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Fahrbericht: Mercedes A 250

Navigieren mit Augmented-Reality

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Zwar fällt das Design der A-Klasse in der Neuauflage deutlich schärfer aus als bisher, doch versprüht er weiterhin ein Hauch Gewöhnlichkeit.
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Mit der neuen A-Klasse bringt Mercedes das hochtechnisierteste Fahrzeug aller Zeiten in die Kompaktklasse. Zeit, der VR-Brille auf Rädern auf den Zahn zu fühlen.

Von Max Friedhoff/SP-X

Wow: Was ein Innenraum. Das Highlight der neuen A-Klasse aus dem Hause Mercedes wartet definitiv erst nach dem Einsteigen auf Fahrer und Passagiere. Denn auch, wenn das Design des Stuttgarter Golf-Gegners in der kommenden Generation deutlich schärfer ausfällt als bisher, hängt in der Nähe des Fünftürers doch weiterhin ein Hauch Gewöhnlichkeit in der Luft.

Immerhin konnte durch einen längeren Radstand das Platzangebot im Innenraum vergrößert werden und auch der Kofferraum ist nun dank zweigeteilter Rückleuchten endlich vernünftig zugänglich und zudem um knapp 30 Liter auf deren 370 angewachsen.

Wie an Bord der E- oder S-Klasse

Doch bereits wenn man sich der neuen A-Klasse auf weniger als zwei Meter nähert, fällt der Blick wie von alleine durchs Fenster in ein Interieur, das in dieser Klasse zweifelsfrei seinesgleichen sucht. Zugegeben, unser Testwagen ist mit allem ausgestattet, was der Konfigurator hergibt und damit wohl keine adäquate Verkörperung einer typischen normalen A-Klasse auf deutschen Straßen, beeindruckend ist das, was wir hier vorfinden allerdings trotzdem.

Steigt man in der ersten Reihe zu, fühlt man sich gleich wie an Bord von E- oder gar S-Klasse. Dabei hält der 250 mit einem Basispreis von 36.450 Euro preislich einen deutlichen Abstand zu den größeren Verwandten. Günstigsten Modell der Baureihe ist der A 200 (120 kW / 163 PS) für 30.230 Euro, einziger Diesel der der A 180 für 31.400 Euro (85 kW / 116 PS).

Die Sitzposition mag zwar mehr der Kompakt- als der Oberklasse entsprechen, die hervorragend konturierten Sportsitze mit integrierter Kopfstütze unseres A 250 lösen aber jegliche Seitenhalt-Versprechen souverän ein.

Erstmal Platz genommen wandert der Blick über die Mittelkonsole mit Armauflage und Touchpad hinauf zur filigranen Klimasteuerung mit den drei darüberliegenden turbinenartigen Luftausströmern. Wer nun noch nicht gemerkt hat, dass man in einem aktuellen Mercedes sitzt, wird dies spätestens feststellen, wenn die Augen das Ausmaß des großen Widescreen-Bildschirms erfasst haben, der sich in der Breite über das halbe Armaturenbrett erstreckt und Tachoeinheit sowie Infotainment-Darstellung beinhaltet. Abgerundet wird der hervorragende erste optische Eindruck von feinen Ziernähten, Ambiente-Beleuchtung und einer breiten Alu-Leiste oberhalb des Handschuhfachs.



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Infotainment mit intelligenter Sprachsteuerung 

Natürlich bedarf es deutlich mehr Zeit, um den ganzen Umfang der "MBUX" (Mercedes Benz User Experience) getauften Infotainment-Einheit mit intelligenter Sprachsteuerung zu überblicken. Direkt vor dem Fahrer liegt also eine frei konfigurierbare Tacho-Darstellung, die sich über zwei Touchpads auf dem Lenkrad nach kurzer Eingewöhnung überraschend sicher bedienen lässt.

Alle Parameter des aktuellen Fahrzustandes lassen sich einblenden, dazu gibt es hochauflösende Navigationsdaten-Darstellungen und die wichtigsten Infos zu aktiven Fahrhilfen, auf die wir später noch eingehen. Im Großen und Ganzen ist das Funktionsprinzip bereits aus anderen Modellen der Marke oder auch von Audis "Virtual Cockpit" bekannt, schön anzusehen ist es aber nach wie vor.

Das Herzstück: Navigieren mit Augmented-Reality

Das Herzstück des MBUX ist der rechte Teil des im Serienumfang enthaltenen Widescreens im Innenraum der A-Klasse. Hier findet auch eines der spannendsten Features des Infotainments statt: Die Navigation mit Augmented-Reality-Einblendung. Fährt man auf eine Kreuzung zu, an der man abbiegen muss, öffnet sich die Frontkameradarstellung auf dem Display und virtuelle Pfeile leiten nett animiert auf den richtigen Weg. Ein Partytrick, der auch nach mehreren Stunden Fahrt nicht langweilig wird.

Apropos Fahrt: Natürlich kann man sich im A 250 auch ohne digitale Spielereien fortbewegen. Unter der Haube steckt ein Zweiliter-Turbobenziner mit 165 kW / 224 PS einem maximalen Drehmoment von 350 Newtonmetern und einem Normverbrauch von 6,5 Litern. Das Ganze ist an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt, welche die beiden vorderen Räder antreibt.

Das Triebwerk verrichtet seinen Dienst relativ unauffällig, lediglich im Volllastbereich kann die Geräuschkulisse etwas angestrengt wirken. Dabei ist auffällig, dass das Getriebe die Gänge zu lange hält und zu früh wieder runterschaltet, sodass nicht der ideale Drehmomentbereich genutzt wird. Die Leistung des A 250 ist allerdings mehr als ausreichend für den täglichen Bedarf und auch höhere Autobahntempi absolviert die A-Klasse mit Bravour.

Vor allem dort fühlt sich auch die Kombination aus Fahrwerk und Lenkung am wohlsten, die neue A-Klasse ist eher Cruiser als Sportler und erinnert mit dem sanften Nachschwingen auf Autobahnwellen an die großen Brüder aus Mittel- und Oberklasse. Verlässt man die Autobahn und begibt sich auf kurvigeres Terrain, offenbart sich die Schwäche der A-Klasse: Lenkung und Fahrwerk fühlen sich nicht harmonisch aufeinander abgestimmt an und besonders bei flotteren Lastwechseln entsteht eine recht große Tot-Zone in der Mittellage des Lenkrads.

Aktiviert man auf der Autobahn den Tempomat mit Spurhaltefunktion, übernimmt das Auto wie in deutlich teureren Fahrzeugen für rund 30 Sekunden das Steuer, bevor eine Warnung daran erinnert, dass man sich nicht in einem vollautonomen Auto befindet. Ein Druck auf den Blinkerhebel lässt die A-Klasse außerdem selbstständig die Spur wechseln. In Kombination mit den bereits erwähnten Komfort-Features ein extrem angenehmes Fahren. Nur noch die Massagesitze aktivieren und ganz lässig Kilometer abspulen. Entspannt.

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