suchen
Abgaswerte

Berlin macht bei Fiat Druck

1180px 664px
Auffällige Abgaswerte bei Modellen des Autokonzerns Fiat Chrysler
©

Nach VW nun auch Fiat? Deutschland erhöht den Druck auf den italienischen Autokonzern. Der Verdacht: Auch in Fiat-Modellen könnte es eine illegale Abschaltvorrichtung bei der Abgasreinigung geben.

Wegen auffälliger Abgaswerte bei Modellen des Autokonzerns Fiat Chrysler schaltet das Bundesverkehrsministerium jetzt die italienischen Behörden für weitere Konsequenzen ein. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe Messergebnisse zu Fiat-Fahrzeugen den zuständigen italienischen Typzulassungsbehörden und der EU-Kommission übermittelt, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. Die Behörden seien aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen.

Konkret geht es um den Verdacht, dass die Abgasreinigung bei einigen Fiat-Modellen nach einer bestimmten Zeit heruntergeregelt wird. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" bestätigte sich in Prüfungen des KBA, dass dies jeweils nach 22 Minuten geschehe - Abgastests dauern im Schnitt 20 Minuten. Damit sei "ein hinreichender Nachweis einer unzulässigen Abschalteinrichtung" erbracht, heiße es in einem Bericht des KBA. Fiat Chrysler teilte auf Anfrage der Zeitung mit, man gebe zu diesem Themenkomplex öffentlich keine Stellungnahme ab.

Einen Termin mit der von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) infolge des VW-Abgas-Skandals eingesetzten Untersuchungskommission hatte Fiat Chrysler am vergangenen Donnerstag platzen lassen. Fiat habe in einem Anwaltsschreiben mitgeteilt, allein italienische Behörden seien für die Frage zuständig, ob Fiat-Fahrzeuge die europarechtlichen Abgas-Vorschriften einhalten, hieß es.

"Dieses unkooperative Verhalten von Fiat ist völlig unverständlich", hatte Dobrindt kritisiert. Es gebe Zweifel, ob die Vorschriften zur Typgenehmigung eingehalten worden seien. Bei einem Widerruf der Typgenehmigung droht ein Verkaufsstopp für die betroffene Modelle. Weite Teile der Autobranche stehen derzeit wegen erhöhter Abgaswerte unter Druck. Auslöser war der Abgasskandal bei VW. Volkswagen hatte mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert.

Hohe CO2-Werte in der Branche

Die Abgasaffäre dreht sich zunehmend auch um zu hohe Werte beim Spritverbrauch und CO2-Ausstoß. Bei Nachmessungen im Auftrag des Verkehrsministeriums sind bei 30 Automodellen auffällig hohe CO2-Emissionen gemessen worden. Um welche Modelle es sich handelt, wurde vom Ministerium zunächst nicht öffentlich gemacht.

Der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids ist auch Teil der Kfz-Steuer-Berechnung. Aus Sicht des CDU-Verkehrspolitikers Oliver Wittke dürfen für unzulässig hohe Abgaswerte nicht die Autobesitzer büßen. "Die jetzt zu bestrafen und Fahrzeuge stillzulegen oder höher zu besteuern, das wäre der falsche Weg", sagte er im Deutschlandfunk. Wenn es Probleme gebe, müssten diejenigen, die den Schaden verursacht haben, dafür geradestehen, sagte Wittke mit Blick auf die Hersteller.

Die Grünen im Bundestag forderten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, ihrem Verkehrsminister die Aufsicht über die Abgas-Tests zu entziehen. Dobrindt sei "hoffnungslos überfordert", sagte Verkehrsexperte Oliver Krischer. Die Autoindustrie tanze ihm auf der Nase herum. Die Problematik sei besser bei Umweltministerin Barabara Hendricks (SPD) und dem Umweltbundesamt aufgehoben. (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Abgas-Skandal:





1 Kommentar

1 23.05.2016 Poldi66

Wer hat die Software entwickelt? >>>>>>> BOSCHIn wessen Auftrag hat Boch sie entwickelt? >>> im Namen der Konzerne!!Man müßte erst Bosch dazu bringen, die Namen der Konzerne zu nennen, die diese Software bzw. Abschalteinrichtung bezogen haben! Ist doch einfach, oder???


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2017 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
VW-Sondermodelle

Vernetzt und beheizt

Unter dem Namen "Join" bietet VW nun gleich acht Sondermodelle an. Und setzt dabei vor allem auf Vernetzung.


img
Fahrbericht BMW i3s

Der Stark-Stromer

Vier Jahre nach dem Debüt des i3 spendiert BMW seinem Elektroauto nicht nur ein Facelift, sondern erweitert die Baureihe auch durch eine sportlichere S-Version.


img
EuroNCAP 2018

Schärfere Anforderungen

Mit Hilfe von Assistenzsystemen sollen Autos immer besser darin werden, Unfälle zu verhindern. Deshalb setzt EuroNCAP ab nächstem Jahr die Anforderungslatte für...


img
Opel Grandland X

Flottes Arbeitstier

ANZEIGE: Der neue Opel Grandland X garantiert mit seinen erstklassigen Assistenz- und ­Komfort-Features nicht nur im Arbeitsalltag Sicherheit und Fahrspaß.


img
BVF-Chef

"Diesel ist nicht so leicht ersetzbar"

Besonders gewerbliche Kunden kaufen nach wie vor Diesel-Fahrzeuge. Fuhrparkmanager spielen dabei eine wichtige Rolle - und sagen klar, dass sie auf den Diesel nicht...