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Ausgabe 03/2017

Nichts zu meckern

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© AUTOFLOTTE

Der Kompakt-König erhält ein "Update", wie es VW nennt. Das passt auch, denn die wesentlichen Neuigkeiten spielen sich in der Bedienung ab. Interessant ist der neue Benziner und segeln kann er auch bald.

_ Wer gern meckert, sollte den Drehknopf im Kopf haben. Der Justierer für die Lautstärke ist im Golf-Update nun dem neuen Display gewichen - und spaltet die Geister. Statt analog zu drehen oder zu drücken, kann man den Kompakt-Bestseller nun per Wischen oder per Gestensteuerung bedienen - ganz dem digitalen Lebensgefühl folgend. So erinnert das gewachsene Infotainmentsystem (6,5 Zoll statt 5,0 Zoll, bis maximal 9,2 Zoll) bald an ein kleines Tablet.

Auch die Funktionen, allen voran die Navigation via Google Maps, werden aus dem Alltag in das Alltagsauto geholt. Voll digital ist nun das Kombiinstrument - was nur konsequent ist. Denn in Produkt-Lebenszyklen, die sich zunehmend am sprunghaften Smartphone-Markt orientieren, gibt die Software und nicht die Hardware den Takt vor. So lohnt es sich, die im aufgefrischten Wolfsburger mitgelieferte Vielzahl an "Security & Service"-Diensten langsam kennenzulernen.

Sicher in der Stadt

Passiv, genauer gesagt selbstständig, agieren die meisten Sicherheitshelfer an Bord des Kompaktkönigs. Erwähnenswert ist hier in erster Linie die City-Notbremse mit Fußgängererkennung, die selbst im 90-Grad-Winkel zum Fahrzeug Bewegungen registriert und bei Gefahr den Golf automatisch stoppt. Wer den Niedersachsen mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ordert, kann zudem auf den Stau-Assistenten bauen, der bis 60 km/h der Spur folgt und Abstand zum Vordermann hält - für Pendler ein Segen. Das DSG hat nun sieben statt bislang sechs Schaltstufen, reizt deshalb verbrauchsorientierter das Drehmomentband aus und soll laut den Wolfsburgern bis zu 0,3 Liter im Normverbrauch sparen. Aufs Sparen ist auch der neue Basis-Benzinmotor aus. Das 1,5-Liter-Aggregat soll den 1,4-Liter-TSI ersetzen. Vom Start weg gibt es die 150-PS-Version, die mit variabler Zylinderabschaltung auf der Testrunde in puncto Laufruhe ein Topniveau erreichte. Eine Bluemotion-Sparversion mit 130 PS folgt im Sommer. Diese soll dank des Segelmodus, wobei der Motor komplett aus ist, sowie eines mit extrem hoher Verdichtung arbeitenden Brennverfahrens, das sonst eher beim Konzernbruder Porsche gang und gäbe ist, bis zu einen Liter Kraftstoff mehr im Tank belassen als beim aktuellen Pendant. Wem hier bereits 85 PS Leistung reichen, der kann zum 1.0 TSI greifen.

Details entscheiden

Auch dieser kleinste Ottomotor hat wie alle Aggregate das Start-Stopp-System stets dabei. Dies gilt natürlich auch für die optischen Details, die die kleine Modellauffrischung aus Wolfsburg auszeichnen. Markant sind hier die LED-Rückleuchten. Wer etwa mit dem Variant einen Anhänger zieht, kann nun einfach per Stellknopf des Außenspiegels den Trailer passgenau zurücksetzen. Hier hat der Bedienknopf also noch nicht ausgedient. So bleibt der Golf nach dem Update zwar optisch fast der alte, aber das war ja für die vielen Fans des Kompakten noch nie ein Grund zum Meckern.

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