suchen
Diesel-Skandal

Hohes Bußgeld für Daimler

1180px 664px
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen Daimler ein Bußgeld im Diesel-Skandal verhängt.
©

Daimler kann einen Haken an ein Verfahren im Diesel-Skandal machen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ein Bußgeld verhängt. Doch ausgestanden ist der Ärger mit dem Diesel für den Autobauer damit trotzdem nicht.

Auch Daimler bekommt von der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Zug des Dieselskandals ein Bußgeld aufgebrummt. Rund 870 Millionen Euro muss der Autobauer bezahlen. Grund ist eine fahrlässige Verletzung der Aufsichtspflicht in einer mit der Fahrzeugzertifizierung befassten Abteilung, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Diese habe dazu geführt, dass die Dieselfahrzeuge Genehmigungen erhielten, obwohl der Ausstoß von Stickoxiden bei den Autos teilweise nicht den regulatorischen Anforderungen entsprach.

Daimler will gegen den Bescheid keine Rechtsmittel einlegen, damit ist er rechtswirksam. Das Bußgeld werde keine Auswirkungen auf das Ergebnis im dritten Quartal haben, teilte der Autobauer mit. Daimler hatte schon im zweiten Quartal hohe Rückstellungen für Verfahren im Zusammenhang mit dem Dieselskandal gebildet und war unter anderem deshalb in die roten Zahlen gerutscht. Zuvor hatte Daimler binnen weniger Wochen gleich zweimal seine Jahresprognose zurückgenommen.

Die Staatsanwaltschaft bezieht sich im Wesentlichen auf die Rückruf-Bescheide des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Das hatte 2018 Bescheide gegen 684.000 Fahrzeuge erlassen. In diesem Frühjahr kamen noch einmal 60.000 hinzu. Daimler hatte gegen beide Widerspruch eingelegt. Die will der Autobauer auch aufrecht erhalten, um für die Zukunft Klarheit bei der Auslegung der Rechtsnormen zu erlangen. Daimler hatte selbst freiwillige Software-Updates für rund drei Millionen Fahrzeuge angeboten.

Bußgelder auch für andere Hersteller

Zuvor waren schon andere Autohersteller mit Bußgeldern belangt worden. Der Volkswagen-Konzern und seine Töchter Audi und Porsche mussten zusammen Summen von mehr als zwei Milliarden Euro zahlen. Der Zulieferer Bosch bekam ebenfalls von der Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Bußgeld in Höhe von 90 Millionen Euro aufgebrummt.

Für die Landesregierung in Baden-Württemberg bedeuten die Bußgelder eine Geldregen. Die rund 600 Millionen Euro von Bosch und Porsche sind bereits geflossen und könnten Begehrlichkeiten mitten in den laufenden Haushaltsverhandlungen wecken. Das Finanzministerium hatte angesichts von sinkenden Steuereinnahmen und mauen Konjunkturaussichten erst jüngst eine lange Streichliste aufgestellt.

In der Stuttgarter Koalition ist man sich uneins: Grüne und CDU wollen das Geld beide in den Klimaschutz stecken, allerdings auf unterschiedlichen Wegen: Während die Grünen eine großen Teil in schnelle und gezielte Maßnahmen für den Klimaschutz investieren wollen, schlägt der Koalitionspartner CDU eine Stiftung vor.

Hick-Hack um Bußgelder noch nicht vom Tisch

Für Daimler ist der juristische Hick-Hack um den Diesel mit dem Bußgeld allerdings noch lange nicht vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach wie vor gegen Mitarbeiter des Konzerns. Und nicht nur in Deutschland interessiert sich die Behörden für die angeblichen Manipulationen von Dieselautos. Auch in den USA laufen Ermittlungen von Justiz und Umweltbehörden gegen den Konzern. Der Autobauer sieht sich dort wie in Deutschland außerdem mit Schadenersatzklagen konfrontiert.

Und schließlich läuft noch das Kartellverfahren der EU. Die Wettbewerbshüter werfen BMW, Daimler und VW vor, illegale Absprachen zu Technologien der Abgasreinigung getroffen zu haben. Zumindest hier setzt Daimler auf die Kronzeugenregelung und erwartet für sich keine Bestrafung. (dpa)




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Bußgelder:




Autoflotte Flottenlösung

AUDI AG Verkauf an Großkunden

I/VD-16
85045 Ingolstadt

Tel: 0841/89-0


Web: www.audi.de



Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2019 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Neues Wartungskonzept bei VW

Inspektionsintervall verdoppelt

VW schickt seine europäischen Kunden künftig deutlich seltener in die Werkstatt. Doch nicht nur die Häufigkeit, sondern auch der Umfang der Inspektion ändert sich.


img
Kurz gemeldet

Neu im Showroom

Jeep Renegade: Vernetzt ins neue Modelljahr +++ Sprachsteuerung für Mercedes V-Klasse +++ Seat Tarraco: Basisbenziner auch mit Automatik +++ Dacia Sandero Stepway...


img
Fahrdienstvermittler

Limousinen-Service "Uber Premium" gestartet

Mit dem Start des Dienstes "Uber Premium" können Nutzer vorerst in Berlin für Fahrten Limousinen der gehobenen Mittel- und Oberklasse bestellen. Der höhere Fahrpreis...


img
EuroNCAP-Crashtest

Sternenregen zum Jahresende

Gleich ein Dutzend neue und überarbeitete Pkw mussten sich dem letzten Crahstest des Jahres stellen. Die meisten glänzten – einen Ausfall gab es aber auch.


img
Studie

Bessere Umweltbilanz von E-Auto-Batterien

Die CO2-reiche Produktion von E-Auto-Batterien ist ein Zankapfel in der Diskussion um ein besseres Klima. Der Fertigungsprozess werde jedoch zunehmend umweltfreundlicher,...