suchen
Mazda G-Vectoring

Mehr Moment mal

1180px 664px
Der Mazda6 soll künftig die G-Vectoring-Technik erhalten.
©

Quer- und Längsbeschleunigung machen das Autofahren anstrengender und unkomfortabler. Der japanische Hersteller Mazda führt jetzt ein System ein, das die unerwünschten Einflüsse beider Kräfte gleichzeitig minimieren soll.

Von Peter Weißenberg/SP-X

Autofahren kann unangenehm sein. Vor allem für Passagiere. Selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten wird die Fahrt durch kurvenreiche Straßen durch die Kurvenkräfte anstrengend und stresst den Magen mancher Insassen. Toru Yoshioka will das ändern. Der Cheftechniker beim Autoherstellers Mazda hat dazu zusammen mit der Universität Kanagawa eine neue Technologie entwickelt: "G-Vectoring". "Unser System misst über die winzigsten Lenkbewegungen Quer- und Längs-Kräfte, die auf das Fahrzeug wirken - und optimiert per Motor-Drehmoment den Wagen."

Auf der Teststrecke im französischen Mortefontaine zeigt ein Kompaktwagen vom Typ Mazda3, was der Techniker meint - schon bei gemächlichen 20 Stundenkilometern. Die fahren sich nämlich auf seifigem Untergrund - und ohne G-Vectoring-System - nicht gerade kuschelig: Um bei einer Ausweichfahrt auf der Eis-Imitation nicht aus der Bahn getragen zu werden, muss der Fahrer ständig unbewusst leicht korrigieren. Der Wagen schwänzelt dabei wie ein verliebter Enterich mit dem Heck.

Mit eingeschaltetem G-Vectoring sieht das gleiche Szenario verblüffend anders aus. Bei leichter Ausbrech-Neigung gibt der Motor nur zwei Dutzend Newtonmeter weniger Drehmoment auf die angetriebene Vorderachse: Die Korrektur setzt früher ein, der Weg in die Ausweichroute geht leichter und weicher vonstatten.

"Fahrer reagiert früher und exakter"

Genau das ist Yoshiokas Absicht beim G-Vectoring: "Der Fahrer bekommt mehr und schneller ein Gefühl für die Straße und sein Auto - und reagiert unbewusst früher und exakter." Das funktioniert auch bestens bei der reinen Geradeaus-Fahrt auf einer holprigen Landstraße. Bei 80 Stundenkilometern bringt das System schon bei winzigsten Lenkbewegungen etwa durch Unebenheiten in Millisekunden mehr Last auf die Antriebsräder. Die Folge: Korrekturbewegungen setzen früher ein, das Fahren wird runder, stabiler, weniger anstrengend.

Die neue Software soll bereits ab diesem Sommer mit dem Facelift in der Limousine 6 Einzug halten. Mazda will das G-Vectoring danach in allen Modellen serienmäßig einführen. Dabei hilft, dass es alleine eine Software-Lösung ist.

Wichtigster Assistent dabei ist das inzwischen bei allen Neuwagen obligatorische ESP. Es bremst einzelne Räder am Rand des Durchdrehens ab - ist damit aber auch eine Spaßbremse für Fahrer, die an der Grenze erträglicher G-Kräfte durch die Kurven räubern wollen.

Gerade sportlichere Fahrzeuge setzen daher mit der aktiven Drehmoment-Verteilung über das sogenannte Torque-Vectoring einen Kontrapunkt. Das System dahinter ist sozusagen ein Anti-ESP: Mittels Getrieben zwischen den einzelnen Rädern einer Achse kann das Drehmoment optimal auf diese verteilt werden. Und es geht zackiger an die Grenzen der Physik. Das aber ist nicht das Ziel von Yoshiokas Revolution gewesen. Sein G-Vectoring soll gerade Otto-Normalfahrer stets in die Lage versetzen, intuitiv entspannter und komfortabler unterwegs zu sein.




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Fahrwerk:




Autoflotte Flottenlösung

Mazda Motors (Deutschland) GmbH

Hitdorfer Straße 73
51371 Leverkusen

Tel: +49 (0) 2173 / 943-300
Fax: +49 (0) 2173 / 943-496

E-Mail: fleet@mazda.de
Web: www.mazda.de/business


Fotos & Videos zum Thema Fahrwerk

img

Audi A1 Citycarver (2020)

img

Citroën-Studie 19_19


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Personalie

Neuer Flottenchef bei FCA Germany

Harald Koch übernimmt die Leitung der Direktion Fleet & Business Sales. Vorgänger Daniel Schnell hat den Importeur verlassen.


img
Unfallforschung

Alkohol-Wegfahrsperre für Neufahrzeuge gefordert

Wenn Betrunkene kein Fahrzeug starten können, können sie auch keinen Unfall verursachen. Das wäre eigentlich kein Problem, meint ein Unfallforscher. Wären da nur...


img
Kleines Peugeot-SUV

Das kostet der neue 2008

Peugeot bringt die neue Generation seines kleinen SUV 2008 auf die Straße. Erstmals auch als E-Modell.


img
Fahrbericht Smart Fortwo

Zur Pflege

Smart ist seit knapp einem Jahr elektrisch. Ausschließlich. Und damit der erste "gedrehte" Hersteller. Jetzt kommt das Facelift des Elektrozwergs. Und er kommt der...


img
Diesel-Fahrverbote

Mehr als 16.000 Verstöße

In vier deutschen Städten gibt es bislang Diesel-Fahrverbote. Doch halten sich die betroffenen Autofahrer daran? Und wie häufig wird die Einhaltung des Verbots kontrolliert?