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Fahrbericht

Der Skoda Superb erkundet Neuland

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Wer dem Skoda Superb das gewisse Etwas verpassen möchte, wählt den Scout.
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Skoda läuft. Gerade im Flottenbereich. An Vielfalt fehlt es hier und da noch. Mit dem Superb-Facelift kommt nun eine robuste Variante hinzu.

Von Michael Blumenstein/Autoflotte

Es ist nicht neu, einen Kombi höherzulegen, ihn mit etwas Plastik zu beplanken und einem markanten Namenszusatz zu versehen. Volvo und Audi machten es vor. Mittlerweile hat fast jeder solch ein Robust-Modell im Portfolio. Beim einen passt es besser, beim anderen eher weniger. Der Skoda Superb Scout gehört zu den ersteren.

Stimmig wirkt der Auftritt aus 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit, Kunststoff an Radhäusern sowie Schwellern und kräftiger Front- und Heckschürze. Dass er im Gelände wirklich mehr kann als das Serienpendant, ist klar, die Bodenfreiheit macht den Unterschied. Denn beim Allradantrieb und der Bereifung ist der Superb Scout eben auch nur ein Skoda Superb. Lamellenkupplungen verteilen die Kraft maximal paritätisch zwischen Vorder- und Hinterachse. Eine Torque Vecotring-Funktion – also eine weitere Drehmomentverteilung zwischen rechtem und linkem Hinterrad – gibt es hingegen ebenso wenig wie eine Sperre für noch mehr Offroad-Performance. Macht nichts. Sieben Vorwärtsgänge werden mittels Doppelkupplungsgetriebe sortiert, die 190 PS und 400 Newtonmeter auf die vier 18-Zoll großen Alufelgen verteilen. Die gehören zum Serienumfang des gut ausgestatteten Superb Scout, den es ab sofort zu einem Miniaufpreis (im Vergleich zu den Normalmodellen) ab 38.800 Euro netto gibt.

In China beliebt

Übrigens: Weltweit hat Skoda knapp 1,3 Millionen Superb seit 2002 verkaufen können. Die meisten werden aktuell in China abgesetzt, gefolgt von Deutschland, Großbritannien und Polen. 82 Prozent der Kunden sind Gewerbetreibende, die in Deutschland zu 90 Prozent auf das riesige Kombiheck vertrauen, in das 660 Liter passen. Der Diesel ist nicht nur in Deutschland der gefragteste Antrieb. Auch im Rest der Skoda-Welt werden 68 Prozent vom Selbstzünder befeuert. Und sogar 17 Prozent vertrauen auf die Kombination aus DSG und 190 PS mit Allradantrieb. Grund genug, uns genau diese Kombination genauer anzusehen.

Dass es sich um das Faceliftmodell handelt, sehen nur eingefleischte Skoda-Fans. Neue LED-Nebellampen, die gleichzeitig auch in die Kurven leuchten und das erstmals bei Skoda erhältliche Matrixlicht (Serie beim Scout, sonst 3.850 Euro in Zwangskombination mit dem Paket Business Columbus) sind die auffälligsten Neuerungen, die der Superb fortan besitzen kann. Von hinten prangt stolz der Skoda-Schriftzug nun auf der Heckklappe.

Tadellose Verarbeitung

Innen geht es nach wie vor so geräumig zu, dass man sich fragen muss: wer braucht den Platz? Selbst Zwei-Meter-Leute können die Beine übereinanderschlagen – macht das wirklich jemand? Die Verarbeitung ist tadellos. Pedanten würden die fehlende Fensterrahmenverkleidung bemängeln, bei der nun die Karosseriefarbe durchschimmern – zu einem 50.000-Euro-Auto will das nicht ganz passen. Der Fahrersitz ist zu hoch montiert, was einem das Gefühl vom Drauf- und nicht Drinsitzen gibt. Die elektrische Sitzverstellung hat damit sicherlich zu tun hat – die ist beim Scout auf der linken Seite eben auch serienmäßig. Der Seitenhalt ist der mit Alcantara bezogenen Fauteuils ist hingegen in jedem Fall eher gering.

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Denn wer möchte, scheucht das fast Vier-Meter-Gefährt flott um die Ecken. Dank Allradantrieb ist Traktion stets vorhanden, dank Zweiliter-Diesel mit 400 Newtonmetern Kraft ebenfalls. Schön, dass die Abstimmung des adaptiven Fahrwerks (714 Euro) gut gelungen ist. Zwischen Komfort bis Sport ist die Spreizung deutlich und jeder Modus für sich ist gut fahrbar und spiegelt das wider, was man erwartet. Vielleicht auch dank der Höherlegung gehört der Skoda Superb Scout zu den komfortabelsten Mittelklasse-Fahrzeugen – gut gemacht. Das Doppelkupplungsgetriebe agiert penibel, schnell und hat meist den passenden Gang eruiert. In 8,1 Sekunden hastet der 140-kW-Scout auf Tempo 100, um erst bei etwas mehr als 220 km/h gegen den Wind zu verlieren, drei km/h früher als beim Normalmodell. Der Diesel ist mit einem WLTP-Verbrauch von 6,6 Litern angemessen im Verbrauch und angenehm im Ton, gehört aber nicht zu den leisesten, und Windgeräusche um die kantigen Außenspiegel säuseln einem ein kleines Lied. Das ist phänomenal überstimmbar, wenn die Canton-Lautsprecher (454 Euro) gewählt werden. Ein ausgewogener, starker Klang mit viel Anpassungsmöglichkeiten.

ACC passt auf Wunsch die Geschwindigkeit an 

Die Bedienung dessen gelingt über das große Infotainmentsystem bedingt gut. Für manche Funktionen sind Tasten einfach schneller und weniger ablenkend zu nutzen. Den einzigen Vorteil den das große Digitaldisplay im Kombiinstrument bietet, ist das Anzeigen der Navikarte direkt vor der Nase. Ein Head-up-Display gibt es wiederum nicht. Dafür haben die Tschechen bei den Assistenzsystemen einen draufgepackt. Fußgängerschutz und Abstandsradar ACC sollen nun zu den Besten gehören. Das ACC übernimmt nun (wenn der Fahrer es möchte) die Geschwindigkeit direkt von den Verkehrsschildern. Ob das wirklich den Fahrfluss verbessert, sei dahingestellt.

So ist der Skoda Superb Modelljahr 2020 verständlicherweise der beste Superb in der nun 17-jährigen Modellhistorie. Meckerpotenzial besitzt er kaum, was wohl seinen Erfolg ebenso ausmacht, wie das schier unerschöpfliche Platzangebot. Wer dem Superb das Gewisse Etwas verpassen möchte, wählt den Scout – das bessere SUV, das nicht danach aussieht und die Nachteile der Trend-Hochbeiner nicht übernommen hat.

Technische Daten Testfahrzeug Skoda Superb Scout 190 PS TDI:

Zylinder/Hubraum: 4 / 1.968

Getriebe: 7-Gang-DKG

Höchstgeschwindigkeit: 221 km/h

Sprint von 0 auf 100 km/h: 8,1 s

Drehmoment: 300 Newtonmeter ab 1.900

Verbrauch: WLTP 6,6/174 g/km

Ladevolumen: 660 – 1.950 Liter

Abmessungen: 4.856 x 1.864 x 1.477 mm

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