suchen
Infrastrukturabgabe

EU-Maut auch für Lieferwagen geplant

1180px 664px
Bundesverkehrsminister Scheuer plant eine EU-Maut auch für Lieferwagen.
©

Vor dem Hintergrund der Reform der Eurovignetten-Richtlinie plant Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer eine Maut auch für alles Lastwagen über 3,5 Tonnen. Ausnahmereglungen soll es für Mittelständler geben.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will in einem neuen Kompromissvorschlag eine Maut auch für Lieferwagen - zugleich aber Ausnahmeregelungen für Mittelständler. Hintergrund ist eine Reform der Eurovignetten-Richtline. Wie aus einem Papier hervorgeht, soll es mittelfristig verpflichtende Gebühren für alle Lastwagen über 3,5 Tonnen geben, also etwa Transporter. Scheuer plant aber "unbefristete Ausnahmemöglichkeiten" für Transporte des Werkverkehrs, die von Wagen zwischen 3,5 Tonnen und 7,5 Tonnen gemacht werden.

In Deutschland gilt bisher für Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht eine Lkw-Maut auf Autobahnen und Bundesstraßen. Deutschland hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne und nehme in dem neuen Vorschlag Bitten anderer Mitgliedsstaaten sowie der Wirtschaft auf, hieß es am Montag im Verkehrsministerium. Wie bereits bekannt, soll es keine Ausdehnung einer europaweiten Mautpflicht auf Pkw geben. Scheuer hatte sich mit einem Vorstoß in der Bundesregierung nicht durchsetzen können.

Hintergrund des Papiers ist eine Weiterentwicklung der Eurovignetten-Richtlinie der EU. Sie ist die Grundlage für die Erhebung von Straßennutzungsgebühren. Dabei geht es im Kern um eine sogenannte Nutzerfinanzierung von Straßen - der Verkehrsteilnehmer zahlt also direkt für die Benutzung der Infrastruktur. Bisher geht es vor allem um schweren Lkw-Verkehr.

Vorteile für emissionsfreie Fahrzeuge

Der neue deutsche Vorschlag soll nun vor allem Innovations- und Klimaaspekte berücksichtigen, wie es hieß - zum Beispiel eine Differenzierung nach CO2-Ausstoß von Fahrzeugen. Emissionsfreie Fahrzeuge sollen Vorteile bekommen. Es soll außerdem eine Wahlfreiheit gebe, ob die Maut strecken- oder zeitbezogen erhoben wird.

Der Vorschlag sieht vor, dass es eine verpflichtende Gebührenerhebung für alle Lastwagen über 3,5 Tonnen acht Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie geben soll - sofern bereits ein System zur Gebührenerhebung vorhanden ist.

Scheuer hatte sich wiederholt gegen eine "Handwerker-Maut" ausgesprochen. Sein Papier sieht nun aber vor, dass vor allem kleine und mittlere Firmen geschützt werden sollen. Auch Hybrid-Fahrzeuge sollen besonders berücksichtigt werden. (dpa)




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Maut:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Sixt Leasing

Startschuss für Flottenkunden-App

Von den Vertragsdaten über Schadenmeldungen bis hin zur Werkstattsuche: Die neue Sixt Leasing-App soll Dienstwagenfahrern das Leben leichter machen.


img
Emissionsvorgaben

Neuwagen stoßen deutlich weniger CO2 aus

Die verschärften CO2-Vorgaben zeigen Wirkung: Die Autohersteller haben ihren CO2-Ausstoß hierzulande im vergangenen Jahr merklich reduziert.


img
Versicherer

E-Autos nur in Ausnahmen an normalen Steckdosen laden

Übliche Schutzkontaktsteckdosen sind nicht für eine höhere Dauerbelastung, wie beim Laden von Elektroautos, ausgelegt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft...


img
Citroën e-Berlingo

Der Dritte im elektrischen Bunde

Auch der elektrische Citroën Berlingo nutzt die bekannte Technik des PSA-Konzern. Bis er auf den Markt kommt, dauert es aber noch ein wenig.


img
E-Autos

Aufgestockte Förderprämie sorgt für Rekordzahlen

Mit mehr als 650 Millionen Euro hat der Staat im vergangenen Jahr den Kauf von Elektroautos subventioniert. Richtigen Schwung brachte aber erst die Aufstockung der...