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Elektromobilität

BVF kritisiert Abrechnungschaos an Ladestationen

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"Die Abrechnungswege öffentlicher Ladestationen sind undurchsichtig. Das ist nicht nur verbraucherunfreundlich, sondern erschwert auch die Verwaltung von Fahrten mit E-Autos im Fuhrparkmanagement", sagt BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer.
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Der Bundesverband Fuhrparkmanagement fordert, die Tarife und Prozesse an Ladestationen zu vereinfachen, und begrüßt daher die Pläne der Bundesnetzagentur, die eine Harmonisierung vorsehen.

Die derzeitige Abrechnungsprozesse und Tarifgestaltungen an öffentlichen Ladesäulen für Elektrofahrzeuge seien für Unternehmen, die einen Fuhrpark betreiben, katastrophal, erklärt der Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF) in einer Mitteilung. Zum einen seien die Kosten nicht planbar, da die an ein und derselben Ladesäule stark variieren könnten – unter anderem abhängig davon, ob man Vertragspartner des regionalen Anbieters sei. Zum anderen müssten – je mehr verschiedene Tankpunkte in verschiedenen Regionen man anfahre – die Abrechnungen in der Fuhrparkverwaltung händisch gebucht und betreut werden.

"Das ist kontraproduktiv, verkompliziert und verteuert die Prozesse und macht einen digitalen Workflow unmöglich", stellt BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer fest. "Je mehr Unternehmen auf Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge in ihren Fuhrparks setzen und je mehr die Reichweiten mit den Mobilitätsanforderungen kompatibel sind, desto mehr fällt das ins Gewicht", unterstreicht Schäfer.

In Deutschland gibt es laut BVF derzeit knapp 300 Tarife für Autostrom. Konkret bedeute dies, dass Fahrer von Elektrofahrzeugen eine Vielzahl von Identifizierungs- und Zahlungsmittel benötigten, sofern sie das Geschäftsgebiet des regionalen Anbieters verließen. Die Bundesnetzagentur habe nun ein Konsultationsverfahren eingeleitet, um die Netzzugangsbedingungen für Autostrom zu verbessern. Marktteilnehmer und Verbände könnten sich bis zum 22. Juli 2020 äußern.

Der BVF begrüßt den Vorstoß. Es werde mehr als Zeit, dass sich an dem aktuellen Geschehen etwas ändere, die Abrechnung müsse dringend über einen Provider funktionieren. Denn Hauptproblem sei derzeit nicht der Preis, sondern der administrative Aufwand. Mit der Harmonisierung würde eine große Hürde für Unternehmen beseitigt, den Anteil an E-Fahrzeugen in ihren Flotten zu erhöhen, heißt es.

Nur ein Vertrag für alle öffentlichen Ladestationen

Die Bundesnetzagentur will Betreiber durch eine ab April 2021 gültige Regelung dazu bringen, auch den Strom der Konkurrenz anzubieten – und zwar zu deren Tarifen und Konditionen. Für Verbraucher oder Unternehmenskunden bedeutet das: Sie können einen Vertrag mit einem Versorger abschließen und zu den so vereinbarten Konditionen an allen öffentlichen Ladestationen andocken.

Nach Ansicht des BVF bleiben aber Fragen offen, beispielsweise welche Preise sich die Behörde vorstelle und wie die Änderungen mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar sei. "Da bis jetzt die rechtliche Grundlage fehlt, drohen die Änderungen in freiwilligen Selbstverpflichtungen zu enden. Hier muss die Politik nachbessern", warnt Schäfer. Von den Maßnahmen würden letztendlich aber alle profitieren: Die Betreiber sollten von den Wettbewerbern angemessen bezahlt werden. Die Kunden wären flexibler und könnten mit einheitlichen Preisen kalkulieren. Sie müssten auch keine unzähligen Apps auf dem Smartphone oder mehrere Tank-, Ladekarten oder Kreditkarten haben. Für Fuhrparkverantwortliche würde sich durch ein schlankeres Abrechnungssystem die Administration und dadurch auch der Zeitaufwand erheblich reduzieren. (red)




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