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Mazda Kai

Der Vorbote

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Der Mazda Kai gibt einen Ausblick auf den Mazda3.
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Mit der Studie Kai gibt Mazda einen Ausblick auf sein nächstes Kompaktmodell. Dass glänzt nicht nur durch Optik, sondern auch mit einem neuartigen Motor.

Von Michael Lennartz/SP-X

Das Konzeptfahrzeug Kai, das bei der Tokyo Motorshow Weltpremiere feiert, gibt einen schon sehr seriennahen Ausblick auf den künftigen Mazda3. Das kompakte Schrägheck-Modell wird in gut einem Jahr sein Debüt geben und Anfang 2019 an den Verkaufsstart gehen.

Die Namensgebung kommt nicht von ungefähr. "Kai" bedeutet in der japanischen Sprache "Pionier", und das trifft auf das im typischen Rot-Metallic der fernöstlichen Designermarke ausgestellten Exponat in zweierlei Hinsicht zu. Einmal verkörpert der 3er als erstes Modell der Marke das weiterentwickelte Kodo-Design der nächsten Generation, zu dem Mazda mit dem Vision Coupé ja noch eine zweite Studie enthüllt hat. Und noch wichtiger: Mit dem Mazda3 führen die Japaner eine neue Motorentechnologie ein, die findige Köpfe bisher zu Wortschöpfungen wie "Diesotto" oder "Biesel" inspiriert hat, weil sie die Arbeitsweisen von Diesel- und Otto- oder Benzinmotor miteinander verbindet. Mazda nennt die Neuheit ganz sachlich Skyactiv-X.

Statt entsorgter Zylinder und weniger Hubraum setzt Mazda auf eine Eigenentwicklung, bei der das Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Zylindern ein Verdichtungsverhältnis von 14:1 erreicht – eine für Dieselmotoren extrem niedrige und für Benziner ungewöhnlich hohe Verdichtung. In Verbindung mit speziellen Kolben und angepasster Kraftstoff-Einspritzung soll diese Technik sowohl beim Skyactiv-G (Benziner) als auch beim Skyactiv-D (Diesel) weniger Verbrauch und niedrigeren Schadstoffausstoß garantieren.

Mazda hält am "Diesotto" fest

Hinter Skyactiv-X verbirgt sich nun eine weiterentwickelte Technik, die bereits vor zehn Jahren als "Diesotto" durch die automobilen Zukunftsnebel waberte. Damals präsentierte Mercedes in der Studie F700 einen Benziner, der das Gemisch in den Zylindern wie ein Diesel ohne Zündkerze zum Zündeln brachte. Während Mercedes die Entwicklung dieses Konzepts aber wieder aufgegeben hat, ließen die Mazda-Ingenieure nicht locker.

Das Ergebnis ist ein neuer 2,0-Liter-Vierzylinder-Verbrennungsmotor, der den drehfreudigen Charakter eines Benziners mit der Effizienz, dem Drehmoment und dem schnellen Ansprechverhalten eines Dieselmotors verbinden soll. Die Verdichtung von 16:1 liegt näher am Diesel als am Benziner. Mazda nennt das Verfahren "Spark Controlled Compression Ignition" (SCCI). Das 140 kW / 190 PS starke Triebwerk avanciert zum weltweit ersten Serien-Benziner mit Kompressionszündung. Es kommt mit einem extrem mageren Benzin-Luftgemisch aus, das sich durch die Kompression - wie bei einem Diesel eben - selbst entzündet und dabei gleichmäßig im gesamten Brennraum abfackelt. Nur beim Anfahren und im hohen Lastbereich hilft eine Zündkerze dem Feuerwerk auf die Sprünge.

Unter dem Strich soll der zusätzlich mit einem 24-Volt-Bordnetz versehene und mit einem E-Motor als Starter und Generator arbeitende Mildhybrid einerseits ein um 10 bis 30 Prozent höheres Drehmoment ermöglichen, andererseits die Effizienz des Motors um 20 bis 30 Prozent gegenüber der heutigen Generation verbessern. Der X-Benziner könnte damit genauso sparsam unterwegs sein wie ein vergleichbar starker Dieselmotor, aber auf dessen Ausstoß an Stickoxid und Ruß verzichten. Zu schön, um wahr zu sein? Das wird die Zukunft zeigen.

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Plug-in-Hybrid kommt 2021

Auf jeden Fall wird der Serien-3er weiter auch mit Ottomotoren und als Diesel angeboten. Dabei gehen Benziner ebenfalls als Mildhybrid ins Rennen, werden in der Leistung gegenüber den aktuellen Triebwerken mit 88 kW / 120 PS und 121 kW / 165 PS aber etwas zulegen. Auch der Diesel wird deutlich mehr Power bekommen als der derzeitige 1,5-Liter mit 77 kW / 105 PS und sein Potenzial auch aus einem deutlich größeren Hubraum schöpfen. Eine Variante als Plug-in-Hybrid ist nicht geplant. Da müssen sich Mazda-Fans schon bis 2021 gedulden, wenn der neue Mazda6 als Teilzeitstromer kommen soll.

Es bleibt auch abzuwarten, in welchen Details die 4,42 Meter lange Kai-Studie bis zur Serienfertigung noch abspecken muss. Gewiss werden bis zum Verkaufsstart noch nicht die Außenspiegel durch Kameras ersetzt sein, aber die über den Kühlergrill wie ein Überbiss hinausragende Motorhaube, die gewölbte Seitenpartie mit den gewünschten Lichtspiegelungen und das Schrägheck mit einer vielleicht etwas zu breiten C-Säule könnten es schon bis zur Serie schaffen. Die Räder werden zudem wohl etwas kleiner ausfallen als die 20-Zöller der Studie, und die Karosserie - der Kai misst in der Höhe nur 1,38 Meter - dürfte eher noch einen Tick höher werden.

Der Mazda3 steht auf einer neuen Plattform, auf der künftig auch der CX-2 und CX-3 aufbauen werden. Zu den Innovationen dieser "Skyactiv-Vehicle-Architektur" zählen neu gestaltete Sitze, die die natürliche S-Form der Wirbelsäule unterstützen, sowie eine neue Chassis-Struktur, die den Geräusch- und Vibrationskomfort deutlich verbessern sollen. Natürlich wird das Infotainment auf den neuesten Stand gebracht, wird auf den Touchscreens ein 360-Grad-Rundumblick zu sehen sein und endlich auch Android- und Apple-Smartphones eingebunden werden können.

Ebenfalls für 2019 ist das erste reine Elektroauto von Mazda angekündigt, das in einer Kooperation mit Toyota und dem Zulieferer Denso entsteht. Doch auch hier wird Mazda einen eigenen Weg gehen, denn als Range Extender soll ein kleiner Wankelmotor zum Einsatz kommen. 

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