suchen
CES 2019

Autonome Shuttles auf dem Vormarsch

6
1180px 664px
Mit Transdev, einem Global Player in der Personenbeförderung, hat ZF für den e.Go Mover den ersten Kunden gewonnen.
©

Auf der CES stehen sie hoch im Kurs: selbstfahrende Minibusse. Sie bieten einen geräumigen Innenraum für mehrere Personen und absolvieren vor allem Kurzstrecken auf festen Routen. Da sie stets online sind, kann das Mitfahren per App gebucht werden.

Von Peter Maahn/SP-X

Schon im nächsten Jahr sollen in Europa, den USA und China rund eine Million kompakte Shuttle-Busse unterwegs sein. Sie fahren nicht nach einem festen Plan, sondern können von den Nutzern online bestellt werden. Kein Wunder also, dass gleich eine Reihe von Zulieferfirmen die CES nutzen, um sich mit passenden Fahrzeugen beziehungsweise der nötigen Technik in Stellung zu bringen. Dabei gilt für alle: Die meist kastenförmigen Fahrzeuge haben einen rein elektrischen Antrieb, bewegen sich ohne Zutun eines Fahrers automatisch und können mehrere Menschen aufnehmen.

Die Nase vorn hat der ZF aus Baden-Württemberg. Der Technologie-Konzern liefert de gesamte Technik zum autonomen Fahren für den e.Go Mover, der von e.Go Moove ab Herbst in Serie gebaut wird. Die Firma ist ein Gemeinschaftsunternehmen einer ZF-Tochter und der Aachener e.Go Mobile AG. Der 4,94 Meter lange Mini-Bus hat zehn Sitz- und fünf Stehplätze, ist mit einem 150-kW-Antrieb von ZF bestückt, wird bis zu 70 km/h schnell und kann bis zu zehn Stunden pro Batterieladung unterwegs sein.

Bis alle rechtlichen Fragen für einen automatischen Betrieb geklärt sind, muss stets ein Fahrer an Bord sein. Seine Dienstzeit darf maximal zwei Stunden betragen, denn, so erklärt ein ZF-Ingenieur: "Da die Technik bereits ausgereift ist, wird der Fahrer kaum etwas zu tun haben und könnte unaufmerksam werden." ZF und seine Partnerfirma haben jetzt auf der CES ihren ersten Kunden vorgestellt. Der weltweit tätige Mobilitätskonzern Transdev will eine nicht genannte Zahl des e.Go Mover kaufen. Außerdem stellt das französische Unternehmen seine Erfahrung mit Programmen zur Steuerung und Überwachung der Touren zu Verfügung.

Bildergalerie

Eine noch nicht serienreife Studie ist das derzeit namenlose Fahrzeug von Bosch, das dem gleichen Prinzip folgt. Voll elektrisch, voll vernetzt und in der Endstufe auch voll autonom. 2Wir entwickeln ein weltweit einzigartiges Paket aus Hardware, Software und Mobilitätsdiensten für die Shuttle-Mobilität der Zukunft", sagte Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn auf der CES. "In jedem Quadratzentimeter des Shuttle-Konzeptfahrzeugs steckt bereits die Technik für den fahrerlosen Betrieb – vom elektrischen Antrieb und der 360-Grad-Umfeldsensorik bis zur Vernetzungssteuerung und den Fahrzeugleitrechnern." Zudem pfiffig: Dank der Kameraüberwachung des Innenraums erkennt das System, wenn ein Fahrgast zum Beispiel eine Aktentasche auf seinem Sitz vergessen hat. Der wird dann sofort per Smartphone informiert.

Denso fokussiert sich auf Stadt-Shuttles, Continental auf Lieferdienste

Auch in Japan wird intensiv über das Thema Stadt-Shuttle nachgedacht. Der Zulieferriese Denso, an dem Toyota beteiligt ist, nennt sein Konzeptfahrzeug Urban Mover, was das geplante Einsatzgebiet als städtisch ausweist. Rein elektrisch angetrieben, verfügt das auf Komfort getrimmt Modell zunächst noch über einen klassischen Fahrerplatz, soll aber später ebenfalls automatisch unterwegs sein.

Einen anderen Schwerpunkt setzt Continental. Das Unternehmen nimmt die Lieferdienste wie zum Beispiel die Post ins Visier. Ein elektrisches "Mutterfahrzeug" mit Namen CUbE hat einen oder auch mehrere kleinere Roboter an Bord, die die Rolle der heutigen Zusteller übernehmen. Nach dem Stillstand schwärmen die Helferlein aus, stellen ihre Sendungen zu und kehren dann zur Basis zurück. Diese Art von automatisierter Lieferung könnte laut Continental für gut 80 Prozent der heutigen Kunden nutzbar sein.

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema CES:





Fotos & Videos zum Thema CES

img

Autoplattformen der Zukunft

img

Mercedes-Benz CLA (2020)

img

Messeübersicht CES 2019

img

Hyundai Nexo

img

Kia Niro EV Concept

img

Autotrends CES 2018


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2019 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Volvo-Mittelklasse

Das kostet der neue S60

Nach Kombi folgt die Limousine. Volvo stellt den S60 in die Schauräume der Händler. Zunächst gibt es nur gehobene Ausstattungslinien, dafür keinen Diesel mehr.


img
Markenausblick Ford

Strom muss fließen

Bei der Elektrifizierung seiner Modell-Palette fährt Ford bislang der Konkurrenz hinterher. Erst ab 2021 soll es richtig losgehen. Anfang April geben die Kölner...


img
Keyless-Systeme im Test

Eine Einladung für Autodiebe

Schlüssellose Zugangssysteme beim Auto sind komfortabel, aber nicht immer sicher. Selbst bei teuren Premiumfahrzeugen kann man sich nicht auf die Technik verlassen.


img
BVF

360-Grad-Check für Fuhrparks

Der Bundesverband Fuhrparkmanagement bietet ab sofort einen Service, der eine Ist-Analyse des Fuhrparks samt Handlungsempfehlungen umfasst. Für ordentliche Mitglieder...


img
Sicherheitsgurt im Auto

Traumquote für den Lebensretter

Der Sicherheitsgurt wird von den meisten Autofahrern ganz selbstverständlich genutzt. Fahrradradfahrer müssen dagegen noch an ihrem Sicherheitsbewusstsein arbeiten.