Segeln. Im Fahrversuch durch die belebte Innenstadt (ein gutes Habitat für das Kleinwagen-Duo) bedeutet dies, dass die Schaltempfehlung munter den Daumen hebt und zum Hochschalten animiert. Bei Tempo 60 wurde bereits jede Schaltgasse angesteuert - gut, dass der nun anliegende sechste Gang extrem lang übersetzt ist. Außer dieser Schaltorgie und dem neuen Display-Hinweis, der das Wechselspiel zwischen 12-Volt-Batterie, Lithium-Ionen-Pack und Starter-Generator nachzeichnet, erinnert wenig an die Neuheit, welche unter dem Kürzel GSE vermarktet wird. Wobei die große Fahrruhe samt kaum hörbarem Wiederstarten des Motors beim 500 auffällt. Der Panda wiederum tritt hier weniger dezent auf, dafür agiert er beim steten Wechselspiel der Gänge und beim Ein- und Ausschalten des Motors insgesamt dynamischer.

Hoher Aufwand, dezenter Ertrag

Beim Stadt-Verbrauch wirkt der Mild-Hybrid mit Werten von mal knapp unter und mal knapp über der Sieben-Liter-Marke noch nicht vollends überzeugend. Immerhin liegt der kombinierte NEFZ-Normwert bei 3,9 Litern, was 88 Gramm CO2 je Kilometer entspricht. Und der technische Aufwand, der hierbei betrieben wird, ist nicht ohne. Dem Sauger wird ein ungewöhnlich hochverdichtetes (12:1) Kraftstoff-Luft-Gemisch verabreicht. Zudem ist ein wassergekühltes Abgasreinigungssystem (EGR) für die innermotorische Reinigung verbaut. Kein Wunder also, dass die Technik bereits das Euro-6d-Niveau erreicht. Übrigens: Der nachgeschärfte Nachhaltigkeitsgedanke umschließt den Käufer des 500 oder Panda förmlich bei jeder Fahrt. Denn in der taugrünen "Launch-Edition" sind die Sitzbezüge aus recyceltem Kunststoff, wovon zehn Prozent der PET-Gebinde aus Meeressäuberungen stammen.

Wer es konventioneller mag, erhält die neue Technik im 500 ab 11.756 Euro. Der Panda erwacht erst als SUV-hafter City Cross zum GSE-Sparer (ab 11.336 Euro). Neu gemischt werden die Karten im Juli, wenn der 500 als Stromer lossurrt.

700 Euro

kosten die Mild-Hybride mindestens mehr als die zuvor erhältlichen klassischen Benziner. 1,5 Liter sparsamer sollen sie jedoch sein.

360px 106px



Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Personalie

Neuer Geschäftsführer bei Starcar Autovermietung

Nima Kalantari gehört mit sofortiger Wirkung der Unternehmensleitung an. Die Gründer Tobias Höpfner und Maik Grabow treten dagegen beruflich kürzer.


img
Fahrbericht Opel Zafira-e Life

Ein nützlicher Elektriker

Mit dem Zafira-e bringt Opel jetzt einen großen Van mit Platz für neun Menschen, die rein elektrisch transportiert werden können. Da macht es auch fast nichts, dass...


img
Neue Versicherungs-Typklassen

Für Millionen wird es teurer

Die Versicherungswirtschaft hat die neue Typklasseneinteilung für Pkw veröffentlicht. Mehr als sechs Millionen Autofahrer verschlechtern sich.


img
Bodenschweller auf der Straße

Kein plötzliches Ereignis

Wer über einen Bodenschweller fährt und dabei einen Schaden am Auto verursacht, kann diesen nicht mit der Vollkasko-Versicherung abwickeln.


img
Dataforce-Studie

So tickt der User Chooser heute

Vier Jahre nach der letzten Befragung hat Dataforce wieder einen 360-Grad-Blick auf den Dienstwagenfahrer veröffentlicht. Erste Ergebnisse zu Kaufprozess und Entscheidungskriterien.