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Fahrbericht Toyota Yaris (2020)

Ein feines Stück Technik

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Der neue Toyota Yaris kommt im September in die Showrooms.
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Mehr als zwei Jahrzehnte ist der Toyota Yaris bereits erfolgreich unterwegs. Nun startet die vierte Generation des kleinen Japaners. Diese fällt ähnlich kurz, aber geräumiger aus als das Vorgänger-Modell.

Von Patrick Broich

Da steht er nun – der Toyota Yaris der vierten Generation. Und er bleibt sich treu als besonders kurzer Vertreter seines Segments, trumpft also mit nahezu gleicher Außenlänge (3,95 Meter) bei der Parkplatzsuche in der Stadt auf. Allerdings gibt es fünf Zentimeter mehr Radstand, um gewachsenen Raumansprüchen der Kundschaft Rechnung zu tragen. Außerdem rollt er satter, weil vier Zentimeter flacher an, während die Breite um fünf Zentimeter anwuchs.

Auf den ersten Blick wirkt der neue Yaris selbstbewusst eingepreist, startet er doch bei wenigstens 13.270 Euro netto für den Einliter mit 53 kW / 92 PS, während die üppig ausstaffierte "Premier Edition" als 85 kW / 116 PS starke Hybrid-Variante mit 21.672 Euro netto zu Buche schlägt. Allerdings kommt schon die Basis alles andere als mager daher. Umfangreiche autonome Bremsfunktionen inklusive Fußgänger-Erkennung und Kreuzungsassistent, zahlreiche connected Services und sogar ein adaptiver Tempomat sind inklusive. Die gemittelten Verbräuche pendeln sich je nach Version zwischen 2,8 und 5,1 Litern je 100 Kilometer ein.

Da der Verkaufsanteil der Einliter-Variante hierzulande nicht einmal zehn Prozent betragen soll, hat Toyota auf deren dynamische Präsentation gleich verzichtet – demnach starten wir mit dem 1,5 Liter großen Benziner (92 kW / 125 PS), dessen Volumen die Ingenieure übrigens ebenso aus drei Töpfen generieren. Und neben einer CVT-Automatik bietet Toyota ein manuelles Sechsgang-Getriebe, um die fahraktiven oder preissensiblen Interessenten bei der Stange zu halten.

Im Innenraum vermittelt der Yaris ein gutes Raumgefühl – jedenfalls gilt das für die erste Reihe. Im Fond fällt das Platzangebot trotz gewachsenen Randstands nicht üppiger aus als beim Vorgänger, der Radstandgewinn wirkt sich gänzlich auf den Platz vorn aus. Produktspezialist Marvin Inden-Lohmar erklärt das mit den Bedürfnissen der Klientel, die selten mit mehr als zwei Insassen unterwegs sei. Insofern geht die Kniefreiheit hinten zwar Ordnung, wer häufig weitere Reisen mit mehr als zwei Personen bestreitet, hat Alternativen.

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Munterer Motor

Der dezent sirrenden Dreizylinder ist ein feines Stückchen Maschinenbau. Der Benziner schiebt den Eintonner munter, wenngleich nicht ungestüm an und reicht für diverse Anwendungen. Mit dem leistungsverzweigten Hybridstrang (85 kW / 116 PS) gibt es ein bisschen weniger Kraft bei rund einhundert Kilogramm mehr Gewicht, aber dennoch fährt der mit zwei Triebwerken ausgerüstete Japaner recht souverän. Das mag nicht zuletzt am kräftigen Drehmoment (141 Newtonmeter) der E-Maschine liegen, die beflissen mithilft, den Kleinwagen zu beschleunigen.

Grundsätzlich werkelt unter dem Blech die gleiche Technik wie bei den früheren Toyota-Hybriden: Verbrenner und E-Aggregat hängen – vereinfacht ausgedrückt – gemeinsam an einem Planetengetriebe, was geschmeidiges elektrisches Anfahren erlaubt und keinerlei Rucke bei der Übersetzungsveränderung zur Folge hat. Zwar verrät Toyota nicht die Kapazität der inzwischen auf Lithium-Ionen-Technik umgestellten Batterie, aber Ingenieur Keisuke Morisaki von der europäischen Toyota-Zentrale erklärt, dass das lautlose Aggregat mehr booste als früher und gut sei für zwei Kilometer rein elektrische Fahrt, die in der Spitze bis zu 130 km/h schnell werden kann.

Zum Schluss noch ein Wort zu den ästhetischen Belangen: Der Toyota Yaris ist zwar ein waschechter Südfranzose, zumindest ist sein Design in Nizza entstanden. Produziert wird der Kleinwagen im (nord-)französischen Valenciennes. Im Vergleich zu anderen asiatischen Marken bleibt Toyota aber dem japanisch angehauchten Stil treu, leistet sich etwas mehr Schwung in der Linienführung, als das bei hiesigen Gestaltern der Fall wäre. Jedenfalls ist der neue Toyota Yaris ein Charakter-Kleinwagen, präsentiert sich klar positioniert mit seiner betont kompakten Außenhaut. Viel Technik macht die neue Generation interessant, und das bezieht sich keineswegs bloß auf die umfangreiche Fahrerassistenz.

Beim Infotainment hat Toyota draufgelegt, bietet jetzt sogar ein Head-up-Display, das die Informationen gleich in die Windschutzscheibe projiziert und nicht auf ein billig wirkendes, kleines Plexiglas-Scheibchen. Mechanische Anzeigenadeln sind Schnee von gestern, der Yaris präsentiert Drehzahl und Tempo per Display. In der Mitte des immer noch in klassischer "Tachometer"-Manier gestylten Kombiinstruments prangt ein fein integrierter Multifunktionsbildschirm, um den Achtzöller auf der Mittelkonsole zu unterstützen. Dass der Yaris auch mit umfangreichen Navigationsfunktionen sowie einer Smartphone-Integration aufwartet, bedarf keiner Diskussion.

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