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Fahrbericht Mercedes-AMG GT Roadster

Klappt auch offen

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Ende April 2017 kommt der Mercedes-AMG Roadster in Deutschland auf dem Markt.
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Ähnlich wie in der Porsche 911-Familie, wird es jetzt auch beim AMG GT von Mercedes langsam unübersichtlich. Die Schwaben schieben den vier geschlossenen Varianten des Sportwagens jetzt zwei offene Versionen hinterher. Das Plus an Frischluft muss man allerdings teuer bezahlen.

Von Wolfgang Wieland/SP-X

Die Mercedes-AMG-GT-Familie wächst weiter. Nach den unterschiedlich leistungsstarken Coupés GT, GT S, GT R, sowie der Rennversion GT3, kommen nun die Versionen GT und GT C als Roadster auf die Straße. Die beiden offenen Zweisitzer sind so etwas wie Jubiläumsmodelle, denn zwei runde Geburtstage gibt es bei der schwäbischen Marke zu feiern. Zum einen wurde genau vor 60 Jahren der legendäre 300 SL Roadster (W198) auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt und AMG selbst feiert 2017 seinen 50. Jahrestag. Das dann offizielle Jubi-Modell nennt sich allerdings Edition 50. Die Preise starten bei 129.180 Euro für den GT Roadster mit 350 kW / 476 PS, für den stärkeren GT C Roadster mit 410 kW / 557 PS muss man mindestens 160.650 Euro auf den Tisch des Händlers legen. Der Aufpreis zur geschlossenen Version beträgt rund 12.000 Euro.

Eigentlich sind die beiden Oben-ohne-Flitzer ja gar keine Roadster in engeren Sinne, denn nach einer solchen Definition ist ein Roadster ein extrem leichter, zweisitziger Sportwagen ohne klappbares Verdeck, bei dem der Fahrspaß zu Lasten des Komforts optimiert wurde. Mit mindestens 1.670 Kilogramm Leergewicht kann von Leichtbau beim Frischluft-GT sicherlich nicht die Rede sein, das dreilagige, in den drei Farben beige, rot und schwarz erhältliche Stoffverdeck öffnet und schließt komfortabel auf Knopfdruck in elf Sekunden und das bis zu einem Tempo von 50 km/h. Und die umfangreichen und teilweise auch sehr kostspieligen Sonderausstattungsoptionen, die wir in der 52-seitigen Preisliste finden, machen die Open-Air-Affalterbacher zudem zu äußerst komfortablen Racern. Die beiden offenen GTs sind also auch nur einfach Cabriolets.

Das Auge fällt sofort auf den markanten Panamericana-Kühlergrill, den wir ja schon vom GT3-Kundensport-Rennwagen kennen. Die 15 verchromten, senkrecht gestellten Streben sehen toll aus, zwei Elektromotoren öffnen und verschließen zudem die Lufteinlässe in der Frontschürze. Der GT C katapultiert sich und seine Begleiter in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 316 km/h. Kein Wunder, muss eine Pferdestärke doch nur knapp drei Kilo GT beschleunigen.

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Rennsport-Sound

Zum Anlassen des Vierliter-Doppelturbo-Triebwerks wird der Startknopf in der Mittelkonsole gedrückt. Mit einem gewaltigen V8-Bollern werden die beiden Insassen des Zweisitzers begrüßt und vielleicht auch der eine oder andere Nachbar geweckt. Der rennsportliche Sound kommt aus den beiden verchromten, parallelogrammförmigen Endrohren des Auspuffs. Schon macht sich bei uns gasfußzuckendes Ganzkörpergänsehautgefühl breit. Aber wo steckt eigentlich der Gangwählhebel? Der wurde ergonomisch so unsinnig weit hinten zwischen den Sitzen positioniert, dass man nach kurzem Stutzen fast schon lachen muss, denn an der eigentlich gedachten Stelle findet man nun zwei ziemlich große Cupholder – der zahlungskräftigen und –willigen US-Kundschaft sei Dank.

Wir starten also nicht nur vor Freude breitgrinsend den Boliden. Dank des Front-Mittelmotors mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Bauweise ist die Gewichtsverteilung schön ausgeglichen, nahezu perfekte 47 zu 53 (vorn/hinten). Das sorgt vor allem in schnell gefahrenen Kurven für extrem viel Fahrspaß, da auch die hervorragend ausgeformten Sportledersitze einen immer schön in Position halten. Und auch bei äußerst schnell gefahrenen, kurvenreichen Strecken zeigt das heckgetriebene GT C Cabrio keinerlei Schwächen, denn nur hier gibt es die aktive Hinterachslenkung, die beim normalen GT Cabrio auch nicht für Geld und gute Worte zu haben ist. Dank des serienmäßigen und sauber schaltenden Getriebes mit klangoptimierender Zwischengasfunktion, sowie zahlreichen, aber aufpreispflichtigen Fahrerassistenzsystemen ( von 535 bis 1.047 Euro), sowie Rückfahrkamera (476 Euro), Parkhilfe (833 Euro) & Co. kann man sich mit voller Freude auf die nahezu perfekte, elektromechanische Sport-Parameterlenkung konzentrieren.

Trotz aller Sportlichkeit können der PS-Giganten aber auch im Alltag bewegt werden. Der Kofferraum ist zwar mit 165 Litern selbstredend viel zu klein für längere Reisen, aber für den Wochenendtrip zu zweit mit jeweils einer kleinen Tasche sollte es schon reichen.

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