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Modellausblick Honda

Europa spielt nur Nebenrolle

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Ab der IAA im September will Honda die Bestellbücher für seinen neuen City-Stromer öffnen.
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Während Honda in den USA mit einer breiten Modellpalette expandiert, schalten die Japaner in Europa zwei Gänge runter. Die Absätze sinken. Hoffnung macht ein kleines Elektroauto.

Von Michael Specht/SP-X

Bisweilen verzerrt der Blick. Honda zählt zu den bekanntesten Automarken der Welt und ist der größte Motorenhersteller überhaupt. Jede Sekunde entsteht bei Honda ein neues Aggregat, rund um die Uhr, 32 Millionen Mal jedes Jahr. 5,3 Millionen Motoren sitzen in Autos, 7,4 Millionen in Zweirädern, der Rest arbeitet in Rasenmähern, Schneefräsen, Generatoren oder dient Booten als adäquate Antriebsquelle.

Allein in den USA setzt Honda jährlich über zwei Millionen Autos ab, hat ein dutzend Modell im Programm. C-RV und Accord zählen zu den Bestsellern oder sind es in ihrem jeweiligen Segment. Ende vergangenen Jahres stellte Honda in Los Angeles die neue Generation des SUV Passport vor, positioniert zwischen C-RV und Pilot. Der Passport, gebaut in Alabama, bleibt erneut den Amerikanern vorbehalten.

Europa ist zum Nebenschauplatz geworden. In Deutschland führt Honda – immerhin die erste japanische Marke, die sich bei uns niederließ – mittlerweile nahezu ein Nischendasein. Gerade noch 20.000 Kunden entschieden sich 2017 für ein Honda-Modell. Im vorigen Jahr fiel diese Zahl auf 17.711. Der Civic, einst Ikone der Marke, findet jährlich nur noch rund 5.000 Abnehmer. Vielen missfällt das zerklüftete Design. Zum Vergleich: Einen Hyundai i30 kaufen vier Mal so viele.

Englisches Werk schließt 2021

Für die Zukunft gibt es keine Expansionspläne. Das Werk im englischen Swindon, dort läuft momentan der fünftürige Civic vom Band, schließt seine Pforten 2021. Ein neuer Produktionsstandort? Ungewiss. Vielleicht die Türkei. Dort fertigt Honda die Civic Limousine. Ohnehin will man das Modell-Portfolio in Europa klein halten. Derzeit gibt es vier Modelle. Die Strategie fährt Honda hauptsächlich im Hinblick auf die 95-Gramm-Regelung aus Brüssel. Daher wird es keinen Accord-Nachfolger geben. Kräftig dabei helfen, das CO2-Ziel zu erreichen, könnte aber ein fünftes Modell, der Kleinwagen "e Prototype", laut Honda "ein wichtiger Bestandteil der Elektromobilitätsstrategie für den europäischen Markt". Nach dieser will Honda 2025 kein Modell mehr ohne elektrifizierten oder vollelektrischen Antrieb im Showroom haben.

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Das knuffige Design der Studie Urban EV von 2017 hat es leider nicht ganz in die Serie geschafft, wie man zuletzt auf dem Genfer Salon feststellen konnte. An den technischen Eckdaten ändert dies jedoch nichts: Elektromotor an der Hinterachse, 200 Kilometer Reichweite. Ab der IAA im September will Honda die Bestellbücher für den City-Stromer öffnen – und bis dahin natürlich auch einen Modellnamen gefunden haben. Gebaut wird das Elektroauto in Japan.

Neuer Jazz nur noch als Hybrid?

Ebenso der Jazz. Er soll angeblich seine Weltpremiere diesen Herbst in Tokio feiern. Gemunkelt wird, der Jazz bekäme keinen ausschließlichen Verbrennungsmotor mehr, sondern es wird ihn nur noch als Hybrid geben, nach dem iMMD-Prinzip (intelligent Multi Mode Drive), einem Zwei-Motoren-System, wie es auch im C-RV verwendet wird. Honda hat für den Jazz Hybrid extra einen neuen Atkinson-Motor entworfen. Der bisherige 1,3-Liter-VTEC-Motor wird ausgemustert.

Damit dürfte dieses Hybridsystem ebenso in den neuen H-RV (Ende 2020) und den nächsten Civic, geplant für 2021, Verwendung finden. Gut möglich, dass beide Modelle auch eine Plug-in-Variante erhalten. Hier fährt Honda zumindest in Europa der Konkurrenz noch hinterher. Umso mehr Erfahrung hat die Marke auf dem Gebiet der Brennstoffzelle. Rollender Beweise ist die Limousine Clarity, die aber in Deutschland nicht angeboten wird. Die Wasserstoff-Technologie soll ab 2022 in der nächsten Generation des C-RV zum Einsatz kommen.

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