suchen
Onlinebasierte Kfz-Zulassung

Lösung für gewerbliche Halter erforderlich

1180px 664px
Nach bisherigen Plänen sollen nur Privatpersonen in den Genuss einer onlinebasierten Kfz-Zulassung kommen.
©

Die Zulassung von Fahrzeugen soll bald über das Internet möglich sein. Jedoch nicht für Fuhrparkbetreiber. Ihr Branchenverband fordert daher eine Änderung des aktuellen Verordnungs-Entwurfes.

Die Bundesregierung möchte das Verwaltungsverfahren für die Zulassung von Kraftfahrzeugen und deren Anhängern effizienter und weniger zeitaufwendig gestalten. Nun soll die dritte Stufe des Projekts i-Kfz angegangen werden. Damit wird eine internetbasierte Umschreibung, Wiederzulassung sowie die erstmalige Zulassung eines Fahrzeuges möglich. Um neue digitalisierte Prozesse umzusetzen, muss die Zulassungsverordnung und eine Reihe anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften angepasst werden.

"Dass es bei der Online-An- und Abmeldung von Fahrzeugen vorangeht, ist sehr zu begrüßen. Allerdings kommen gewerbliche Fuhrparkbetreiber nach dem aktuellen Verordnungs-Entwurf nach wie vor nicht in den Genuss", bedauert Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement (BVF). Da von den 3,44 Millionen Neuzulassungen im Jahr 2017 rund 65 Prozent gewerbliche Fahrzeuge sind, reden wir von einem weiteren Einsparungspotenzial von 42 Millionen Euro – Besitzumschreibungen sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. "Wir vom Fuhrparkverband wünschen uns hier dringend eine Änderung, denn sowohl die Wirtschaft wie auch der Staat verlieren hier unnötig viel Geld und Zeit", so Schäfer.

Hintergrund ist ein Paragraph für "Gemeinsame Regelungen für die Zulassung und Änderungen". Hier wird festgelegt, dass die Verfahren der internetbasierten Fahrzeugzulassung auch in i-Kfz-Stufe 3 weiterhin ausschließlich natürliche Personen nutzen können. Ein Grund ist, dass Vertretungsregelungen online bislang nicht abgebildet werden können und Vorgänge für juristische Personen daher nicht einbezogen werden. Es können also nur gewerbliche Halter an den Einsparungen partizipieren und auch den bürokratischen Aufwand reduzieren helfen, sofern sie natürliche Personen sind (Einzelkaufleute, Selbständige etc.). Hier wird bereits bei zunehmender Nutzung eine Entlastung dieser gewerblichen Gruppe von jährlich rund fünf Millionen Euro prognostiziert. Davon würden rund 1,5 Millionen Euro Entlastung auf Bürokratiekosten aus Informationspflichten entfallen. "Pro Fall werden 19 Euro Einsparungen errechnet, dass würde für ein Unternehmen, dass 100 Fahrzeuge im Jahr erstmals zulässt oder umschreiben muss bereits 1.900 Euro Ersparnis bedeuten", rechnet Schäfer vor. Nicht gerechnet sei gegebenenfalls. weiterer entfallender interner Zeitaufwand für Mitarbeiter, der noch einmal ein Vielfaches davon ausmachen könne.

Gerade in Großstädten sind laut Bundesverband Fuhrparkmanagement Zulassungsstellen regelmäßig überfordert, Zulassungen zeitnah und reibungslos abzuwickeln. Ein elektronisches, internetbasiertes Verfahren wäre demnach eine wirkliche Erleichterung und würde auf lange Sicht die Kosten für Unternehmen senken. Da die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes für 2017 zeige, dass 35,6 Prozent der 3,44 Millionen Neuzulassungen privat seien und 64,4 Prozent gewerblich, entgehe der deutschen Wirtschaft damit ein Einsparungspotenzial von 2,2 Millionen mal 19 Euro - also über 40 Millionen Euro. (AF)




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Zulassung:





Fotos & Videos zum Thema Zulassung

img

Mercedes-Benz RDE und WLTP


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2019 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Mercedes Citan

Zweite Chance für den Lieferwagen

Der Citan ist für Mercedes-Benz bislang alles andere als ein Erfolgsmodell. In Generation zwei soll sich das ändern.


img
Pkw-Kauf

Automatikgetriebe wird immer beliebter

Schwerfällig, durstig? Diese Vorbehalte gegen Automatikautos lassen Fachleute nur noch eingeschränkt gelten. Das scheinen auch Autokäufer zu bemerken.


img
Elektroautos

Merkel will bis 2022 die Millionengrenze knacken

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet, dass bis spätestens 2022 eine Million Elektroautos hierzulande fahren werden. Sie setzt dabei auf die Offensive der heimischen...


img
Markenauftritt

Volkswagen erfindet sich neu

Mit dem Dieselskandal ging bei VW eine Ära zu Ende, seit einigen Jahren ist die Marke dabei, sich neu zu erfinden. Auf der diesjährigen IAA startet mit dem ID.3...


img
Personalie

Leaseplan Deutschland mit neuem Geschäftsführer

Stefan Koch verantwortet ab sofort die Bereiche Risikomanagement, Controlling, Strategie und Recht. Vorgänger Edwin de Jong verlässt den Leasingspezialisten.