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Fahrbericht Audi Q7

Half-Million-Seller 2.0

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Audi schickt den Q7 in die nächste Runde
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Bis zur Ablösung des ersten großen Audi-SUV haben sich die Ingolstädter reichlich Zeit gelassen. Das hat sich gelohnt. Der Neue fährt der Konkurrenz in mancher Hinsicht davon.

Von Michael Kirchberger/SP-X

Audi legt nach zehn Jahren einer Erfolgsgeschichte die zweite Generation des Q7 auf, im fast gewohnten Format von 5,05 Metern Länge (minus drei Zentimeter), mit bis zu sieben Sitzen und zunächst zwei Dreiliter-V6, einem Diesel und einem Benziner. Die Form ist gefällig, nicht zu weit entfernt von der des Vorgängers aber mit einer von Kanten und Linien geschärften Struktur an Bug und einem maßvoll eingerahmten Kühlergrill, der die neue Designlinie der Marke vorgibt. Das stößt den angestammten Freund der Baureihe nicht vor den Kopf und kann neue Interessenten locken.

Dennoch tritt der Q7 im Juni ein schweres Erbe an. Denn von der ersten Generation konnte Audi gut eine halbe Million Exemplare verkaufen.  Das soll der grundsätzlich mit dem permanenten Allradantrieb ausgestattete und im slowakischen Bratislava produzierte Q7 mindestens wiederholen. Vor allem die Option, den Audi für 1.390 Euro vom Fünf- zum Siebensitzer aufzurüsten, macht ihn zum beliebten Kindergarten-Express der besseren Kreise. Und zum begehrten Partner aller Pferde- und Wassersportler. Wird er mit der 2.090 Euro Aufpreis kostenden Luftfederung bestellt, darf er bis zu 3.500 Kilogramm auf den Haken nehmen. Wer den als Extra ordert, bekommt eine Rückfahrhilfe fürs Gespannfahren gleich mit dazu.

Nach dem Einstieg stellt sich schnell wohliges Audi-Feeling ein. Alles da, alles drin, und vor allem dort, wo man es erwartet. Das Ambiente-Licht illuminiert den Innenraum in unterschiedlichen Farben, auf Wunsch auch changierend. Das gefällt dem chinesischen Kunden besonders, aber auch die Enkel von Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg hätten daran ihre Freude, wird berichtet. Die Schalttafel ist schmeichelnd eingekleidet, fasst sich gut an, und sieht mindestens ebenso gut aus. Hochwertig, perfekt verarbeitet und dank umfangreicher Gestaltungsoptionen sehr individuell herzurichten.

Digitales Cockpit mit frei wählbarer Anzeige

Auf Wunsch gibt es das digitale Cockpit mit frei wählbarer Anzeige der Daten und Wegweisungen, die zahlreich vorhandenen Assistenzsysteme lassen sich teils ohne Umwege über die Menüs auf dem Monitor oben auf dem Armaturenbrett steuern. Neben den bekannten Helfern gibt es auf Wunsch einen Wächter, der beim Rückwärtsausparken vor Querverkehr oder beim Türöffnen vor Vorbeifahrern warnt und serienmäßig den City-Notbrems- sowie den Effizienzassistenten. Der nutzt die Daten des Navigationssystems um nützliche Hinweise für eine verbrauchsoptimierte Fahrweise zu geben. "Bitte Fuß vom Gas, Kurve" zeigt er etwa an, wenn eine scharfe Kehre voraus oder die nahende Autobahnausfahrt ohnehin zur Temporeduzierung zwingt. In Verbindung mit dem adaptiven Geschwindigkeitsregler ACC bremst und beschleunigt der Q7 sogar autonom. Die Serpentinenstrecke aus dem Rhonetal hinauf in das walisische Skiressort Verbier ließ sich so meistern, ohne dass jemals das Gas- oder Bremspedal berührt hat werden müssen.

Außerdem ist auf Wunsch der Stauassistent mit von der Partie, der bis Tempo 65 den Q7 im stockenden Verkehr nicht nur bis zum Stillstand abbremst und wieder beschleunigt, sondern sich an den umgebenden Fahrzeugen sowie den Fahrbahnmarkierungen orientierend auch autonom die Spur hält. Erst nach Aufforderung, wenn sich Rechner und Sensoren überfordert fühlen, muss der Fahrer wieder die Hände ans Lenkrad nehmen und in die Pedale treten. Willkommen in der Zukunft.

Dabei will man das kleine Lenkrad gar nicht loslassen, charmant schmiegt es sich in die Hände, die Position am Volant kann mit der optionalen elektrischen Verstellung der Sitze schnell und wunderbar passend eingestellt werden. Und dann überrascht der Q7 mit einer Übersichtlichkeit und Agilität, die man seiner Statur nicht zutraut. Leichtfüßig, überschaubar und wankstabil lässt er sich um die Kurven lenken, zumindest die Luftfederung (das Stahlfahrwerk stand für Probefahrten nicht bereit) bleibt dabei in allen Situationen überaus komfortabel. Kurskorrekturen sind kaum nötig, stur bleibt der Audi in der Spur. Dabei hilft gewiss die Allradlenkung, die für 1.150 Euro angeboten wird und die hinteren Räder bei niedrigem Tempo im Gegensinn, bei höheren Geschwindigkeiten dagegen gleichsinnig zu den Vorderrädern bewegt. Dies verkleinert den Wendekreis von 12,4 auf 11,3 Meter, im Parkhaus und in engen Altstadtgassen bereut diese Investition keiner. Auch bei schnellen Spurwechseln auf der Autobahn gewinnt der Q7 aufgrund der verringerten Gierneigung der Karosserie an Stabilität.

Konsequente Bemühungen um Leichtbau

Dies rührt allerdings auch von den konsequenten Bemühungen um Leichtbau her. Die clevere Kombination von hochfesten Stählen und Aluminium hat den Q7 um 325 Kilogramm leichter gemacht, in seiner Klasse markiert er mit minimal 2.045 Kilogramm einen Bestwert. Das steigert die Spurtstärke beider Antriebe. Der 245 kW / 333 PS starke Benziner (62.900 Euro) schafft den Standardsprint in 6,1 Sekunden und erreicht 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. 440 Nm Drehmomentspitze bietet er an, sein Verbrauch liegt bei 7,7 Liter auf 100 Kilometer.

Der Diesel (60.900 Euro) kommt mit 200 kW / 272 PS in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und schafft 234 km/h Spitze. Nach Norm verlangt er 5,7 Liter Treibstoff je 100 Kilometer, sein Drehmoment von 600 Nm (schon ab 1.500/min) macht ihn subjektiv empfunden noch agiler. Der Normverbrauch wird mit 5,7 Liter Diesel angegeben. Die Versionen mit sieben Sitzen sind beim Beschleunigen 0,2 Sekunden langsamer, ihr Verbrauch fällt um bis zu 0,2 Liter Kraftstoff höher aus. Beide Maschinen werden mit der achtstufigen Automatik kombiniert, arbeiten laufruhig und leise, manch einen würde ein etwas sportlicher Motorklang gewiss nicht stören.

Der neue Q7 mischt die Oberklasse der Premium-SUV auf. Mit durchzugsstarken, verbrauchsgünstigen  Motoren, ansprechendem Fahrverhalten, eindrucksvollen Assistenzsystemen und einem vorzüglichen Raumangebot vereint er alle Tugenden, die von einem Premium-SUV der High-Tech-Klasse erwartet werden. Den Konkurrenten aus Stuttgart und München ist er mehr als eine Nasenlänge voraus. Allein die Preispolitik der Ingolstädter schmerzt. Wer sich vielleicht für die große Lederausstattung für rund 11.000 Euro, die Assistenzpakete für etwa 7.000 Euro, das Bang und Olufsen-Soundsystem für knapp 7.000 Euro und ein paar andere satt zu bezahlende Kleinigkeiten entscheidet, muss deutlich mehr als 100.000 Euro locker machen.

Etwas günstiger wird es, wenn im Herbst zwei weitere Mitglieder der Q7-Familie debütieren. Ein Effizienz-Diesel mit 218 PS/160 kW Leistung und nur 5,5 Liter Verbrauch sowie ein Zweiliter-TSI stehen in der Warteschleife, werden dann für deutlich unter 60.000 Euro zu haben sein. Die Technik-Speerspitze der Baureihe kommt dann Anfang 2016 auf die Straßen, der Q7 e-tron, ein Plug-in-Hybrid, dessen Batterie für mehr als 50 Kilometer Reichweite gut ist und dessen 373 PS Systemleistung bei einem Normverbrauch von 1,7 Liter Benzin für noch eindrucksvolleren Fahrleistungen sorgen werden. Die halbe Million zu knacken, das sollte dem neuen Q7 daher gar nicht schwer fallen.

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