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Ausgabe 09/2017

Must-haves oder Spielerei?

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© AUTOFLOTTE

2,36 Millionen zählte der Google Play Store 2016 laut Statista- darunter auch für die Fuhrparkpraxis interessante Anwendungen. Wie App-affin ist die Branche und was nützt im Flottenalltag wirklich?

_ Ob Vermieter, Leasinggeber oder Anbieter der Führerscheinkontrolle - längst gehört auch in der Flottenbranche eine App als neue Visitenkarte zur Grundausstattung. Hersteller, Versicherer und Start-ups konkurrieren um die beste App zur Parkplatzsuche. Und selbst Pirelli-Reifen informieren den Fahrer bereits via Smartphone den Status quo zu Luftdruck, Temperatur und Belastung mit.

Das große Angebot trifft auf Nachfrage: Jeder dritte Flottenchef hierzulande hält laut Arvals "CVO-Fuhrpark-Barometer 2016" Apps im Fuhrparkmanagement für sinnvoll. International ist das Interesse sogar noch größer. Besonders für Warnmeldungen zum Wagenzustand und Erinnerungen an Wartungstermine, als Fernzugriff auf Kfz-Daten sowie zur Überwachung der Mobilitätsausgaben sehen sie Chancen für mobile Anwendungen.

Zugriff auf Fahrzeugdaten bietet beispielsweise die Lösung "Connected Van" von VW, anwendbar für die meisten VW-Nutzfahrzeuge: Dabei wird ein Data-Plug im Fahrzeug eingesetzt und eine App dient als Eingabegerät, die alle die Informationen an ein Webportal überträgt - Fahrten-, Tankbuch und andere Services für Fahrer inklusive. Fuhrparkleiter können damit durchschnittliche Verbräuche abrufen - errechnet auf Basis der Tankstopps - oder Fahrzeuge lokalisieren.

Dienstwagen-Status abrufen

Angesichts disruptiver Technologien und immer neuer Möglichkeiten der Mobilitätsgestaltung sieht Michael Müller, Head of Mobility & Facilities bei Daiichi Sankyo Europe, nur eine Lösung: "Man muss sich an den persönlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter orientieren und individuelle sowie flexible Mobilitätsoptionen anbieten, die gleichzeitig effizienten Zugang zu allen Mobilitätsformen geben." Digitale Lösungen wie Apps spielten daher im Flottenalltag eine immer größere Rolle, so Müller.

"Außerdem helfen Apps als Informations- und Kommunikationsmedium auf mobilen Endgeräten dem Dienstwagennutzer vor allem bei digitalen Bestellprozessen ohne Medienbrüche, bei ständiger Verfügbarkeit von Informationen während der Leasinglaufzeit und in kritischen Situationen sowie bei der Fahrzeugrückgabe", ergänzt Müller. Im Fuhrpark von Daiichi Sankyo kommt die App "FIE Enhanced Mobility" der Fleets International Enterprises zum Einsatz - ein Mobilitätsassistent, der Informationen zu Fahrzeug und Fuhrpark, einen Schaden-, Park-, Führerscheinkontroll-Service sowie ein Fahrtenbuch und einen Car Configurator bietet.

Vom "Fleetbutler" für Verwaltung und Poolsharing über das "Vimcar Fahrtenbuch" und "Carbookplus", womit unter anderem Unfallberichte erstellt und an die Versicherung gesendet werden können, bis zur Remote-Steuerung der Wagen via Handy - die Flut an Lösungen macht es nicht leicht, die passende(n) App(s) für sich und seine Fahrer zu finden, gerade wenn es um die optimale Mobilitätsoptionen auf Geschäftsreisen geht.

Der folgerichtige Trend: Meta-Apps, die mehrere Dienste anbieten respektive verschiedene Anbieter zusammenfassen - analog zu Online-Plattformen in der Reisebranche, die Offerten von Hotels oder Fluglinien bündeln. Mit "Moovel" von Daimler lassen sich beispielsweise Fahrten über verschiedene Verkehrsträger hinweg organisieren. Und auch die markenunabhängige Carsharing-App von "Free2Move", einem Berliner Startup, in das die PSA Group im November 2016 mit 82-prozentiger Beteiligung eingestiegen ist, bildet in sieben Ländern Autos, Roller und Fahrräder von aktuell 26 Anbietern ab. Bislang private Nutzer im Fokus, sind laut eigener Aussage künftig auch Flottenkunden im Blick.

Mobilität "on demand"

Apps dienen auch der Erfüllung rechtlicher Pflichten. "Wir führen derzeit die Führerscheinkontrolle unter Anwendung der Drivers-Check-App ein - das ist effizient, zukunftsweisend, nutzerfreundlich und gewährleistet eine lückenlose Dokumentation bezüglich der UVV", berichtet die Fuhrparkleiterin eines Münchner Technologieunternehmens.

"Wir empfehlen unseren Mitarbeitern und Besuchern aber auch solche Apps, die am Reiseziel die Nutzung des ÖNV erleichtern", ergänzt sie. "Kürzlich hatten wir Kollegen aus den USA in München, die die MVG-Rad-App nutzen konnten, da diese auch in englischer Sprache verfügbar ist. Es zeigen sich immer mehr Anwendungsgebiete auch im Geschäftsreise- und Fleet-Bereich." Und auch immer mehr Nutzer: Laut einer Bitkom-Studie ordern fast 30 Prozent ihr Taxi bereits via App.

Urteil der Tester

Stiftung Warentest hat Anfang des Jahres die kostenlosen Apps Ally, Google Maps, FromAtoB, Moovel und Qixxit auf den Prüfstand und vor die Herausforderung gestellt, die optimale Route über verschiedene Verkehrsmittel hinweg zu finden und, sofern möglich, auch das Ticket zu buchen. Das Urteil: Alle sind noch ausbaufähig, am meisten überzeugte Qixxit von einem Start-up der Deutschen Bahn, das die meisten Verkehrsmittel einbezog - direkt via App buchbar sind aber nur Tickets der Deutschen Bahn. Moovel und Google Maps stuften die Prüfer als "teilweise hilfreich" ein, FromAtoB und Ally fanden sie dagegen "wenig hilfreich".

Als Ergänzung schlägt die Stiftung Warentest Anwendungen vor, die sich auf wenige Verkehrsmittel beschränken, wie etwa "DB Navigator", "Busliniensuche: Fernbus App" oder "Öffi Fahrplanauskunft". Letztere ist für 17 Länder ausgelegt und bereits ein echter Klassiker: Über fünf Millionen Nutzer haben sie bereits heruntergeladen.

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