suchen
Einsatz von E-Fuels

Verbände attackieren Umweltministerin

1180px 664px
Nur mit dem Einsatz von E-Fuels lasse sich eine schnelle CO2-Reduzierung erreichen.
©

Das Umweltministerium hat einen Entwurf zur Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energie-Richtlinie in Deutschland vorgelegt. Verbänden reichen die Pläne für strombasierte Kraftstoffe nicht aus. Nur mit E-Fuels sei eine Verkehrswende und das Erreichen der EU-Klimaziele möglich.

Mit Blick auf den künftigen Einsatz alternativer Kraftstoffe im Verkehr haben Wirtschaftsverbände den Kurs von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) attackiert. Die Ministerin gefährde den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. Nur mit synthetischen Kraftstoffen seien eine Verkehrswende und das Erreichen der EU-Klimaziele möglich. Dabei geht es um Kraftstoffe, die mit Strom hergestellt werden.

"Die Verbände befürchten zudem, dass das Umweltministerium mit seinem Entwurf hunderttausende Arbeitsplätze ebenso gefährdet wie den geplanten Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft", heißt es in der Mitteilung des Verbands der Automobilindustrie VDA, des Maschinenbauverbands VDMA, des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbands sowie des Mineralölwirtschaftsverbands.

Hintergrund ist ein Referentenentwurf aus dem Umweltministerium zur Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energie-Richtlinie in Deutschland. Dabei geht es um Mindestmengen an erneuerbaren Energien für den Verkehrssektor. Den Verbänden reichen die Pläne für strombasierte Kraftstoffe bei Weitem nicht aus.

Vollständige Überarbeitung des Entwurfs nötig

Der Entwurf müsse vollständig überarbeitet werden, forderten sie: "Der Gesetzesvorschlag schafft weder die Rahmenbedingungen für den Markthochlauf einer deutschen Wasserstoffwirtschaft, noch führt er zu zusätzlichen CO2-Einsparungen im Verkehr." Bei der bestehenden Flotte mit Verbrennungsmotoren könne nur mit Einsatz sogenannter E-Fuels eine schnell wirksame CO2-Reduzierung erreicht werden.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller sagte laut Mitteilung: "Wir brauchen E-Fuels und Wasserstoff aus nachhaltigen Energiequellen, um auch bei den Millionen Pkw im Bestand die Klimaziele zu erreichen." Es werde auch neue, sparsame Pkw und Lkw mit Verbrennungsmotor geben. "Daher ist auch die Forschung und Entwicklung klimafreundlicher Antriebe mit synthetischen Kraftstoffen und Wasserstoff wesentlich."

Dass Wasserstoff als Energieträger für den Klimaschutz wichtig ist, ist Konsens - der Einsatz strombasierter Kraftstoffe in Pkw ist aber umstritten. Bisher ist es viel effizienter, den Strom in batteriebetriebenen Autos direkt einzusetzen. So sieht man es auch im Bundesumweltministerium. Strombasierte Kraftstoffe seien etwa im Flugverkehr unverzichtbar, dort will Ministerin Svenja Schulze (SPD) sogar eine feste, ansteigende Quote für E-Fuels. Auch im Seeverkehr sowie teils beim Nutz- und Schwerlastfahrzeugen hält das Ministerium E-Fuels für notwendig - im Pkw-Bereich dagegen weniger. (dpa)

 

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema E-Fuels:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Branchenverband

VMF mit neuem Webauftritt

In den vergangenen drei Jahren hat sich nicht nur der Mobilitätsmarkt mit hohem Tempo weiterentwickelt, sondern auch der VMF. Das wird jetzt auch im Internet sichtbar.


img
GMC Hummer EV SUV

Kleiner Riese

Über fünf Meter lang, über 800 PS stark – was nach einem eigentlich überdimensionierten Auto klingt, ist in Wirklichkeit die kleine Ausführung des neuen Hummer.


img
Auto-Abo

Zeit für Neues?

Flexibel bleiben. Ein Gebot der Stunde. Abonnements ohne lange Laufzeiten und mit Wechselmöglichkeiten versprechen dieses Credo. Auto-Abos liegen im Trend und kommen...


img
Flottengeschäft

Continental bündelt Reifen-Serviceportfolio in Europa

Das komplette Reifenmanagement, künftig unter dem Dach "Conti360° Solutions" zusammengefasst, soll Kunden aus der Transportbranche bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit...


img
Tempoverstoß bei Notfällen

Auch bei Lebensgefahr ist der Rettungswagen erste Wahl

Zu schnelles Autofahren wird nur in absoluten Notfällen nicht geahndet. Selbst Lebensgefahr rechtfertigt nicht unbedingt die Tempo-Tour ins Krankenhaus.