suchen
Experten

Urbaner Verkehr im Umbruch

1180px 664px
Anbieter wie die VW-Tochter Moia (Bild) oder CleverShuttle setzen auf Ride-Sharing.
©

Weniger SUV, kleine E-Mobile, günstige Sharing-Dienste: Gegen den Verkehrsinfarkt in Städten gibt es viele Ideen. Gerade die Autobauer sind gefordert.

Der städtische Verkehr der Zukunft bringt nach Expertenmeinung massive Veränderungen mit sich – weniger Autos, kleinere Wagen und mehr gemeinsame Fahrten. Allein die Volkswagen-Tochter Moia habe in Hannover bereits über 80.000 Kunden für die Fahrten in ihren Shuttles, sagte Christian Rosen, bei Moia zuständig für Fahrzeugmanagement und Konzepte, am Dienstag auf der Hannover Messe.

Mit seinem Angebot will Moia gegen den Verkehrsinfarkt in Städten angehen. Am 15. April startet der Mobilitätsdienst mit zunächst 100, später 500 Fahrzeugen in Hamburg. Ziel sei, die Fahrten der Kunden zu bündeln, das Angebot sei für weitere Städte angepeilt, so Rosen.

Das gilt nach Angaben von Johanna Reinhardt auch für den Mitbewerber CleverShuttle, der in sieben deutschen Städten aktiv sei. Potenzial sieht sie etwa in speziellen Mobilitätsangeboten für Senioren, die im öffentlichen Nahverkehr oft Schwierigkeiten hätten. Anbieter wie Moia oder CleverShuttle setzen auf Ride-Sharing – geteilte Fahrten zu niedrigeren Preisen. Die klassischen Autobauer rüsten sich seit einiger Zeit für den Kampf mit Fahrdienst-Plattformen wie Uber.

Für Raimund Nowak, den Geschäftsführer der Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg ist klar: mit den SUV sei die urbane Verkehrswende nicht zu schaffen. Er forderte kleine, leichte E-Fahrzeuge. Aber: das Angebot an elektrischen Kleinfahrzeugen sei schlecht, kritisierte Nowak in Hannover. Es sei ein Fehler, dass keiner der Hersteller darauf eingestiegen sei. "Wir werden darüber reden müssen: Wie groß muss ein E-Fahrzeug sein?", betonte er mit Blick etwa auf Tesla.

E-Autos brauchen Leichtbau

Konsequenter Leichtbau könnte nach Darstellung von Christian Ludwig, Marketing-Geschäftsleiter bei Accelerated Innovation, bei künftigen E-Autos etwa ein Viertel des Gewichts einsparen. Die meisten Autos seien noch alte Konstruktionen, in die die Akkus für den E-Betrieb eingepasst würden, sagte Ludwig. Beim auf der Messe ausgestellten, 400 Kilogramm schweren E-Kleinstwagen der Leichtbau-Initiative Leichtbau BW seien noch "100 bis 150 Kilogramm drin". Beim Leichtbau gehe es aber nicht nur darum, Gewicht zu sparen, sondern auch Ressourcen und Zeit: "Ohne Digitalisierung kein wettbewerbsfähiger Leichtbau", sagte er.

Gerade beim Elektroauto bringe Leichtbau "extrem viel", denn den Großteil des Gewichts mache die Batterie aus. Gelinge es an anderer Stelle, Gewicht zu sparen, könnten Batterie und damit Reichweite größer ausfallen. Auch im Herstellungsprozess könnten Digitalisierung und Leichtbau Zeit und Ressourcen sparen helfen: Je mehr Verbundstoffe Metalle ersetzten, desto schwieriger werde das Recycling. Bei digitaler Konstruktion und digitalen Prototypen, dem sogenannten "digitalen Zwilling", könnten reale Prototypen entfallen.

"Die Verbrennungstechnologie läuft 2040 aus"

Elmar Degenhart, Chef des Zulieferers Continental, entwarf in Stuttgart Zukunftsperspektiven für die Autobauer: "Nach 2030 werden die letzten Generationen von Verbrennungsantrieben in Serie gehen. Nach 2040 läuft die Verbrennungstechnologie aus. Ab dem Jahr 2050 ist der automobile Straßenverkehr idealerweise CO2-frei." In den nächsten Jahren werde die Antriebsart stärker vom Einsatzzweck abhängen: Das bedeutet, in der Stadt würden andere Antriebe als für Überlandfahrten eingesetzt. Im Stadtverkehr sei der batterieelektrische Antrieb künftig optimal, für größere Autos die Brennstoffzelle. (dpa)




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Mobilität:





Fotos & Videos zum Thema Mobilität

img

Renault EZ-Pod

img

Care by Volvo

img

Mercedes Vision Urbanetic

img

London Taxi

img

Mobilitätsdienst Moia im Test

img

International Fleet Meeting 2018


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2019 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
VW Passat (2020)

Preise, Ausstattungen, Marktstart

VW bringt den Passat auf neuesten Stand. Es gibt mehr Assistenten, einen überarbeiteten Innenraum, ein verbessertes Infotainment und teilweise neue Motoren. Nur...


img
Mittelklasse-Kombi

Peugeot nennt Preise für neuen 508 SW

Die Kombiversion des Peugeot 508 steht in den Startlöchern. Sie bietet viel Ladevolumen und moderne Motoren.


img
Neue Polizeiwagen

Land Rover baut Kooperation mit Bund aus

Vor wenigen Monaten hatte die Bundespolizei in einer ersten Phase 40 Discovery in Dienst gestellt. Nun wurde die Geländewagen-Flotte in ähnlichen Umfang erweitert.


img
BMW M8

In Deutschland nur extra stark

Bisher markierte der BMW M850i die Speerspitze der 8er-Baureihe. Mit dem M8 setzen die Münchner nun noch einen drauf und präsentieren ein echtes "M"-Modell. In Deutschland...


img
Bentley Flying Spur

Dynamisches Dickschiff

Optisch zitiert der neue Bentley Flying Spur seinen über 60 Jahre alten Vorgänger, technisch jedoch ist er randvoll mit Hightech.