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Ausgabe 06/2018

Start für den Sprinter

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© AUTOFLOTTE

Mercedes-Benz hat zur ersten Ausfahrt mit dem neuen Sprinter geladen. Die wohl beste Kombination aus Motor und Getriebe bleibt allerdings dem neuen Frontantrieb vorenthalten.

_ Mit dem neuen Sprinter kann man reden, sogar mit Redewendungen aus dem normalen Sprachgebrauch. Das Infotainmentsystem beantwortet dann die Fragen oder tut, was man ihm sagt. Das verspricht der Hersteller Mercedes-Benz.

Ganz so intuitiv und fehlerfrei hat das bei den drei Test-Sprintern (314 CDI Frontantrieb/Heckantrieb, 316 CDI Heckantrieb) allerdings nicht geklappt. Das System war, kurz vor der Markteinführung im Juni, noch ein wenig buggy - wie ITler Fehler in der Software nennen. Mal brach die Navigation ab, jedes Mal ging das vorher ausgestellte Radio wieder an und das Ausstellen des Radios per Sprache funktionierte (noch) gar nicht. Aber vieles klappte schon ganz gut und macht Lust auf mehr. Denn noch mehr Bedienknöpfe brauchen Lenkrad und Armaturenbrett wirklich nicht.

Nicht nur das Bedienkonzept, auch Fahrwerk, Lenkung und Bremsen unserer drei Kandidaten erinnern mehr an einen Pkw als an ein Nutzfahrzeug. Die Bremsen packen auch mit Last ordentlich zu und lassen sich gut dosieren. Die serienmäßige geschwindigkeitsabhängige elektrische Servolenkung arbeitet direkt und vermittelt einen guten Fahrbahnkontakt.

Das Fahrwerk indes macht zu sehr auf Pkw. Zwar fährt sich der Sprinter angenehm komfortabel, schwankt und schaukelt, mit Last im Kasten aber ein wenig viel. So vermittelt der Transporter das Gefühl, fahrdynamisch schnell an Grenzen zu kommen. Querrillen schluckt der Kastenwagen dagegen gut. Weder knistert es im Bereich des Armaturenbretts aus einfachem Hartplastik noch gibt der Aufbau Verwindungsgeräusche von sich. Das wirkt solide verarbeitet.

Einseitig bremsend

Da Mercedes-Benz bei der dritten Sprinter-Generation vor allem den Bereich vor der B-Säule erneuert hat, hinterlassen die Windgeräusche aus dem Bereich von Windschutzscheibe und A-Säule einen unschönen Beigeschmack.

Mehr nach unserem Geschmack waren die Assistenzsysteme, die wir während der Tour ausprobieren konnten. Auf der Autobahn zeigt beispielsweise der Spurhalteassistent, was er kann und bremst den Sprinter einseitig ab, sodass er auf die Fahrbahn zurückfindet. Auch die Verkehrszeichenerkennung erkannte stets korrekt die erlaubte Geschwindigkeit. Das optionale Parkpaket mit 360-Grad-Kamera hilft nicht nur in die Parklücke, sondern aktivierte die Rundumsicht, als wir in sehr enge Gassen einbogen.

Der 143-PS-Motor wusste im Fronttriebler in Verbindung mit der neu entwickelten Neunstufen-Wandlerautomatik nicht vollends zu überzeugen. Zwar schaltet das Getriebe sanft, wegen der vielen Gänge aber häufig. Insgesamt bleibt so viel Leistung auf der Strecke. Das fällt vor allem im Vergleich zum ebenfalls von uns gefahrenen Handschalter auf. Dessen sechs Gänge lassen sich sauber führen und mit ihm wirkt das Auto

agiler. Das höhere Gewicht und damit der höhere Druck auf der Frontachse sorgen für eine gute Traktion. Gut gefallen hat die Kombination aus 163-PS-Motor mit der Sieben-Gang-Automatik.

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