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"Wir sind auf dem richtigen Pfad"

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Kolja Rebstock zu Besuch in der Autoflotte-Redaktion
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Autoflotte sprach mit Mitsubishi Deutschland-Chef Kolja Rebstock über vorteilhafte Steuermodalitäten, das Diesel-Aus beim ASX und Fuhrparks mit Plug-in-Hybriden.

Von Autoflotte-Chefredakteur Michael Blumenstein

Kolja Rebstock ist seit April 2017 Geschäftsführer der MMD Automobile GmbH (Mitsubishi Motors Deutschland Automobile GmbH). Zuvor war der gebürtige Allgäuer unter anderem in führenden Positionen bei Daimler sowie drei Jahre bei Mitsubishi in Japan tätig. Seine Automobil-geprägte Laufbahn führte ihn über Australien, Südostasien und den Mittleren Osten ins hessische Friedberg.

Autoflotte: Mitsubishi ist der älteste japanische Autohersteller. Warum weiß das in Deutschland kaum jemand?

Kolja Rebstock: Das ist wahr. 2017 hatten wir sogar gleich zwei Jubiläen: 100 Jahre Mitsubishi Motors und 40 Jahre Mitsubishi Motors in Deutschland. Damals fing ich gerade bei MMD an. Wir wissen, dass wir mit unserer langen Tradition und Innovationskraft exzellente Argumente bei den Kunden haben, und wollen in der Zukunft vermehrt zeigen, was wir für eine tolle Historie haben.

Apropos Historie. Der ASX wird gerade zum zweiten Mal umfassend erneuert. Ist es die richtige Strategie, ein Fahrzeug, das bereits seit 2010 auf dem Markt ist, nochmals aufzufrischen?

K. Rebstock: Ehrlich gesagt fällt es mir bei den sehr umfassenden Neuerungen und einem neuen Motor schwer, lediglich von einem Facelift zu sprechen – der ASX wird deshalb in Genf als neue Generation vorgestellt. Zu Ihrer Frage: Das Geheimnis unserer Stärke liegt auch in unserer Qualität. Unverwüstliche Technik wird bei Mitsubishi gepaart mit stets frischem Design – wie jetzt bei unserem Kompakt-SUV ASX. Die Fahrzeuge entwickeln sich stets weiter und bleiben über die Modelljahre auf dem neuesten technischen Stand – ein Grund, warum Mitsubishi eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse bietet. Das kommt auch bei Gewerbekunden gut an, die sich auf ihr Arbeitsgerät verlassen müssen.

Sie haben das Stichwort geliefert: Gewerbekunden. Welche Flotten kann Mitsubishi beeindrucken?

K. Rebstock: Wir machen uns stets viele Gedanken, welche Anwendung beim Kunden Priorität haben. Eins der Top-Argumente ist aktuell die 0,5-Prozent-Versteuerung bei der unser gerade aufgefrischter Outlander PHEV perfekt reinpasst. Nicht nur der Dienstwagenfahrer profitiert von den Steuermodalitäten. Die Fahrer sind zudem in jeder Stadt willkommen, da sie dort emissionsfrei fahren können; über Land rollen sie ökonomisch und ökologisch als klassischer Hybrid.

Für wen könnte der PHEV noch passen?

K. Rebstock: Auch Handwerker sollten sich den Outlander PHEV ansehen. Er kann nicht nur mit Strom fahren, er kann auch Strom spenden, agiert also bidirektional. Vehicle-to-Home ist hier das Schlüsselwort. 1.500-Watt-Schuko-Steckdosen geben Energie beispielsweise für Bohrmaschine oder andere Arbeitsgeräte. Mit Sortimo haben wir zudem einen kompetenten Partner an Bord, der handwerkerspezifische Ausbau-Lösungen anfertigt. Zudem gehören immer mehr behördliche Flotten wie Feuerwehren zu unserer Klientel, die beispielsweise LED-Lichtmasten oder Rettungsinstrumente nutzen müssen. Dank unseres Allradantriebs kommt der Outlander ja auch fast überall hin.

Das meistverkaufte Mitsubishi-Modell war letztes Jahr der Kleinwagen Space Star. Was macht ihn zum Bestseller?

K. Rebstock: Unser Space Star ist ein zuverlässiger Kleinwagen, der viel Platz hat und ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Gerade im Flottenbereich ist er für Pflegedienste und Bäckereien prädestiniert. Rund 21.000 Space Star waren es 2018. Zur Einordnung: Das war 2014 noch der Gesamtabsatz. Jetzt sind wir bei 52.196 Fahrzeugen.

Davon waren jedoch lediglich rund sechs Prozent den Flottengeschäften zuzurechnen. Erhoffen Sie sich für 2019 mehr?

K. Rebstock:  Es geht uns nicht primär um Stückzahlen. Es geht uns vor allem um zufriedene Kunden, im gewerblichen und im privaten Sektor. Schön ist immer wieder die Aussage: 'Das hätte ich von Mitsubishi nicht gedacht'. Wenn wir dadurch weiter wachsen, haben wir gewonnen. Das Automobilgeschäft ist im Grunde einfach: Kunde und Automobil zusammenbringen. Wir sind mit dieser Strategie in den letzten Jahren gut gefahren. Wir wollen den Marktanteil 2019 auch halten.

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Wie schlagen sich die beiden ähnlich großen SUV Eclipse Cross und ASX? Den ASX gibt es ja mittlerweile nicht mehr als Diesel.

K. Rebstock: Der Dieselanteil lag beim ASX zuletzt bei rund 20 Prozent. Bei der nun in Genf vorgestellten Generation wird es erstmal keinen Selbstzünder geben. Vielfahrern empfehlen wir unseren Eclipse Cross, den wir ab Ende März mit neuem Diesel in Kombination mit einer Achtgang-Automatik und Allrad anbieten werden. Eine feine Kombination. Da Deutschland mittlerweile auf Platz acht der wichtigsten Mitsubishi-Märkte angekommen ist, zählt die Meinung unserer loyalen Kundschaft und spielt bei der Produktentwicklung eine Rolle. Änderungswünsche in vielerlei Hinsicht werden also gehört.

Kommen wir vom Verbrenner zum E-Modell. Der Outlander PHEV ist das meistverkaufte Plug-in-Hybrid-Modell in Europa. Wie viele Kunden sind in Deutschland gewerblich?

K. Rebstock: Letztes Jahr hatten wir zirka 30 Prozent gewerbliche Kunden beim Plug-in-Hybrid. Das werden 2019 sicherlich mehr. Wir gehen von einem Verhältnis PHEV gegen Verbrenner von etwa 60 zu 40 aus, das allerdings über alle Kundengruppen, was in 2018 knapp 8.500 Outlander bedeutete.

Sicherlich besteht beim Plug-in-Hybriden erhöhter Erklärungsbedarf. Gibt es spezielle Großkundenbetreuer seitens MMD?

K. Rebstock: Selbstverständlich gibt es Flotten-Spezialisten bei MMD. Typische Großkunden-Deals sind dort in guten Händen. Wir beziehen jedoch immer einen unserer 507 Händler vor Ort ein. Die arbeiten ebenfalls hochprofessionell und engagiert. Hinzu kommt, dass unsere Händler Erfahrung mit E-Autos haben, war Mitsubishi mit dem i-Miev 2009 doch einer der ersten E-Auto-Anbieter hierzulande.

Wo sehen Sie die Grenzen der Plug-in-Hybrid-Technik?

K. Rebstock: Klar ist, es gibt ein optimales Fahrerprofil für PHEVs – insbesondere für die klassischen Pendlerstrecken ist er das ideale Auto, denn er kann bis zu 57 Kilometer rein elektrisch fahren. Das reicht für die allermeisten Strecken völlig aus. Aber ich würde auch Pendlern mit 150 Kilometern pro Tag zum PHEV raten. Spritsparend ist es ja trotzdem, da er letztendlich auch als Hybrid fahren kann. Ich habe also keine Reichweitenangst, komme garantiert an und kann in vielen Fällen rein elektrisch fahren. Für klassische Vollgasfahrer auf der linken Spur haben wir aber sicherlich bessere Modelle im Programm.

Wie können Fuhrparks vom Plug-in-Hybrid profitieren?

K. Rebstock: Einige Kommunen haben es verstanden und bieten Fahrern mit einem E am Ende des Kennzeichens bevorzugtes Parken an, erlauben das Nutzen von Busspuren oder es kann kostenlos geladen werden, was auch an vielen Supermärkten möglich ist. Das freut uns natürlich sehr. In Stuttgart haben wir die größte Outlander-PHEV-Taxiflotte. Sicherlich kein Zufall, dass es ausgerechnet Stuttgart ist. Plug-in-Hybrid ist die perfekte Brückentechnologie auf dem Weg zum stets elektrischen Fahren.

Was ist das größte Pfund, was MMD Fuhrparkbetreibern bieten kann?

K. Rebstock: Zunächst wäre ich versucht zu sagen: Es ist das Komplettpaket. Aber es ist spezieller. Es sind vor allem unsere Händler und der damit verbundene Service. 70 Händler von unseren 507 haben bereits 40. Jubiläum gefeiert. Gerade deswegen haben wir 2017 den J.D.-Power Award für Kundenzufriedenheit gewonnen. Mittlerweile sind wir hinter Toyota und Mazda die Nummer drei der japanischen Automobilhersteller in Deutschland. Das zeigt, dass wir – auch für Flotten – auf dem richtigen Pfad sind. Diesen ebnen wir mit dem Plug-in-Hybrid, der für viele Flotten mittlerweile die richtige Wahl ist Hinzu kommt sicherlich die 5-Jahres-Garantie sowie die anerkannt hohe Zuverlässigkeit. Zudem ist Mitsubishi die Marke, deren Fahrzeuge statistisch am längsten gefahren werden. Hört sich als Argument merkwürdig an, beweist aber, dass die Fahrzeuge langlebig sind, was sich dann im hohen Wiederverkaufspreis widerspiegelt.

Die Mitsubishi-Ikonen Pajero und Lancer Evo wurden 2018 eingestellt. Beide haben die Marke geprägt. Wird Mitsubishi jetzt eine verweichlichte SUV-Marke mit ASX, Eclipse Cross und Outlander?

K. Rebstock: Nein. Das SUV-Segment ist das am stärksten wachsende, und die Marke entwickelt sich permanent weiter. Wir haben Ende 2017 die Studie E-Evolution Concept präsentiert. Ein Fahrzeug das zeigt, dass wir das Thema Sport auch weiterhin besetzen wollen. Der Pajero ist in der Tat eine Marke innerhalb der Marke. Da 4x4-Technik eine Kernkompetenz von Mitsubishi ist warten wir mal ab, was alles kommen wird. Aktuell haben wir für wahre Offroad-Fans den Pick-up L200 im Portfolio. Ein perfektes Flottenauto für Schneeräumdienste oder Gartenbauunternehmer. Wir wollen gerade bei dem Modell intensiver mit den Aufbauherstellern zusammenarbeiten, damit noch mehr Möglichkeiten für unsere Gewerbekunden entstehen. Der L200 kommt übrigens im September neu. Er wird maskuliner oder tougher, wie man heute sagt.

Welche Schnittstellen gibt es aufgrund der Allianz mit Renault/Nissan?

K. Rebstock: Wir sind Wettbewerber im partnerschaftlichen Sinne, die allesamt die Vorteile einer Allianz in Bezug auf Entwicklung, Baukastensystem sowie dadurch entstehende Skaleneffekte nutzen.

Was hat die MKG-Bank, was andere nicht bieten?

K. Rebstock: Die Mitsubishi-Bank gehört bei den Automobilbanken zu den erfolgreichsten. Die Händlerzufriedenheit ist sehr hoch, was sich auch im Verkaufsabschluss mit unseren Kunden widerspiegelt. Der Kunde, egal ob gewerblich oder privat, bekommt das, was er benötigt.

Herr Rebstock, vielen Dank für das Gespräch!

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