suchen
Citroën e-Spacetourer Business Lounge XL

Im Bunde der Dritte

6
1180px 664px
Den Citroën e-Spacetourer gibt es es in mannigfaltigen Ausführungen, drei Fahrzeuglängen, zwei Batteriegrößen und verschiedenen Sitz- und Ausstattungskonfigurationen.
©

Das Angebot an E-Autos steigt von Monat zu Monat. Im Bereich der Kleinbusse ist es aber noch nicht sehr ausgeprägt. Hier dominiert daher der Stellantis-Konzern mit drei baugleichen Modellen, zu denen auch der von uns getestete Citroën e-Spacetourer gehört.

Von Peter Eck

Im aufgeregten Für-und-Wider bei den Diskussionen zur Elektromobilität geht es häufig um maximale Reichweiten, schnellste Ladezeiten und mangelhafte Ladeinfrastruktur. Dabei wird häufig außer Acht gelassen, dass E-Fahrzeuge im Moment noch meist vor allem für gewisse Einsatzmöglichkeiten prädestiniert sind. In erster Linie immer dann, wenn die tägliche Einsatzzeit und Streckenlänge begrenzt sind, regelmäßig (über Nacht) nachgeladen werden kann und eine Lademöglichkeit auch ständig zur Verfügung steht.

Ein Beispiel dafür ist etwa der Shuttle-Dienst eines Hotels oder der VIP-Service eines Eventveranstalters. Und das richtige Fahrzeug dafür ist ein großer Bus wie zum Beispiel der Citroën e-Spacetourer. Den gibt es in mannigfaltigen Ausführungen, drei Fahrzeuglängen, zwei Batteriegrößen und verschiedenen Sitz- und Ausstattungskonfigurationen. Für den Transport von Personen eignet sich unter Platz- und Komfortgesichtspunkten die längste, 5,30 Meter messende Variante in der edlen Business-Lounge-Ausstattung. Zum allerdings dann auch edlen Preis von 50.756 Euro netto.

Bis 307 km Reichweite mit großem Akku

Der im e-Spacetourer immer arbeitende Elektromotor mit 100 kW / 136 PS Leistung und einem Drehmoment von 260 Newtonmetern ist auch aus anderen Modellen des PSA- bzw. jetzt Stellantis-Konzerns bekannt, unter anderem etwa aus dem Opel Corsa. Der große Bus steht wie viele Elektrofahrzeuge des Multimarken-Herstellers auf der sogenannten Efficient-Modular-Platform EMP2. Von den zwei möglichen Akkus (50 und 75 kWh) hatte unser Testwagen die größere an Bord, womit der Grundpreis gleich auf 55.798 Euro netto steigt. Allerdings auch die Reichweite, von eher knappen 213 auf beruhigendere 307 Kilometer nach WLTP.

Im hohen Grundpreis ist leider nur ein mickriges Mode-2-Ladekabel für die heimische Steckdose enthalten. Wer wenigstens mit bis zu 3,7 kW laden will, zahlt genauso Aufpreis wie für die empfehlenswerte Option eines Mode-3-Kabels für bis zu elf kW. Mit dem dauert das Vollladendes Akkus an einer 11-kW-Wallbox erträgliche sieben Stunden.

Bildergalerie

Für überschaubare Routen

Aber wie gesagt, das Fahrzeug ist für überschaubare Routen ausgelegt und in dieser Rolle macht der e-Spacetourer seinem Namen alle Ehre. Denn dank seines Radstands von 3,28 Meter bietet das 5,30-Meter-Schiff nicht nur Platz für sechs (optional sieben) Personen, die obendrein bequem über zwei Türen vorne und zwei breit öffnende Schiebetüren hinten einsteigen können, sondern auch für deren Gepäck. Bis zu 2.000 Liter lassen sich auch bei voller Besetzung noch reinpacken, will man den Citroën einmal nur als Transporter nutzen und klappt alle Stühle um, passen 3,3 Kubikmeter hinter den Fahrer. Zudem lassen sich die vier Stühle in Reihe zwei und drei nicht nur drehen, sondern bei noch mehr Platzbedarf auch ausbauen.

Obwohl der Motor mit seinen 136 PS für ein Fahrzeug mit über 2,4 Tonnen Leergewicht und fast drei Tonnen Gewicht bei voller Beladung auf den ersten Blick als etwas schwachbrüstig erscheint, verrichtet das E-Aggregat seine Arbeit doch ordentlich. Dank des bauartbedingt von der ersten Umdrehung anliegenden Drehmoments von 260 Newtonmetern setzt sich der frontgetriebene Franzose behänd in Bewegung. Wie bei jedem Elektroauto, speziell aber bei einem solch schweren, sollte man das "Gaspedal" allerdings nicht zu lange niedergedrückt halten, denn sonst verdunstet die Reichweite wie Benzin in der Sonne. Schnell zeigt die Verbrauchsanzeige in der Praxis Werte von über 30 kWh für 100 Kilometer an, was eine realistische Reichweite von 250 Kilometer bedeuten würde. Doch weder die Spurtfähigkeit (0-100 km/h: 12,1 s) noch die Vmax (130 km/h) wird man in der Praxis mehr als einmal ausprobieren wollen.

Während die Passagiere bequem auf ihren Einzel-Ledersitzen Platz nehmen, schauen sie auf viel, allerdings gut verarbeitetes Hartplastik. Das 7-Zoll-Display im Armaturenbrett wirkt angesichts der heute üblichen Monitorgrößen fast schon mickrig. Wettbewerber hat der Citroën fast nur im eigenen Haus mit den Schwestermodellen Peugeot E-Traveller und Opel Zafira Life E zu fürchten, unterhalb des Premium-Segments ist das Angebot dünn und ein Mercedes EQV fährt nicht nur preislich sondern in jeder Beziehung in einer anderen Liga. Von daher ist der e-Spacetourer so wie seine Geschwister eine echte Bereicherung, nicht für jeden, aber für eben für den ganz speziellen Einsatzzweck.

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Modellfamilie:

Modellplaner



Fotos & Videos zum Thema Modellfamilie

img

BMW i4

img

Audi Q4 e-tron

img

VW ID Modellfamilie

img

Audi Q5 Sportback (2021)

img

Ford Puma ST (2021)

img

Audi S3 Sportback (2021)


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Vergleichsportal

Porsche-Fahrer haben die meisten "Punkte"

Eine Auswertung abgeschlossener Kfz-Versicherungen zeigt, dass Porsche-Fahrer die meisten Punkte in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei haben. Weiter dahinter...


img
Bentley Flying Spur Hybrid Odyssean

Mit Öko-Touch

Öko ist das neue Chic – auch für Superreiche. Die dürfen in Bentleys Flaggschiff weiterhin Luxus auf höchstem Niveau jedoch mit einem Spritzer Nachhaltigkeit genießen.


img
Gebrauchte überbrücken Neuwagen-Engpass

Milliardengewinn für VWFS

Kredit- oder Leasingraten fürs Auto wollte oder musste sich mancher Verbraucher 2020 sparen. Bei der VW-Finanztochter kehrt das Geschäft nun zurück, vor allem Gebrauchte...


img
70 Jahre Kraftfahrt-Bundesamt

Mehr als nur Punktesammeln

Bekannt ist das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg für die "Punkte" von Verkehrssündern. Doch die oberste Bundesbehörde für den Straßenverkehr ist viel mehr. Vor...


img
ICCT-Studie

E-Autos gut fürs Klima

Wer heute ein batterieelektrisches Auto einem Benziner vorzieht, schont langfristig das Klima. Laut einer neuen Studie des ICCT emittiert der Stromer zwei Drittel...