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Markenausblick Toyota

Beyond Zero – Familienplanung

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Die Studie "bZ4X Concept" markiert Toyotas Aufbruch in eine batterieelektrische Zukunft.
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Besser spät als nie. Mit den BZ-Modellen will Toyota ab nächstes Jahr eine Elektrofamilie gründen. Den Anfang macht ein Mittelklasse-SUV in RAV4-Größe. Der Hybridantrieb bleibt jedoch weiterhin das Herz der Marke.

Von Michael Specht

Der größte Autohersteller der Welt hat kein Elektroauto im Programm. Eigentlich ein absolutes No-Go. Immerhin sind viele der Konkurrenten bereits mit Stromern der zweiten Generation unterwegs und haben längst dezidierte E-Architekturen entwickelt. Über Jahre war aus der Konzernzentrale in Toyota City als Gegenargument nur ein "Die Zeit sei noch nicht reif" zu hören. Doch nun, nach immerhin mehr als 20 Jahren Hybrid-Führerschaft, hat bei den Toyota-Strategen ein Umdenken stattgefunden. Vor wenigen Wochen zeigten die Japaner auf der Messe in Shanghai die Studie "bZ4X Concept". Das elektrische SUV mit Allradantrieb basiert auf der komplett neu entwickelten e-TNGA-Plattform, die ausschließlich für E-Antriebe konzipiert wurde. Sie sieht sogar Steer-by-Wire-Technik vor. Branchenkenner halten es daher für durchaus möglich, dass Toyota das oben offene Lenkrad der Studie auch im Serienmodell anbieten wird. Es wäre eine Revolution für den sonst eher biederen Autobauer.

Positioniert hat Toyota den bZ4X in der Mittelklasse. Hier verspricht man sich das größte Absatzvolumen, vor allem in China und in Europa. Allem Anschein nach soll auch die Serienversion die Nomenklatur BZ4 tragen. BZ steht für "Beyond Zero", bei Toyota der Oberbegriff für Nachhaltigkeit, null Emissionen und eine saubere Umwelt. Die Strategie sieht vor, die Vollstromer zu einer BZ-Elektro-Familie auszubauen. Schon 2023 könnte unterhalb des BZ4 ein kleineres SUV im C-Segment mit dem Namen BZ3 kommen. Nach unten wäre das elektrische Portfolio allerdings nur bis BZ1 ausrollbar. Eher geringe Chancen hätten Modelle oberhalb des BZ4. Toyota sieht bei großen elektrischen SUV einen schwierigen Markt, hat aber jüngst für den australisch-britischen Rohstoffkonzern BHP im Rahmen eines Pilotprogramms einen Land Cruiser auf Elektroantrieb umgerüstet. Hier handelt es sich jedoch um ein rustikales Modell aus den 70er-Jahren.

Vermutlich wird der kommenden Land Cruiser – Debüt 2023 – nicht einmal einen Hybridantrieb erhalten wie ihn beispielsweise das Flaggschiff Highlander hat. Kunden in Russland, den USA und im Nahen Osten, den Hauptmärkten des Land Cruiser, lieben diesen Geländewagen mit konventionellem V8-Motor.

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Aktuell zehn Hybridmodelle im Portfolio

Dennoch steht Hybrid bei Toyota weiterhin im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie, insbesondere in Europa, wo bislang drei Millionen Hybridmodelle verkauft worden sind (weltweit 16 Millionen). Keinen Nachfolger erhält allerdings das Urgestein Prius. Seine Rolle übernehmen Corolla Hybrid und Corolla Touring Sports Hybrid. Aktuell umfasst das Angebot zehn Hybridmodelle. Der durchschnittliche Hybridanteil liegt bei 68 Prozent, beim Yaris entscheiden sich sogar 87 Prozent der Kunden für den elektrifizierten Antrieb. Ein ähnliches Niveau erwarten Fachleute auch bei dem Derivat Yaris Cross, der im Outdoor-Look, aber mit gleicher Technik, dieses Jahr das Hybrid-Portfolio erweitert.
Damit nicht genug. Der Zusatzname Cross hält auch bei der Corolla-Baureihe Einzug. Offiziell hat Toyota den Import nach Europa zwar noch nicht bestätigt, doch in Thailand ist dieses Modell bereits auf dem Markt. 2022 dürfte es wohl bei uns soweit sein.

Im selben Jahr schickt Toyota auch seinen Kleinsten in Neuauflage an den Start, den Aygo. Fast 15 Jahre lief der City-Flitzer zusammen mit den Schwestermodellen Citroen C1 und Peugeot 108 in Kolin/Tschechien vom Band. Kolin wird auch die Produktionsstätte für den neuen Aygo, der sich jedoch vom typischen Kleinstwagen-Design verabschiedet und ebenfalls SUV-Tendenzen aufweist. Dies zeigt zumindest die Studie Aygo X Prologue. Mittlerweile sind Erlkönige mit sehr ähnlicher Silhouette unterwegs. Ob sich Toyota beim neuen Aygo für einen Hybrid entscheidet, ist ungewiss. In der Einstiegsversion wird auf jeden Fall noch ein konventioneller Einliter-Dreizylinder sitzen. Schließlich will man weiterhin ein Auto im untersten Preissegment im Angebot zu haben.

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