suchen
Fahrbericht: Opel Insignia GSi

Sportliches Flaggschiff

7
1180px 664px
Opel belebt das GSi-Label neu.
©

Opel haucht dem Markenzeichen GSi wieder Leben ein. Der neue Insignia mit dem klassischen Sportkürzel bringt 191 kW / 260 PS auf alle vier Räder, ist 250 km/h schnell und mit fast 48.000 Euro derzeit teuerstes Modell mit dem Opel-Blitz.

Von Peter Maahn/SP-X

Nicht nur die Älteren erinnern sich an den ständigen Zweikampf zwischen VW und Opel, zwischen GTI und GTE. Brave Alltagsautos im dezenten Sportdress, in den Siebzigern noch mit aus heutiger Sicht bescheidenen Leistungen wie 110 PS beim Golf GTI oder 115 PS beim Opel Kadett GTE. Drei Buchstaben als I-Tüpfelchen für all jene, die eben etwas mehr wollten. Aus "GTE" wurde bei Opel "GSi". Beim heutigen Flaggschiff Insignia hieß das Sportabzeichen in dessen erster Generation schließlich OPC und hatte Allradantrieb, ein Triebwerk mit 2,8 Liter-Sechszylinder und 239 kW / 325 PS. Das war einmal.

Wo der Hammer hängt

Der Sportler der aktuellen Insignia-Familie heißt nun wieder GSi, ist mit 191 kW / 260 PS und seinem Zweiliter-Vierzylinder auf dem Papier zwar deutlich schwächer. Auf der Straße aber zeigt er seinem Vorgänger in allen Disziplinen, wo der neue Hammer hängt. Er war bei Testfahrten auf der berühmten Nordschleife des Nürburgrings zwölf Sekunden schneller. Nicht wirklich wichtig für künftige Besitzer, aber immerhin ein Hinweis darauf, was der neue Insignia GSi könnte, wenn er denn müsste und der Fahrer wollte.

Damit die Potenz anderen nicht verborgen bleibt, haben die Opel-Designer unter Chef Mark Adams Front- und Heckpartie des zivilen Insignia leicht, aber wirkungsvoll verändert. Die größeren, senkrecht stehenden Lufteinlässe vorn sind ebenso chromumrandet wie die Auspufföffnungen, das Heck wird zusätzlich von seitlichen Auslässen geprägt.

Innen erwartet den Fahrer ein unten abgeflachtes Sportlenkrad, Aluminiumpedale und ein auffallender neuer Sitz, dessen hochgezogene Lehne mit der Kopfstütze verwachsen ist. Durch die seitlichen "Ohren" oberhalb der Schulterhöhe erinnert der Sessel mit etwas Phantasie an eine aufgerichtete Königskobra in Kampfstellung. Aber keine Sorge, in Summe gibt sich der Insignia GSi eher souverän gediegen als aggressiv.

Bildergalerie

Testfahrt in der Provence

Erste Testfahren am Rande der französischen Seealpen: Die Provence überrascht mit dickem Schneetreiben und matschig-eisigen Fahrspuren. Ideales Terrain für den Insignia, seinen klugen Allradantrieb, seine elektrisch unterstützte Lenkung und sein Paket an Helfern wie Abstandsradar, Spurhalte- oder Notbremsassistent.

Der Tanz um die engen Ecken oberhalb von Avignon fordert bei aktivierter Sporttaste die serienmäßige Achtgang-Automatik zum Hochdrehen der Gänge auf. So wird der Turbobenziner in den Bereich gezwungen, in dem sich die Durchzugskraft von 400 Newtonmetern so richtig entfaltet. Der Knopfdruck befördert den Insignia zudem akustisch in eine andere Tonlage: Er kann’s auch brummig und röhrend, wenn es sein Eigner so will.

Wobei hier die Diesel-Alternative des neuen GSi ins Gespräch kommt, die schon bei niedrigen Drehzahlen ihre beeindruckenden 480 Newtonmeter aktiviert. Der 154 kW / 210 PS starke Zweiliter-Vierzylinder mit Doppelturbo, der bei Bedarf auch richtig flott sein kann (233 km/h), wird aber wegen aktueller Dieselpanik für viele Käufer wohl nur zweite Wahl sein. Schade eigentlich, ein richtig modernes Triebwerk.

Starke Bodenhaftung

Wie schon beim ganz normalen Insignia überzeugt das Opel-Fahrwerk, harmoniert mit dem Allradantrieb und sorgt auch auf widrigem Geläuf für bestmögliche Bodenhaftung. Ein Stärke, die schon den Vorgänger auszeichnete. Da sich aber kaum ein künftiger Nutzer für das Austoben auf abgesperrten Rennstrecken interessiert, liegt der GSi-Spaßfaktor in der Mischung aus Alltagstauglichkeit dank Platz und Komfort und eben der hohen, aber stets beherrschbaren Leistung. Heute der König der linken Spur, morgen Kapitän des Papamobils auf dem Weg zur Kita oder zum Kindergeburtstag.

Wobei das Konto eines Interessenten (Opel erwartet in der Mehrzahl männliche Kunden) gut gefüllt sein sollte. Die Serienausstattung ist zwar großzügig, bietet zum Beispiel LED-Matrix-Scheinwerfer, Achtgangautomatik oder Navigationssystem. Aber die Preisliste lockt zur Völlerei: Feines Leder, das ganze Paket an Assistenzsystemen, der erwähnte Super-Sitz und vieles mehr können den schon recht ambitionierten Grundpreis von 47.000 Euro leicht über die 50.000-Euro-Marke liften. Wer seinen GSI komplett ausrüsten will, hat schon die nächste Zehntausender-Grenze im Blick.

Ob der Normalverdiener unter den Opel-Fans da mitgehen will und kann? Verkaufschef Jürgen Keller rechnet zwar mit einem Anteil des GSi am Insignia-Kuchen von unter zehn Prozent, sieht aber Steigerungspotenzial. "Gerade die Kunden unseres Flaggschiffs wollen sich ihr Auto oft individuell ausstatten und konfigurieren. Das wird sich auch auf den GSi auswirken."

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Fahrbericht:

Modellplaner


Autoflotte Flottenlösung

Opel Automobile GmbH Firmenkundencenter


Tel: 0180 5 8010 (0,14 €/Min aus dem dt. Festnetz; Mobilfunkhöchstpreis 0,42 €/Min)
Fax: 0180 5 8011 (0,14 €/Min)

E-Mail: info@opel-firmenkundencenter.de
Web: www.flottenloesungen.de


Fotos & Videos zum Thema Fahrbericht

img

Fahrbericht Ford Fiesta Active 1.0 l Ecoboost

img

Suzuki Swift Sport (2019)

img

Mercedes Sprinter

img

Range Rover P400e Plug-in-Hybrid

img

Mini Cooper S

img

Fahrbericht Toyota Land Cruiser


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2018 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Telematik-Versicherungstarife

Das Gewissen fährt mit

Zackig um die Kurve, mit etwas zu viel Tempo durch die Stadt, ständig in die Eisen, weil man wieder zu dicht aufgefahren ist: Wer so fährt, lebt gefährlich. Und...


img
Neuer Abo-Service von Cadillac

"Extrem große Nachfrage"

Seit Juni bietet Cadillac in München Premiummodelle und Sportwagen im Abo an. Die US-Amerikaner treffen damit offensichtlich den Zeitgeist, wie die ersten Reaktionen...


img
Analyse

Das sind die wertstabilsten Fahrzeuge 2018

Drei Klassensiege jeweils für Porsche und BMW/Mini. "Auto Bild" und Schwacke haben zum 15. Mal die Pkw mit dem besten Werterhalt ermittelt.


img
Rolls-Royce Cullinan

Ein Diamant fürs Grobe

Ein praktisches "All-Terrain-Fahrzeug" mit jeder Menge Luxus soll der neue Rolls-Royce "Cullinan" sein. Autoflotte hat sich das Edel-SUV bei der Deutschlandpremiere...


img
Innogy "eBox"

Neue Ladestation für Elektroautos

Die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist eine der großen Herausforderungen für die Elektromobilität. Innogy will mit der "eBox" Abhilfe schaffen.