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Fahrbericht Fiat 500 X Sport

Aus dem Fitness-Studio

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Der "Sport" verfügt serienmäßig über mächtigere Seitenschweller und etwas breitere Kotflügel.
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Sport-Versionen liegen im Trend, jetzt hat auch Fiat den 500 X ins Fitness-Studio geschickt. Mehr Muskeln gibt's zwar nicht, dafür aber einen strafferen Unterbau und eine direktere Lenkung.

Von Michael Gebhardt

In ist, wer drin ist – und zwar im Fitnessstudio. Zumindest wer auf den angesagten Szene-Partys oder im Instagram-Netzwerk etwas hermachen will, braucht nicht mit Wampe auftreten, gefragt sind starke Arme, breites Kreuz und am besten noch ein Waschbrettbauch. Ein Trend, der sich auch in der Autoindustrie breitmacht: Immer mehr Hersteller versuchen die Kundschaft mit sportlich angehauchten Modellen zu locken. Über alle Klassen hinweg: Hyundai beispielsweise hat soeben auf der IAA seinen neuen City-Zwerg i10 auch gleich als dynamisches N-Line-Modell ausgestellt – und Fiat schickt zukünftig sein Kompakt-SUV 500X durchtrainiert auf die Straße. Erhältlich ist der mit 4,27 Meter Länge an der Grenze zum Kompakt-Segment kratzende 500X Sport ab Ende September, die Preise beginnen bei 19.739 Euro netto.

Bislang hatten Fiat-500-X-Kunden die Wahl zwischen den Ausstattungs-Linien Urban und Cross, die wahlweise eine eher städtisch oder ländlich verortete Klientel ansprechen wollen. Die neue Sport-Line unterscheidet sich von ihren Geschwistern vor allem durch den ihr vorbehaltenen, roten Trainingsanzug mit titangrauen Akzenten an den Türgriffen, im Kühlergrill und am Heck. Dazu kommen serienmäßig mächtigere Seitenschweller und etwas breitere Kotflügel, eine Heckschürze in Diffusor-Optik, ein verchromter Doppelrohr-Auspuff und Voll-LED-Scheinwerfer.

Wer nicht auf Rot steht, kann den 500 X Sport auch in Weiß, Grau, Blau oder Schwarz ordern, zusätzlich gibt es auf Wunsch ein schwarzes Dach. Optional stehen auch 19-Zoll-Räder mit 225er-Reifen zur Wahl, serienmäßig fährt der 500 X Sport mit 18-Zöllern vor. Optionale 19-Zoll-Schlappen vom Haus-Tuner Mopar mit individuell anpassbaren Farb-Einsätzen sollen im kommenden Jahr folgen. Innen drückt Fiat die Sportlichkeit unter anderem durch den schwarzen Dachhimmel, ein spezielles Design des Bordcomputers im Kombiinstrument, einen Alu-Schalthebel, das Leder-Sportlenkrad und neue Sitzbezüge aus.

Während zumindest in den sozialen Medien die sportliche Optik völlig ausreicht, muss in der realen Welt auch etwas mehr Dynamik dahinterstecken. Um das zu erreichen, rückt Fiat den 500 X Sport um 13 Millimeter näher an den Asphalt als in der Urban-Ausstattung; die Bodenfreiheit sinkt dadurch auf knapp 17 Zentimeter. Außerdem gibt es eine präzisere Lenkung und eine überarbeitete Feder- und Dämpferabstimmung. Das Ziel ist klar, der 500 X soll noch fester auf der Straße liegen. Allerdings erkauft man sich diese Sportlichkeit mit einem reichlich straffen Unterbau, der vor allem kurze Stöße nur mäßig verdaut und auf schlechtem Asphalt zu hoppeln beginnt.

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Am dynamischsten ist man mit dem Top-Benziner unterwegs. Zwar braucht der 1,3-Liter-Turbo-Benziner (ab 22.092 Euro netto) mit 110 kW/150 PS und Doppelkupplungsgetriebe nach dem Tritt aufs Gas einen kurzen Moment, bis er den Befehl in Vorwärtsdrang umsetzt. Dann aber schiebt er das den 500 X mit 270 Newtonmeter Drehmoment ausreichend kräftig an, um jenseits der Stadtgrenze auch mal ein bisschen Spaß zu haben. Die in der Tat ziemlich direkte, wenn auch etwas zu leichtgängige Lenkung tut ihr Übriges. An den nackten Zahlen sieht man dem Fiat die Sport-Ausstattung dagegen nicht wirklich an, in Summe vergehen über neun Sekunden, bis der Tacho 100 km/h anzeigt. Die Vmax liegt bei Tempo 200, den Verbrauch gibt Fiat mit 6,1 Litern an.

Der optionale Allradantrieb entfällt

Wem es auf die Längsbeschleunigung weniger ankommt, dem stehen zwei weitere Motoroptionen zur Wahl. Ottoseitig gibt es noch einen kleineren Ein-Liter-Dreizylinder mit 88 kW / 120 PS, dazu kommt ein mit einem Durchschnitts-Durst von 5,1 Litern gar nicht mal so sparsamer Diesel mit 1,6 Liter Hubraum und 88 kW / 120 PS (ab 21.252 Euro netto). Letzterer kann ebenfalls mit dem Doppelkupplungsgetriebe geordert werden. Den ehemaligen Zweiliter-Top-Diesel (110 kW / 150 PS) hat Fiat aus dem Programm genommen – damit entfällt auch für den 500 X Sport die Option auf Allradantrieb. Den könnte das SUV durchaus vertragen, der große Benziner schart bei stärkerem Beschleunigen schnell mit den Vorderrädern am Asphalt.

Egal für welchen Motor man sich entscheidet, die Serienausstattung ist bei allen gleich: Sie umfasst beim 500 X Sport neben LED-Scheinwerfern auch Parksensoren am Heck, die Klimaautomatik, einen Tempomat, die Verkehrsschilderkennung, den Spurhalteassistent und ein Infotainment-System – allerdings mit einem verhältnismäßig kleinen 7-Zoll-Touchscreen. Immerhin: Smartphones lassen sich per Apple CarPlay oder Android Auto problemlos anschließen und auch die integrierte TomTom-Navigation hinterlässt einen guten Eindruck.

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