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AutoBank AG

Abbau aus eigener Kraft

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"Schmerzhaft, aber unausweichlich": Die verbliebenen Vorstände Gerhard Dangel (l.) und Markus Beuchert müssen die AutoBank AG abwickeln.
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Wie erwartet hat die außerordentliche Hauptversammlung der angeschlagenen AutoBank AG die Auflösung der Geschäfte und die anschließende Rückgabe der Bankkonzession beschlossen.

Die AutoBank AG ist in absehbarer Zeit Geschichte. Die außerordentliche Hauptversammlung hat am Freitag den Anfang Januar angekündigten geordneten Abbau der Bankgeschäfte und die anschließende Zurücklegung der Konzession beschlossen. Das gab der Branchenfinanzierer in Wien bekannt.

"Der Beschluss, die AutoBank AG freiwillig abzuwickeln, ist schmerzhaft, scheint aber unausweichlich. Mit der Entscheidung der geordneten Abwicklung kommen Vorstand und Eigentümer ihrer Verantwortung nach", erklärte der Vorstand in einer Mitteilung. Auch werde man sich zum nächstmöglichen Zeitpunkt von den Börsen in Wien und München zurückziehen.

Die AutoBank ist schon seit längerem in unruhigem Fahrwasser unterwegs. Im Frühjahr 2019 hatte sich das Institut eine Neuaufstellung verordnet. Bis dahin war das Kerngeschäft die Finanzierung von Kraftfahrzeugen in Österreich und Deutschland. Mit der Neuausrichtung legte man den Fokus auf die Refinanzierung von mittelständischen deutschen Leasinggesellschaften.

"Nach einer guten Startphase brachten jedoch sehr rasch Covid-19 und seine Folgen, aber vor allem die hohen Abschreibungen, speziell bei unseren Beteiligungen, die Kapitalquoten der AutoBank AG schwer unter Druck", berichtete die Unternehmensführung. Dabei sei ein großer Teil der Abschreibungen auf Probleme bei der Tochter aL Portfolio (früher adesion Leasing GmbH) zurückzuführen. Auch bei den Händlerfinanzierungen in Deutschland habe es Abschreibungen gegeben, so dass Neugeschäft faktisch unmöglich geworden sei.

Auch 2020 mit Verlust

Nach den Angaben rechnet die AutoBank derzeit mit einem Verlust für das Geschäftsjahr 2020 in der Größenordnung von 6,5 Millionen Euro. Eine weitere Schmälerung der Eigenkapitalbasis sei im Zuge des Abbaus zu erwarten, der Verlust der Hälfte des Grundkapitals nicht ausgeschlossen, hieß es.

Den Plänen zufolge will das Geldhaus in den kommenden 18 bis 24 Monaten alle Portfolios auflösen und nach Rückzahlung der Spareinlagen die Bankkonzession zurückgeben. Aktuell stehen noch Retailkredit- und Leasingverträge mit österreichischen Kunden von in Summe rund 70 Millionen Euro in den Büchern. In Deutschland sind es knapp über 20 Millionen Euro.

"Diese Verträge laufen regulär weiter, die Kunden müssen sich nicht aktiv melden", betonte das Unternehmen. Geschäftskunden wolle man persönlich kontaktieren, um die weiteren Schritte zu klären. Die bestehenden Privatkunden, vorwiegend Online-Sparer, müssten sich keine Sorge um ihr Geld machen, die AutoBank unterliege auch nach der Beschlussfassung der HV weiterhin der Einlagensicherung. Das bedeutet: Die Rückzahlung aller Spareinlagen bis 100.000 Euro ist gesichert.

Die Vorstände Markus Beuchert und Gerhard Dangel haben die Hoffnung auf eine Rettung aber noch nicht ganz aufgeben. "Vorbehaltlich der notwendigen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen wäre ein Fortbestand unter Neuausrichtung der Bank noch denkbar, wenn noch ein Investor gefunden wird, der entsprechendes neues Kapital in die Gesellschaft einbringt", erklärten sie. Im Herbst 2020 hatte sich noch ein Einstieg zweier strategischer Investoren abgezeichnet – dieser kam aber ebenso wenig zustande wie ein Deal mit einem dritten potenziellen Geldgeber. (rp)




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