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Diesel-Nachrüstung

Hendricks bleibt hartnäckig

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Hendricks beharrt darauf, dass es nicht bei den von der Industrie angekündigten Updates der Fahrzeugsoftware bleibt.
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Die Abgasaffäre und die Debatte um Fahrverbote lasten auf der deutschen Vorzeigebranche - zudem läuft der Einstieg in die E-Mobilität schleppend. Noch nie war die Zukunft des Autos so ungewiss wie zu dieser IAA, die am Donnerstag in Frankfurt beginnt.

Im Streit um die Nachrüstung älterer Dieselautos lässt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nicht locker. Trotz des strikten Neins der Autobauer beharrt sie darauf, dass es nicht bei den von der Industrie angekündigten Updates der Fahrzeugsoftware bleibt. "Die Prüfung von Hardware-Umrüstungen geht voran", sagte Hendricks der Deutschen Presse-Agentur.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sorgt sich derweil darum, dass die deutsche Schlüsselindustrie mit ihren rund 800.000 Beschäftigten bei umweltfreundlichen Antrieben international den Anschluss verpassen könnte. Die deutschen Autobauer sehen sich indes im weltweiten Wettbewerb um E-Mobilität auf einem Spitzenplatz.

Hendricks sagte, eine der beim Dieselgipfel Anfang August eingesetzten Arbeitsgruppen habe inzwischen vereinbart, kurzfristig externe Sachverständige mit der Begutachtung möglicher technischer Nachrüst-Systeme zu beauftragen. "Da erwarten wir in absehbarer Zeit Ergebnisse und können darauf weitere Beratungen stützen."

Es sei in zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz klar, für welche Fahrzeugtypen Hardware-Nachrüstungen mit welchem Aufwand gehen. "Aber wir wissen, dass auch viele Zulieferer schon unterwegs sind, Systeme anzubieten. Darum können die Automobilhersteller nicht einfach rundheraus sagen, es gehe nicht."

Umbauten direkt an Motoren lehnt die Branche aber unter anderem wegen hoher Kosten ab; sie verweist auch auf technische Probleme. Beim Dieselgipfel von Bund, Ländern und Autobranche hatten die deutschen Hersteller neue Abgas-Software für zusätzliche 2,8 Millionen Wagen zugesagt. Bei 2,5 Millionen VW-Diesel ist dies amtlich angeordnet.

Deutschland darf den Anschluss nicht verlieren 

Merkel sagte in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast, auf den asiatischen Märkten, insbesondere in China, gebe es "jetzt schon eine sehr große Diskussion über alternative Antriebstechnologien". Mit Blick darauf könne sie "nur hoffen, dass (...) die deutsche Automobilindustrie nicht den Anschluss verliert".

Merkel wird am Donnerstag (14. September) in Frankfurt die weltweit wichtigste Automesse IAA eröffnen. Die Veranstaltung steht unter dem Eindruck des Abgasskandals und der Debatte um Fahrverbote in deutschen Städten.

Kritisch äußerte sich Merkel zum schleppenden Erfolg von Elektroautos in Deutschland: "Wir sehen allerdings, dass natürlich immer noch nicht so ein breites Angebot da ist. Und auf der anderen Seite, dass auch die Lade-Infrastruktur in den Städten noch nicht so ist, dass die Käufer wirklich Vertrauen haben." Dennoch hoffe sie, "dass wir in beiden Bereichen jetzt in der nächsten Zeit besser werden", sagte Merkel. "Aber der Anfang gestaltet sich schwierig und langsam, das würde ich auch sagen."

An die Industrie appellierte die Kanzlerin, neben der aus ihrer Sicht noch auf Jahrzehnte unverzichtbaren Verbrennungstechnologie nicht nur auf elektrische Antriebe zu setzen. "Was alternative Antriebstechnologien anbelangt, möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir auf Technologieoffenheit setzen", sagte Merkel. "Das heißt, wir fokussieren uns nicht ausschließlich auf die Elektromobilität, sondern wir warten, ob vielleicht auch die Brennstoffzelle oder synthetische Kraftstoffe eine Rolle spielen werden." In der Forschung "das richtige Maß und die richtige Mitte zu finden, das wird eine der herausragenden Aufgaben der Automobilindustrie sein".

Deutschland könne Weltmarktführer für Elektromobilität werden

"Laut einer McKinsey-Studie sind wir heute schon einer der Leitanbieter und können 2025 sogar Weltmarktführer für Elektromobilität" werden, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung." Auf die Frage, ob die deutschen Anbieter einen "Trend verpennt" hätten, sagte Wissmann: "Stimmt nicht. (...) Insgesamt sind heute bereits gut 30 Modelle von deutschen Herstellern auf dem Markt, im Jahr 2020 werden es mehr als 100 sein."

Bislang sind deutsche Autofahrer allerdings kaum an E-Autos interessiert. In Deutschland sind laut Kraftfahrt-Bundesamt derzeit (Stand Anfang 2017) rund 45,8 Millionen Autos zugelassen. Anfang 2017 waren darunter 16. 405 Hybridautos, was einem Anteil von 0,36 Prozent entspricht. Der Anteil reiner Elektroautos liegt nur bei 0,07 Prozent (34.022 Fahrzeuge). Nach Wissmanns Worten rechnet die Branche damit, dass E-Autos - entweder als Hybrid- oder als reine E-Mobile - bis 2025 bei den Neuzulassungen auf einen Anteil von 15 bis 25 Prozent kommen. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil allerdings erst um die 1,7 Prozent. (dpa)




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