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Daimler-Kleinstwagen Smart

Neustart mit chinesischer Hilfe

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Die neuen Smart-Modelle sollen rein elektrisch fahren und von 2022 an auf den Markt kommen.
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Die Kleinstwagenmarke Smart hat ihrer Konzernmutter Daimler bislang vor allem Ärger gemacht. Nun erhält sie eine letzte Chance.

Kultig, aber defizitär: Seit rund 20 Jahren versucht Daimler, mit seiner Kleinstwagenmarke Smart Geld zu verdienen. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Nun soll der Cityflitzer von China aus noch einmal neu starten: Die für 2022 angekündigte vierte Generation soll zusammen mit Daimler-Großaktionär Geely gebaut und ausschließlich elektrisch angetrieben werden.

Wie beide Unternehmen am Donnerstag mitteilten, wird der nächste Smart in einer neuen, eigens dafür gebauten Fabrik in China produziert. Daimler bringt neben der Marke auch das Konzept des Kleinwagens in das Gemeinschaftsunternehmen ein, während Geely sich um die Entwicklung kümmern soll. Finanzielle Details wurden zunächst nicht bekannt. Am bisherigen Smart-Produktionsort in Hambach sollen künftig Kompaktwagen von Daimlers neuer Elektromarke EQ gebaut werden.

Das nun verkündete 50:50-Joint-Venture mit dem aufstrebenden chinesischen Konzern – zu dessen Portfolio unter anderem auch der schwedische Premiumhersteller Volvo und die Sportwagenschmiede Lotus zählen  – ist so etwas wie die Rettung in letzter Sekunde für Smart. Viele Beobachter waren zuvor davon ausgegangen, dass Daimler die teure Tochter dichtmachen würde. Die vergleichsweise edlen und technisch aufwendigen Kleinstwagen der Marke haben den Konzern über die Jahre viel Geld gekostet – und wenig eingebracht. Nie wurden weltweit mehr als 150.000 Fahrzeuge pro Jahr verkauft.

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Das Konzept des Smart-Kernmodells Fortwo war ungewöhnlich, anfangs sogar revolutionär. Der Swatch-Gründer Nicolas Hayek hatte Anfang der 1990er-Jahre ein extrem kurzes, wendiges und stylisches Elektroauto für den Stadtverkehr entwickelt, das auf dem gemeinsam mit Daimler beschrittenen Weg in die Großserienfertigung jedoch einiges an Charme verlor. Trotzdem konnte der erste zu kaufende Smart ab 1998 nicht nur mit knackigen Abmessungen und der Fähigkeit zum Querparken punkten, sondern auch freche Farbakzente im grauen Stadtverkehr setzen. Allerdings waren zu wenig Kunden bereit, die hohen Preise für einen reinen City- oder Zweitwagen zu zahlen. Das ändert sich auch mit der Neuauflage 2007 nicht grundsätzlich. Diese stand schon im Zeichen der Kostenreduzierung – Roadster und Viertürer wurden gestrichen, aus dem vollwertigen Hersteller wurde eine Ein-Modell-Marke.

Kooperation mit Renault

Um die Kosten zu senken, ging Daimler daher für Generation 3 eine Kooperation mit Renault ein. Die Franzosen nutzten die Technik für ihren fünfsitzigen Kleinstwagen Twingo, Smart legte neben dessen Ableger Forfour auch wieder die klassische Kurzvariante Fortwo mit zwei Plätzen auf. Doch auch der dritte Versuch brachte keinen Absatz-Boom. 2018 gab es weltweit 130.000 Neuzulassungen – weit entfernt von den geplanten 200.000 Einheiten. Die Verluste der Marke werden von Experten auf mittlere dreistellige Millionenbeträge beziffert – pro Jahr.

Nun sollen die Chinesen für die Rettung sorgen. Die Idee liegt nahe, ist das Reich der Mitte mit seinen überfüllten Millionenstädten doch nicht nur der naheliegendste, sondern längst auch der wichtigste Markt, rund 100.000 der Kleinstwagen wurden dort 2018 verkauft. Künftig sollen sie dort vor allem für den örtlichen, aber auch für den Weltmarkt gebaut werden. "Smart hat damit seine letzte Chance, sich zu etablieren", sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Mit Geely stehe Smart der China-Markt weit offen. 2021 werden dort voraussichtlich mehr als drei Millionen Elektro-Fahrzeuge verkauft. (SP-X/dpa)

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