suchen
Markenausblick Renault

Auf Elektroantrieb folgt die Hybridisierung

10
1180px 664px
Der Kleinwagen Zoe ist das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland.
©

Der Zoe ist zwar Bestseller unter den Elektroautos, doch die anderen Modelle hat Renault bis heute nicht einmal elektrifiziert. Mit Captur und Clio starten die Franzosen nun die Hybridisierung. Bis 2022 will Renault acht voll- und zwölf teilelektrische Modelle im Markt haben.

Von Michael Specht

In Sachen Elektromobilität gehört Renault zweifellos zu den Pionieren der Branche. Seit sieben Jahren ist der Zoe auf dem Markt. Der Kleinwagen ist das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland, erhielt Ende vorigen Jahres eine große Modellüberarbeitung mit nochmals mehr Reichweite und besserer Ladetechnik. Die Batterie bietet Renault weiterhin zur Miete an und will an diesem Prinzip festhalten. "80 Prozent der Kunden nutzt die Option", sagt Renault-Deutschland-Chef Uwe Hochgeschurtz.

Neben dem Zoe wird Renault zum Jahresende einen zweiten Kleinwagen mit Elektroantrieb anbieten, den Twingo. Das Schwestermodell, der Smart Forfour, stand bei der Elektrifizierung bislang hintenan. Jetzt wollen auch die Franzosen den Schalter umlegen, versprechen für den E-Twingo rund 200 Kilometer Reichweite. Debüt hat das Fahrzeug auf dem Genfer Autosalon Anfang März.

Die nächste Baustelle heißt: Hybridisierung. Zwar gab es 2016 bereits erste Versuche mit der 48-Volt-Mildhybridtechnik, sie lief jedoch nur kurz im Scenic. Um die CO2-Werte stärker nach unten zu bekommen, setzen Renaults Entwickler nun verstärkt auf Voll- und Plug-in-Hybride. Letzteres steckt erstmals im Captur, der in Europa das Segment der City-SUV anführt und bereits in zweiter Generation und damit auf der Plattform CMF-B unterwegs ist. Der Plug-in-Antrieb erlaubt eine elektrische Reichweite von 55 Kilometern. Renault verspricht, dass der Captur E-Tech inklusive aller Vergünstigen (Umweltbonus/Steuer) im Unterhalt günstiger ist als ein gleichwertiger Verbrenner.

Bildergalerie

1180px 664px
Der Plug-in-Antrieb im Captur erlaubt eine elektrische Reichweite von 55 Kilometern.
©

Unter dem Motto "Volumenmodelle hybridisieren", um damit den größten CO2-Einsparungseffekt zu erzielen, steht auch der Clio. Die Architektur teilt sich das Kompaktmodell mit dem Captur, erhält allerdings aufgrund der knapperen Einbauverhältnisse einen Vollhybrid-Antrieb, kann also nicht zusätzlich extern an der Steckdose aufgeladen werden. Beim Clio entschied sich Renault bewusst für die klassische E-Motor-Benziner-Kombination. Sie ist gegenüber dem Plug-in-Hybrid die wirtschaftlichere Lösung. Es entfällt die wesentlich größere und teure Batterie sowie die On-Board-Ladetechnik. Zudem spart man Gewicht. Die Kosteneffizienz soll 1:1 an den Kunden weitergegeben werden. Renault spricht beim Clio E-Tech von einem Preis auf dem Niveau eines Diesel-Pendants mit Automatik. Das wären etwa 22.500 Euro. Gegenüber einem vergleichbaren Benziner soll zudem etwa 40 Prozent an Kraftstoff eingespart werden. Die Rede ist von einem CO2-Ausstoß von unter 90 g/km.

Beim Mégane wiederum entschieden sich die Strategen für die Plug-in-Lösung. Das Modell der Golf-Klasse wird in diesem Frühjahr eine Modellpflege erhalten. Die elektrifizierte Version soll in der zweiten Jahreshälfte in den Handel gehen. Etwa zur gleichen Zeit, auf dem Autosalon in Paris, will Renault den Nachfolger des Koleos präsentieren. Das Auto ist nicht unbekannt, hatte seine Weltpremiere bereits 2018 in Russland. Name: Arkana. Es handelt sich hier um ein 4,55 Meter langes SUV, das ebenfalls auf der CMF-B-Architektur basiert, aber etwas mehr in Richtung Coupé geht. Der Arkana soll die Hybridtechnik des Clio E-Tech bekommen. Der Marktstart steht für Anfang 2021 auf dem Plan.

In das Ziel, bis Ende 2022 acht batterieelektrische und zwölf Hybride auf der Straße zu haben, schließt Renault seine Nutzfahrzeuge mit ein. Besonders wichtig ist hier der Stadtlieferwagen Kangoo, den es bereits in der heutigen Generation als elektrische Variante gibt. Daran wird natürlich auch beim Nachfolger festgehalten, der 2021 verfügbar sein wird. Gut möglich, dass der neue Kangoo bereits im Herbst auf der Automesse in Hannover erstmals präsentiert wird. Es soll sogar ein spezielles Lieferwagen-Derivat geben, bei dem die B-Säule fehlt und somit das seitliche Beladen deutlich vereinfacht wird.




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Kleinwagen:

Modellplaner



Fotos & Videos zum Thema Kleinwagen

img

Renault 5 Concept

img

Fiat 500e Cabrio

img

Hyundai i20 N

img

Mini Cooper SE Countryman ALL4

img

Fahrbericht Mercedes GLB 220d

img

Markenausblick Toyota


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Fahrbericht Citroën C4

Kompakt, aber nicht konventionell

Citroën streicht den charakteristischen C4 Cactus aus dem Programm und führt wieder einen C4 ein. Wobei sich die Franzosen durchaus Mühe geben, markengemäß ein wenig...


img
Magna auf der CES

Strom für Trucker

Elektromobilität wird nicht nur bei Pkw immer wichtiger. Zulieferer wie Magna setzen auch auf Trucks und Pick-ups.


img
Personalie

Neuer Geschäftsführer bei PS Team

Seit Jahresbeginn bildet Chief Information Officer Denis Herth gemeinsam mit Marco Reichwein die neue Doppelspitze des Prozessdienstleisters.


img
Führungswechsel

Dekra mit neuen Deutschland-Chef

Nach dem Abschied von Clemens Klinke übernimmt Dekra Automobil-Geschäftsführer Guido Kutschera zusätzlich die Leitung der wichtigen Region mit insgesamt 13 Gesellschaften.


img
Fahrzeugsegmente

Das waren die Flottenlieblinge 2020

Corona hat auch das Geschäft mit Firmenwagen schwer getroffen. 821.989 Fahrzeuge stehen in der Statistik 2020 – ein Minus von 12,4 Prozent. Autoflotte wirft einen...