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Interview Tim-Martin Scholz, Technischer Projektleiter für E-Fahrzeuge bei der Volkswagen AG in Wolfsburg, über den Stromer

Mit 25 Extra-Kilogramm nun deutlich länger auf Tour

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© AUTOFLOTTE

_ Herr Scholz, wie erreicht der VW E-Golf seine höhere Reichweite?

Tim-Martin Scholz: Wir haben den Hersteller der Batteriezellen gewechselt. Anstelle von Panasonic kommen jetzt Zellen von Samsung zum Einsatz, die 37 Amperestunden Ladungsträgerkapazität haben. Die Panasonic-Zellen hatten 25 Amperestunden. Die Energie erhöht sich dadurch von 24,2 auf 35,8 Kilowattstunden, was rund 50 Prozent mehr Reichweite ermöglicht. Wir haben also mehr aktive Masse pro Zelle, konnten das jedoch im gleichen Bauraum realisieren. Lediglich das Gewicht der Batterie hat sich um 25 Kilogramm erhöht.

_ Der Härtefall ist der Winter. Wie viel weniger Kapazität steht der Batterie da zur Verfügung?

T.-M. Scholz: Hier kann man keine pauschale Aussage treffen. Wenn die Batterie kälter wird, verändert sich der Innenwiderstand und damit lässt sich weniger Strom entnehmen. Darüber hinaus hat man im Winter auch einen höheren Energiebedarf, wenn beispielsweise die Hochvoltheizung genutzt wird. Wir empfehlen unseren Kunden bei besonders tiefen Temperaturen deshalb, das Fahrzeug, wenn möglich, überdacht oder in der Garage abzustellen. Im Winter ist eine Wallbox zuhause von Vorteil, dann kann man vorkonditioniert losfahren. Über die Programmierung der Abfahrtzeit gibt es beim E-Golf die Möglichkeit, das Heiz- und Ladeverhalten auszuwählen. Im Winter kann das Fahrzeug vorgeheizt werden, was die Batteriekapazität für die Fahrt erhöht.

_ BMW bietet zum Beispiel beim i3 die Möglichkeit, die Batterie durch ein neueres Modell mit höherer Kapazität auszutauschen. Wird das beim E-Golf künftig auch möglich sein, dass ich ihn einfach upgrade?

T.-M. Scholz: Selbstverständlich haben wir uns diesen Fall auch angeschaut und bewertet. Ein Batterietausch ist mit hohen Kosten verbunden. Wir reden hier über einen hohen vierstelligen Betrag allein für die Batterie. Nach unserer Einschätzung ließ sich daraus kein wirtschaftlich sinnvoller Businesscase darstellen, der in einem akzeptablen Rahmen für unsere Kunden gewesen wäre. Außerdem bliebe die restliche Fahrzeugtechnik unverändert, wodurch dem Kunden eine inakzeptabel lange Ladezeit zugemutet worden wäre. Daher haben wir uns dagegen entschieden.

Interview: Alexander Junk (aj)

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