suchen
Fahrbericht Ford Transit und Tourneo

Ruhig mal runter vom Asphalt

11
1180px 664px
Ford baut seine Transit-Baureihe mit dem Trail (rechts) und Tourneo Active aus.
©

Ford macht seine Transit-Baureihe jetzt auch fit für Touren abseits befestigter Straßen. Mit den Versionen "Active" mit sperrbarem Differential und "Trail" auch mit Allradantrieb sollen außer den Firmenkunden auch Großfamilien und Freizeitsportler angesprochen werden.

Von Peter Maahn/SP-X

Wer nach berühmten Modellen von Ford gefragt wird, hat einen jahrelangen Bestseller sich nicht sofort im Kopf. Fiesta, Focus und natürlich der Mustang gehen leicht von der Zunge. Aber wem fällt da schon der Transit ein, der in diesem Jahr immerhin sein 55-jähriges Jubiläum feiern durfte. Zugegeben, ein bekanntes Nutzfahrzeug, das aber auch oft in privaten Händen landet – dann meist als Gebrauchter. Unvergessen die 70er-Jahre, als der Transit vom Volksmund in "Ford Türkspeed" umgetauft wurde, weil die damaligen Gastarbeiter bevorzugt in ihm vollbesetzt auf Heimaturlaub und wieder zurück rollten.

Die damaligen Reisenden würden heute einige abgelegene Ortschaften in der Türkei stressfreier erreichen. Denn für den Transit und die zivilen Kleinbus-Version mit Namen Tourneo erscheinen jetzt Ausstattungsvarianten, die sich vor allem abseits asphaltierter Wege wohl fühlen. Dabei kann es auch um Allradantrieb gehen, muss aber nicht. Denn für die Frontantriebs-Modelle der sogenannten Custom-Baureihe kommt ein kleines, aber feines Bauteil hinzu, das seinen Weg über die heißen Sportmodelle wie Fiesta ST oder Focus ST in die Nutzfahrzeuge geschafft hat.

Sicherer auf kritischem Belag

Das Sperrdifferential für die Vorderachse mit der Bezeichnung "mLSD" schaltet sich immer dann zu, wenn eines der beiden Vorderräder auf rutschigem Untergrund die Haftung verliert. Die Antriebskraft wird blitzschnell hin und her verteilt, ein Durchdrehen wird weitgehend verhindert. Bei alledem ist die rein mechanische Sperre mit dem elektronischen Schleuderschutz ESP vernetzt. Während das System bei den Sport-Pkw vor allem dazu dient, schneller und ohne Untersteuern aus Kurven heraus zu beschleunigen, sollen sich die künftigen Besitzer zum Beispiel der achtsitzigen Großraumlimousine Tourneo Active damit gefahrloser auf eher kritischem Belag bewegen können. Das gilt für Matsch und Schnee ebenso wie für extrem nasse Straßen.

Bildergalerie

Aber: Dadurch wird aus dem feinen Business-Shuttle noch lange kein lupenreiner Geländewagen. Dazu fehlt dem Tourneo neben einem vollwertigen Allradantrieb die Hochbeinigkeit. Das neue Sperrdifferential hilft aber durchaus dabei, sich aus Situationen zu befreien, in denen der normale Frontantrieb aufgeben muss. Durchaus interessant also für Freizeitsportler, deren Hobby nicht immer an befestigten Straßen startet. Mountainbiker oder Kanufahrer zum Beispiel.

Zudem verwöhnt die je nach Geldbeutel auch fein ausgestattete Sänfte mit moderner Technik im Motorraum. Sie nutzt einen Startgenerator anstelle einer Lichtmaschine, speichert die beim Verzögern entstehende Energie in einer 48-Volt-Batterie und versorgt so die elektrischen Nebenaggregate. Damit darf sich der Tourneo "Mild-Hybrid" nennen.

"Trail" ist echter Allradler

Der große Bruder des Tourneo, das lupenreine Nutzfahrzeug Transit mit dem Zusatz "Trail", ist dann ein echter Allradler. Der so angetriebene 3,5-Tonner ist frontal erkennbar an dem schwarzen Kühlergrill mit übergroßem Ford-Schriftzug im Stil der amerikanischen Pick-Up-Legende Raptor. Bei Fahrten in unwegsamem Gelände nördlich von München bewies er seine Fähigkeiten bei Schrägfahrten, durch tiefe Rillen oder vom Dauerregen aufgeweichte Waldwege. Der Amazon-Bote könnte mit ihm auch den Einsiedler im Nirwana eines Regenwalds beliefern, wenn sich die Online-Händler den Preis des Allradlers leisten wollen. Passen muss der 5,50 Meter-Riese allerdings in der Kletter-Disziplin zum Beispiel über Hindernisse wie Felsbrocken. Allradantrieb macht aus einem klobigen Transporter eben keinen Jeep oder Land Rover.

Die Segnungen der neuen Technik können mit verschiedenen Modellen der Transit-Familie genutzt werden, so auch dem kleineren Kastenwagen Transit Custom Trail, der gegen den klassischen VW-Bulli antritt. Zudem sind verschiedene Dachhöhen, Radstände oder Fahrerkabinen für die Nutzfahrzeug-Varianten möglich. Bestellbar sind die neuen Transit-Modelle ab sofort.

Bildergalerie




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Transporter:

Modellplaner



Fotos & Videos zum Thema Transporter

img

Peugeot e-Traveller (2021)

img

Ford E-Transit (2022)

img

Renault Kangoo (2021)

img

Renault Trafic Combi/Spaceclass (2021)

img

Marktübersicht Elektro-Transporter

img

VW Caddy (2021) - Fahrbericht


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Nissan Qashqai

Zwei Mal mit Hybrid

Kein Diesel mehr, dafür zwei unterschiedliche Hybrid-Varianten: Nissan setzt mit dem neuen Qashqai auf Elektroantrieb. Zumindest teilweise.


img
Fahrbericht Citroën C4

Kompakt, aber nicht konventionell

Citroën streicht den charakteristischen C4 Cactus aus dem Programm und führt wieder einen C4 ein. Wobei sich die Franzosen durchaus Mühe geben, markengemäß ein wenig...


img
Magna auf der CES

Strom für Trucker

Elektromobilität wird nicht nur bei Pkw immer wichtiger. Zulieferer wie Magna setzen auch auf Trucks und Pick-ups.


img
Personalie

Neuer Geschäftsführer bei PS Team

Seit Jahresbeginn bildet Chief Information Officer Denis Herth gemeinsam mit Marco Reichwein die neue Doppelspitze des Prozessdienstleisters.


img
Führungswechsel

Dekra mit neuen Deutschland-Chef

Nach dem Abschied von Clemens Klinke übernimmt Dekra Automobil-Geschäftsführer Guido Kutschera zusätzlich die Leitung der wichtigen Region mit insgesamt 13 Gesellschaften.