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Grundlagen des Fuhrparkmanagements

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Die Anforderungen an Fuhrparks, Abläufe, Prozesse sind so verschieden wie die Unternehmen, um deren Fuhrparks es geht und die Menschen, die mit Fuhrparks zu tun haben.
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Fuhrparkmanagement ist mehr als reine Fahrzeugverwaltung. Allein der Wandel hin zum Mobilitätsmanagement stellt die Verantwortlichen vor große Herausforderungen.

Von Axel Schäfer, Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF)

Was ist Fuhrparkmanagement? Bereits bei der Definition des Begriffs stellt man fest, wie viele Meinungen zu diesem Thema existieren. In meinem 2002 veröffentlichten Praxishandbuch "Fuhrparkmanagement" verwende ich folgende Definition: Fuhrparkmanagement bedeutet, die Mobilitätsanforderungen eines Unternehmens unter Berücksichtigung der eigenen Unternehmensziele strategisch zu planen und flexibel zu steuern. Die aus heutiger Sicht sicher neu zu formulierende Definition verdeutlicht, dass es sich beim Begriff Fuhrparkmanagement nicht um eine Verwaltungsaufgabe handelt. Auch war es noch nie richtig, Dienstleistungsangebote wie zum Beispiel das Full-Service-Leasing als Fuhrparkmanagement-Angebot zu bezeichnen. Denn die Aufgabe von Dienstleistern rund um das Fuhrparkmanagement ist es, Fuhrparkverantwortlichen in Unternehmen zu helfen, ihre Aufgabe optimal zu erfüllen.

Weil sich die Anforderungen an Fuhrparkmanager zum Beispiel durch die Digitalisierung und damit verbunden durch völlig neue Service- und Mobilitätsangebote in der Vergangenheit stark verändert haben – der Fuhrparkmanager entwickelt sich mehr und mehr zum Mobilitätsmanager – kann der Begriff Fuhrparkmanagement aus heutiger Sicht wie folgt definiert werden: Fuhrparkmanagement bedeutet automobile Mobilitätsanforderungen eines Unternehmens nach Maßgabe eines integrierten Mobilitätsmanagement strategisch zu planen und flexibel zu steuern. So formulierten es Marc-Oliver Prinzing, Vorsitzender des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement (BVF), und ich es 2015, nachzulesen unter www.fuhrparkcockpit.de

Mythos Fuhrparkmanagement?

Unabhängig von der Begriffsdefinition gilt jedoch: Das Fuhrparkmanagement gibt es nicht! Es gibt zwar viele Empfehlungen aus wertvollen praktischen Erfahrungen für ein lebendiges Fuhrparkmanagement. Es bestehen aber keine einheitlichen Normen und Gestaltungsregeln. Die Anforderungen an Fuhrparks, Abläufe, Prozesse sind so verschieden wie die Unternehmen, um deren Fuhrparks es geht und die Menschen, die mit Fuhrparks zu tun haben. Das Fuhrparkmanagement ist deshalb abhängig von der Unternehmenskultur und Nutzermentalität. Die Mentalität deutscher Fahrzeugnutzer und Unternehmen, die einen Fuhrpark betreiben, unterscheidet sich dabei stark von Gewohnheiten anderer Nationalitäten. Eine Gemeinsamkeit gibt es aber: In letzter Konsequenz geht es nicht um das Blech, sondern immer um die Menschen, die sich hinter den Abläufen und sachlichen Anforderungen verbergen. Ob Fuhrparks aber gemanagt oder doch nur verwaltet werden sollte, lässt sich nicht abschließend beantworten. Dies hängt in der praktischen Betrachtung von der Größe des jeweiligen Fuhrparks ab.

Management ist Führungsaufgabe

Der englische Begriff "to manage" impliziert immer eine Leitungsfunktion im Unternehmen. Und gerade hier zeigt sich das praktische Dilemma. Viele Fuhrparkverantwortliche erfahren in der Praxis nicht die Anerkennung, die einer Leitungsfunktion entspricht. Andererseits ist das Bewusstsein, ein Fuhrparkmanager zu sein, immer auch mit der Erfordernis verbunden, durch ein Höchstmaß an Fachkompetenz Anerkennung und Respekt für die eigene Aufgabe zu erreichen. Zumal das betriebliche Fuhrparkmanagement heutzutage mehreren Anforderungen gerecht werden muss.

Die reine betriebswirtschaftliche Prozessbetrachtung, die Beachtung betriebswirtschaftlicher Kernkompetenzen wird den Zukunftsanforderungen nicht gerecht. Die Entwicklung hin zu einem nachhaltigen Mobilitätsmanagement hat längst begonnen. Die Frage, was nachhaltig bedeutet, ist hier noch nicht abschließend definiert. Klar scheint nur, dass der Begriff der Nachhaltigkeit nicht auf ökologische Aspekte reduziert werden darf. Und Mobilitätsmanagement geht weit über das Thema Fuhrpark hinaus. Nach BVF-Definition bedeutet es, Mobilitätsanforderungen eines Unternehmens unter Berücksichtigung aller Mobilitätsmittel unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten im Rahmen eines integrierten Gesamtkonzeptes zu planen und flexibel zu steuern.

All diesen Herausforderungen hat sich der Fuhrparkmanager künftig zu stellen. Was unterstreicht, dass es sich beim Fuhrparkmanagement um eine komplexe Aufgabe handelt, die weit über das Verwalten von Fahrzeugen hinausgeht.

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