suchen
BGH-Urteil zum Autoleasing

Neuwert-Entschädigung steht dem Kunden zu

1180px 664px
Wird ein geleastes Auto gestohlen, steht die Neupreis-Entschädigung aus einer Vollkaskoversicherung dem Kunden und nicht der Leasingfirma zu.
©

Eine Leasing-Kundin hatte für ihr Fahrzeug eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen. Das Fahrzeug wurde gestohlen, die Frau verlangte eine Neupreis-Entschädigung. Zu Recht, urteilte der BGH.

Wird ein geleastes Auto gestohlen, steht die Neupreis-Entschädigung aus einer Vollkaskoversicherung dem Kunden und nicht der Leasingfirma zu. Alles andere wäre unbillig, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe mit am Donnerstag veröffentlichtem Urteil. (Az. VIII ZR 389/18)

Beim Leasing kauft der Kunde das Auto nicht, sondern zahlt für eine vereinbarte Laufzeit monatliche Raten für die Nutzung. Das Fahrzeug bleibt durchgängig Eigentum der Leasingfirma.

In dem Fall hatte die Kundin vertragsgemäß eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, aus freien Stücken zum Neuwert. Das entsprach gut 70.000 Euro. Nach dem Diebstahl erstattete die Versicherung der BMW Bank als Leasinggeber rund 50.000 Euro für alle Verluste und Kosten. Die Kundin forderte die übrigen 20 000 Euro, aber die Bank stellte sich quer und gab bei der Versicherung die Zahlung nicht frei.

Tatsächlich war bisher umstritten, wem das Geld in so einem Fall zusteht. Einige Experten meinten, dass allein die Leasingfirma als Eigentümer des Autos darauf Anspruch habe - selbst wenn sie dadurch Gewinn mache. So hatte es auch das Oberlandesgericht München gesehen.

Der BGH stellt nun klar: Die 20.000 Euro gehen an die Klägerin. Ein Autokäufer schließe eine Neuwert-Versicherung ab, um sich bei Verlust einen gleichwertigen Neuwagen anschaffen zu können und nicht auf einen Gebrauchten ausweichen zu müssen. Beim Leasing sei die Interessenlage nicht anders: Der Kunde könne das Geld einsetzen, um zu vergleichbaren Konditionen einen anderen Neuwagen zu leasen. Die BMW Bank dagegen nutze die Autos nicht selbst, sondern finanziere sie nur. Sie würde das Geld von der Versicherung als reinen "Übererlös" vereinnahmen. Das widerspricht laut BGH dem Gerechtigkeitsgedanken. (dpa)




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema BGH:




Autoflotte Flottenlösung

BMW Group Vertrieb BMW und Direktgeschäft Vertrieb an Großkunden

Lilienthalallee 26
80939 München

Tel: +49 89/1250-16040
Fax: +49 89/1250-16041

E-Mail: grosskunden@bmw.de
Web: www.bmw.de/grosskunden



Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Nissan Qashqai

Zwei Mal mit Hybrid

Kein Diesel mehr, dafür zwei unterschiedliche Hybrid-Varianten: Nissan setzt mit dem neuen Qashqai auf Elektroantrieb. Zumindest teilweise.


img
Fahrbericht Citroën C4

Kompakt, aber nicht konventionell

Citroën streicht den charakteristischen C4 Cactus aus dem Programm und führt wieder einen C4 ein. Wobei sich die Franzosen durchaus Mühe geben, markengemäß ein wenig...


img
Magna auf der CES

Strom für Trucker

Elektromobilität wird nicht nur bei Pkw immer wichtiger. Zulieferer wie Magna setzen auch auf Trucks und Pick-ups.


img
Personalie

Neuer Geschäftsführer bei PS Team

Seit Jahresbeginn bildet Chief Information Officer Denis Herth gemeinsam mit Marco Reichwein die neue Doppelspitze des Prozessdienstleisters.


img
Führungswechsel

Dekra mit neuen Deutschland-Chef

Nach dem Abschied von Clemens Klinke übernimmt Dekra Automobil-Geschäftsführer Guido Kutschera zusätzlich die Leitung der wichtigen Region mit insgesamt 13 Gesellschaften.