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Interview

Athlon und Daimler Fleet Management - Teil 2

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André Girnus, Geschäftsführer von Athlon, im Gespräch
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Die Zusammenlegung von Daimler Fleet Management hin zu Athlon ist seit einem knappen Jahr vollzogen. Autoflotte sprach mit André Girnus und Philipp Berg in einem dreiteiligen Interview über die neuen Ideen, Chancen und Entwicklungen. Lesen Sie hier den zweiten Teil.

Was ist Ihr persönliches Lieblingsthema in diesem Jahr?

A. Girnus: Elektromobilität. Ich steige selbst auch auf einen E-Dienstwagen um, denn ich will selbst erleben, was das elektrische Fahren im Alltag mit sich bringt. Ich finde das wirklich spannend. Gerade auch mit Blick auf den Aufbau von Ladeinfrastruktur zu Hause sowie Abrechnungsmöglichkeiten etc. Bei Athlon steht zudem die Digitalisierung von Services ganz weit oben auf der Agenda.

P. Berg: Das geht mir auch so. Elektromobilität ist das Thema der Stunde und Athlon als Anbieter von Mobilitätslösungen ist wirklich ein Vorreiter im Bereich E-Mobility. Wir haben schon vor rund zehn Jahren die ersten Elektrofahrzeuge von Karabag (das waren größtenteils zu Elektrofahrzeugen umgebaute Fiat-Modelle, Anmerkung der Redaktion) im Portfolio gehabt und unseren Kunden angeboten. Seitdem bauen wir das Angebot aus. Heute stehen wir unseren Kunden mit einem Komplettpaket für E-Mobility zur Seite – von der Fuhrparkanalyse über den Aufbau der Ladeinfrastruktur am Standort bis hin zu allen Bestandteilen eines Full-Service-Leasings. Bei der Elektrifizierung von Flotten helfen wir unseren Kunden, Elektromobilität ganzheitlich zu verstehen und anzuwenden.

Wie sieht es im eigenen Fuhrpark aus?

P. Berg: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind modernen Mobilitätskonzepten gegenüber sehr aufgeschlossen und fordern die Möglichkeit, elektrisch zu fahren, auch aktiv ein. Unter unseren Poolfahrzeugen stehen unseren Mitarbeitern auch elektrische zur Verfügung. In unserer Tiefgarage haben wir aktuell zehn Wallboxen mit 20 Ladepunkten installiert, um dem internen Wunsch nach Elektromobilität gerecht zu werden.

Das bedeutet aber auch, nicht alle fahren bei Athlon elektrisch?

P. Berg: Stimmt, es fährt nicht die ganze Mannschaft elektrisch. Ein Fuhrpark muss immer optimal auf einzelne Nutzerprofile und Anforderungen abgestimmt sein. In der Regel ergibt sich eine Mischung aus unterschiedlichsten Mobilitätskonzepten, so dass der Fuhrpark bezogen auf Effizienz (TCO) und Mobilitätsbedarf (TCM) individuell optimal abgestimmt ist. Das gilt natürlich auch für unseren Fuhrpark. Unsere Außendienstler, die deutlich über 30.000 Kilometer im Jahr fahren, fahren Diesel. Die aktuell beste Lösung für Vielfahrer ist der Diesel-Hybrid – derzeit jedoch nur von wenigen Herstellern im Angebot. Für andere Mitarbeiter eignen sich Plug-in-Hybride und für wieder andere, die auf kurzen Strecken mit viel Stop-and-go-Verkehr in der Stadt unterwegs sind, eignen sich reine Stromer, da sie die Stärken des Elektroantriebs voll nutzen können – Stichwort Rekuperation. Grundsätzlich gilt aber: E-Mobility in der Flotte ist leichter als gedacht.

Apropos TCO: Wie viel Prozent der Strecken werden bei Plug-in-Hybriden (Phev) elektrisch zurückgelegt? Es ist ja kein Geheimnis, dass Phev vor allem bei Dienstwagennutzern beliebt sind, die Ladementalität aber manchmal zu wünschen übrig lässt.

P. Berg: Ja, das ist so. Die Nachfrage an Plug-in-Hybriden (Phev) steigt kontinuierlich. Entsprechend wachsen Angebot und Ausbau der Ladeinfrastruktur. Als vollhybride Fahrzeuge lässt sich bei diesen Fahrzeugen die Batterie nicht nur über den Verbrennungsmotor aufladen, sondern auch über einen externen Ladeanschluss. Sie bieten den Vorteil, dass sie auf kurzen Strecken rein elektrisch betrieben werden können und für größere Entfernungen, wie längere Autobahnfahrten, auf den Verbrenner zurückgreifen. Damit gewährleisten sie eine größere Reichweite als rein elektrische Fahrzeuge und sind somit flexibler. Allerdings haben sie auf Langstrecken gegenüber dem Pkw mit Verbrennungsmotor den Nachteil, dass sie durch das oftmals höhere Gewicht und den höheren Kraftstoffverbrauch teurer sind. Um die wirtschaftlichen Vorteile eines Elektrofahrzeugs gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor voll zu nutzen, müssen allerdings auch Plug-in-Hybride nach Möglichkeit häufig im elektrischen Modus gefahren werden.

Wie lösen Sie die eigene Ladelogistik?

P. Berg: Es gibt ja unterschiedliche Möglichkeiten, das Fahrzeug zu laden: ob auf dem Firmenparkplatz (@depot), in der Tiefgarage des Bürogebäudes, beim Einkaufen (@public) oder auch zuhause (@home). Dazu braucht es allerdings eine smarte Ladeinfrastruktur, die die Mobilität der Flotte gewährleistet. Wie gesagt, haben wir bei Athlon aktuell zehn Wallboxen mit 20 Ladepunkten installiert. Darüber hinaus arbeiten wir mit unserem Partner New Motion zusammen und stellen für unseren Fuhrpark die Shell Card zur Verfügung. So können alle Mitarbeiter regional wie auch überregional jederzeit laden. Im Shell- und New-Motion-Ladenetz stehen dazu deutschlandweit über 23.300 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Unseren Kunden stehen wir in allen Fragen rund um die richtige Infrastruktur zur Verfügung. Die Bereitstellung intelligent vernetzter Ladelösungen und der komfortable Zugang spielen bei der Elektrifizierung von Flotten eine übergeordnete Rolle. Speziell für Unternehmen mit ihren vielfältigen Mobilitätsbedürfnissen ist eine integrierte Ladeinfrastruktur von enormer Bedeutung. Um den Kunden eine möglichst bequeme, unkomplizierte sowie – insbesondere für gemischte Flotten relevant – markenneutrale Komplettlösung im Bereich der Ladeinfrastruktur zu bieten kooperieren wir mit New Motion, einem der führenden Anbieter von Ladelösungen in Europa. Das ganzheitliche und modular aufgebaute Angebot bietet Lösungen für alle Ladeanforderungen. Von Beratung über Installation bis hin zum Betrieb der Ladepunkte erhalten Kunden umfassende Dienstleistungen rund um das Thema Laden.

Sehen Sie aufgrund der Vergünstigungen, bis hin zur 0,25-Prozent-Versteuerung bei reinen E-Autos bis 40.000 Euro (brutto), eine erhöhte Nachfrage? Reduzieren eventuell bereits Dienstwagenfahrer ihren Firmenwagenanspruch, um diesen Vorteil zu bekommen?

P. Berg: Bisher hat das noch keine großen Veränderungen ausgelöst. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Car Policies vielerorts unverändert bestehen. Zudem ist die Verfügbarkeit von reinen E-Fahrzeugen in dieser Preiskategorie noch beschränkt und gleichzeitig steigt das Angebot an Plug-in-Hybriden, die mit der 0,5-ProzentVersteuerung an den Start gehen. Da beobachten wir tatsächlich, dass Förderungen und Vergünstigungen Früchte tragen und Dienstwagenberechtigte in der jeweils vorgesehenen Klasse auf die Plug-in-Version umstellen. Unser Portfolio von reinen Stromern liegt aktuell bei rund fünf Prozent mit steigender Tendenz. In der Orderbank sehen wir bereits einen signifikanten Anstieg. Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit sind die Fahrzeuge aber noch nicht auf der Straße. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir schon bald einen zweistelligen Prozentsatz verzeichnen werden.




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