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Maßnahmen zum Kaufanreiz zügig beschließen

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Um die in der Corona-Krise abgestürzte Nachfrage anzukurbeln, drängt die Branche auf staatliche Prämien für den Autokauf.
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Die Autobranche steckt in ihrem größten Transformationsprozess seit Erfindung des Automobils. Die Covid-19-Pandemie hat die Herausforderungen weiter verschärft. Spitzenvertreter fordern jetzt ein schnelles Handeln der Politik.

Die Branchenverbände ZDK, VDA und VDIK machen sich für konjunkturelle Impulse beim Autokauf stark. Ihre Spitzenvertreter mahnen angesichts der Corona-Verwerfungen zügiges Handeln an. "Mit Ankündigungen, deren Umsetzung auf sich warten lässt, gäbe man dem Handel Steine statt Brot", erklärte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski am Dienstag in Bonn. Er erinnerte an die Hängepartie bis zur versprochenen Erhöhung der Umweltprämie für Elektrofahrzeuge Anfang dieses Jahres. Viele Interessenten hätten darauf in Erwartung der höheren Prämie mit monatelanger Kaufzurückhaltung reagiert.

Ähnlich hatte sich bereits am Montag Hildegard Müller, Chefin des Herstellerverbands VDA, geäußert. Wichtig sei es, dass entsprechende Maßnahmen zum Kaufanreiz bald beschlossen und möglichst viele Fahrzeugsegmente berücksichtigt würden. "Denn nur mit einer solchen Breitenwirkung ergibt sich ein signifikanter Effekt auf die Kaufentscheidungen der Kunden und damit auf die Produktion und die gesamte Wertschöpfungskette", so Müller. VDIK-Präsident Reinhard Zirpel erklärte in Bad Homburg, es bestehe die Sorge, dass sich Kunden in unsicheren Zeiten gerade bei alternativen Antrieben zurückhalten könnten.

Karpinski betonte, die Höfe der Händler stünden nach der Corona-bedingten Zwangsschließung der Verkaufsräume voll mit vorfinanzierten Fahrzeugen. "Nach dieser Durststrecke stehen viele Betriebe wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand." Ihnen würde die schnelle Einführung einer Kaufprämie die händeringend benötigte frische Liquidität verschaffen. Wichtig sei, eine solche Prämie auch auf junge Gebrauchtwagen zu erstrecken. Nur so könne man seine überquellenden Bestände reduzieren und die verstopften Kanäle für den Absatz der wieder anlaufenden Produktion freimachen.

"Corona hat Herausforderungen noch weiter verschärft"

Die deutsche Autoindustrie steckt im größten Transformationsprozess seit Erfindung des Automobils. Müller unterstrich. "Die aktuelle internationale Pandemie hat die Herausforderungen der Branche noch weiter verschärft. Klar ist, dass konjunkturelle Impulse einen wichtigen Beitrag zum Wiederhochlaufen der Automobilindustrie und damit auch zur Belebung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage leisten können."

Um die in der Corona-Krise abgestürzte Nachfrage anzukurbeln, fordern Hersteller wie VW und BMW staatliche Prämien für den Autokauf. Damit soll auch der Austausch alter Benziner und Dieselwagen gefördert werden. Es müsse sorgfältig diskutiert werden, welche Instrumente konkret notwendig und wirkungsvoll seien, erklärte Müller. "Das lässt sich erst nach der Öffnung der Autohäuser abschätzen, die ja nun schrittweise erfolgt. Wir werden daher bald sehen können, wie sich die Kunden verhalten."

Ins Detail gingen bereits die Auto-Importeure. Ihr Vorschlag: ein dreistufiges staatliches Anreizprogramm. Zunächst solle der Staat seinen Anteil an der bereits bestehenden Kaufprämie für E-Autos verdoppeln, sagte Zirpel. Die Höchstförderung würde so auf 9.000 Euro pro Fahrzeug steigen, von denen die Hersteller wie bislang 3.000 Euro zu tragen hätten. Als zweite Förderkategorie sollten Kaufanreize für Fahrzeuge gesetzt werden, die weniger als 95 Gramm CO2/km ausstoßen. Dies treffe beispielsweise auf viele Kleinwagen und Hybride zu.

Als dritte Stufe schwebt dem VDIK eine klassische Abwrackprämie für ältere Fahrzeuge vor, die gegen Verbrenner mit den neueren Abgasnormen Euro6d und Euro 6dTemp eingetauscht werden. So könnten Stickoxid-Emissionen weiter gesenkt werden, erklärte Zirpel. Zum Eintauschen in Betracht kämen Altfahrzeuge mit Abgasnorm Euro 4 und schlechter, erläuterte ein Verbandsprecher. Diese Fahrzeuge durften bis Ende 2010 erstmalig zugelassen werden. Zur Höhe der möglichen Fördersätze äußerte sich der Verband nicht. (rp/dpa)




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