suchen
ADAC-Neuausrichtung

Wandel zum Mobilitätshelfer

1180px 664px
Zukunftsprogramm "Pole Position": Der ADAC will sich bis 2020 neu ausrichten und mit einer Mobilitätsoffensive bei den Verbrauchern punkten.
©

Die gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen zwingen den ADAC zum Umdenken. Man sieht sich für die Zukunft gewappnet - das Motto: "Pole Position".

Beim ADAC sollen im Zuge eines Sparkurses weniger Jobs wegfallen als ursprünglich geplant. Statt der im Herbst 2017 angekündigten 400 Stellen werden nur etwa um die 250 abgebaut, "so sozialverträglich wie möglich", sagte Präsident August Markl der Deutschen Presse-Agentur in Dresden vor der Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) am Samstag. Damit sei bereits begonnen worden.

Mit einem Zukunftsprogramm "Pole Position" soll bis 2020 die Neuausrichtung des Autofahrer-Vereins gelingen. "Wir machen Deutschland e-mobil." Die Mobilitätsoffensive sei ein Beitrag für mehr Gesundheits- und Klimaschutz in Deutschland.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte der Verein laut Markl ein Millionendefizit. Dank einer Ausschüttung von fast 54 Millionen konnte das negative Vereinsergebnis auf minus acht Millionen Euro verbessert werden, gab der Präsident bekannt. Nach Abzügen blieben Erlöse aus Mitgliedsbeiträgen von 508 Millionen Euro - 16 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Für Leistungen der Pannen- und Unfallhilfe wurden 338,3 Millionen und damit 2,5 Millionen Euro mehr ausgegeben. Das Defizit im Mitgliederbereich ging um knapp vier Millionen Euro auf 29,8 Millionen Euro weiter zurück.

Vom Pannen- zum Mobilitätshelfer

Der ADAC will sich laut Markl vom Pannen- zum Mobilitätshelfer wandeln. "Wir wollen Helfer in allen Lebenslagen sein, die mit Mobilität zusammenhängen." Es gehe um digitale Beratung, Information und Service, wie die Mitglieder am besten von A nach B kommen - "zu Fuß, mit Fahrrad, Motorrad, Auto oder Flugzeug und möglichst ohne Panne". Die Aufholjagd bei Digitalisierung habe bereits begonnen, da gehe es um die eigenen Angebote als auch Kooperationen, etwa mit der IT-Messe Cebit. Auch Innovationsthemen wie alternative Antriebe beschäftigten den Verein.

Der neue Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, warb für Elektromobilität, aber auch für die konventionellen Antriebe. Er sieht die deutsche Autobranche da sehr gut aufgestellt. Bis 2020 werde die Palette der E-Auto-Modelle auf rund 100 verdreifacht, die Hersteller planten Investitionen von 40 Milliarden Euro. "Eine Herausforderung ist und bleibt aber die Ladeinfrastruktur." Bundesweit gebe es derzeit rund 11.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon 560 zur Schnellladung. Er forderte die Bundesregierung zum Handeln auf.

VDA-Präsident verteidigt Diesel

Mattes warnte zugleich vor einer Politik gegen den Diesel und kritisierte die pauschale Verurteilung der Branche im Zuge des Abgasskandals. "Sie ist nicht gerechtfertigt, die Fakten fordern Differenzierung, nicht zuletzt im Interesse der mehr als 800.000 Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern, die jeden Tag gute und ehrliche Arbeit leisten." Der Verband bedauerte die "gravierenden Fehler" und will das verlorene Vertrauen in "diese moderne Spitzentechnologie" zurückgewinnen.

Auch Auto-Importeure müssten ihren Beitrag zur Finanzierung der Luftreinhaltung in Städten leisten, forderte Mattes und mahnte zudem zur Versachlichung der Debatte. "Jeder, der etwas vom Thema versteht, weiß: der moderne Diesel ist Teil der Lösung und nicht des Problems." Der Diesel-Antrieb helfe beim Erreichen der Klimaschutzziele, die CO2-Emissionen lägen um bis zu 15 Prozent unter denen eines vergleichbaren Benziners. Auch angesichts der Tatsache, dass künftig konventionelle Motoren klimaneutral mit E-Fuels aus erneuerbaren Quellen betrieben werden, "gibt es keinen Anlass für einen Abgesang auf den Verbrennungsmotor insgesamt".

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) glaubt an den Diesel. Er selbst hat "für uns" ein solches Fahrzeug bestellt, sagte er in einem Grußwort. "Wir sollten sehen, dass wir nicht zu Fahrverboten kommen." Auch Stau-Vermeidung, Verkehrsmanagement und andere alternative Maßnahmen helfen, die Belastungen zu senken. "Wir müssen alle dafür sorgen, dass die Angst in der Bevölkerung vor Enteignung aufhört." Dafür gebe es überhaupt keinen Grund. "Ich bin überzeugt, auch Dieselfahrzeuge werden künftig ihren Platz haben." (dpa)




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema ADAC:





Fotos & Videos zum Thema ADAC

img

ADAC-Test Blendgefahr durch LED-Scheinwerfer

img

ADAC Crashtest Legoautos

img

ADAC Winterreifentest 2019 Kleinwagen und Vans

img

Opel Corsa‑e.(Kundensport)


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Ford-Vans starten als Hybrid

Elektrifizierung für S-Max und Galaxy

Die großen Ford-Vans sollen durch Elektrifizierung sparsamer werden. Einen Kabelanschluss wird es aber nicht geben.


img
Personalwechsel

Neuer Deutschlandchef für Opel

Andreas Marx löst im Februar Ulrich Selzer ab, der eine strategische Aufgabe bei der Internationalisierung der Marke übernimmt. In der Folge kommt es zu einem großen...


img
Ionity mit neuem Preismodell

Strom an Autobahnen wird teuer

Bislang hat Ionity an seinen Schnellladesäulen pauschal acht Euro pro Ladung verlangt. Künftig kann das Tanken von Strom dort ein Vielfaches kosten.


img
Experte

Kommunen werden Mobilitätsangebote in Europa dominieren

Ridesharing, Ridehailing, Carsharing, autonomes Fahren: Die Mobilitätswelt ist im Wandel. Doch wo passt welches Konzept am besten? Und wie gehen die Städte damit...


img
Fachforum

Internationale Flottenbranche trifft sich auf Genfer Autosalon

Premiere beim Genfer Autosalon: Im Rahmen der Automesse wird am 4. März erstmals das International Fleet Meeting Geneva stattfinden. Eine Get-Together-Plattform...