suchen
Prototypenfahrt VW Atlas Cross Sport

Der Riese mit dem schlanken Rücken

5
1180px 664px
Das VW Atlas Coupé positioniert sich zwischen dem großen Tiguan und dem eigentlichen Atlas.
©

Während VW in Deutschland und kleinen T-Roc als Cabrio auf den Weg bringt, geht in den USA bald ein Atlas Coupé an den Start. Anders als das Grundmodell würde diese schräge Nummer nicht nur in Atlanta oder Miami, sondern auch in Augsburg oder Mannheim eine gute Figur machen.

Von Benjamin Bessinger/SP-X

VW kommt mal wieder spät, aber gewaltig. Denn nachdem die Niedersachsen den Trend zum SUV über Jahre verschlafen haben, sind die in den letzten zwei, drei Jahren mit einer ganzen Flut neuer Stadtgeländewagen auf die Buckelpiste gestürmt. Und jetzt, wo die Kernsegmente besetzt sind, drängen sie sogar in die Nischen. So, wie sie bei uns den T-Roc als Cabrio angekündigt haben, bringen sie in den USA am anderen Ende des Portfolios nun den riesigen Atlas als Cross Sport mit Coupé-Heck auf den Weg. Er feiert seine Weltpremiere noch im Oktober bei einem großen Festakt im Werk in Chattanooga im US-Staat Tennessee und soll ab Anfang nächsten Jahres die Lücke schließen, die zwischen dem großen Tiguan und dem eigentlichen Atlas klafft. Und weil er anders als sein großer Bruder durchaus das Zeug zum EU-Import hat, lässt sich VW bei den letzten Abstimmungsfahrten mit dem Prototypen schon mal über die Schulter schauen.

Zwar trägt der noch die komplette Camouflage der Erlkönige, doch die Form kann man trotzdem bereits gut erkennen. Denn vorne orientiert er sich stark am normalen Atlas und hinten lässt sich kaum kaschieren, wie schräg die Heckscheibe steht und wie elegant damit das Dach zum Kofferraum hin abfällt. Auch das Format ist kein Geheimnis: Man muss sich nur an die gleichnamige Designstudie erinnern oder einen normalen Atlas daneben stellen, dann erkennt man auf Anhieb, dass der Crosssport etwa zwei handbreit kürzer ist und so deutlich unter der Fünf-Meter-Marke bleibt. Das kostet zwar innen die dritte Sitzreihe, während der Kofferraum nach wie vor ein riesiges Ausmaß hat und man bei 2,98 Metern Radstand in der zweiten Reihe weiterhin fürstlich sitzen kann. Aber das eröffnet dem Cross Sport womöglich den Weg über den Atlantik. Denn während der siebensitzige Atlas für Europa einfach zwei Nummern zu groß ist, schrumpft er als Coupé auf eine Länge, mit der man in Mannheim genauso gut zurechtkommen sollte, wie in Miami.

Bildergalerie

Hinter dem wuchtigen Grill mit den riesigen Scheinwerfern steckt zunächst einer von zwei Motoren, von denen keiner ein Diesel ist. Das Basismodell fährt mit einem 2,0-Liter-Turbo mit 238 PS, die Top-Version mit einem V6-Sauger, der aus 3,6 Litern Hubraum 280 PS holt.  Während es den Vierzylinder nur frontgetrieben gibt, bietet VW den V6 auf Wunsch auch mit Allrad an und montiert dann im Grunde das gleiche 4Motion-Paket wie im Tiguan – die entsprechenden Fahrprogramme inklusive.

In den USA ist der Atlas als großer Gleiter ausgelegt und sein schnittiger Bruder macht da keinen Unterschied. Auch der CrossSport-Prototyp lässt es deshalb eher gemütlich angehen, bügelt die Straße glatt wie ein frisch gemangeltes Tischtuch und nimmt mit seiner achtstufigen Automatik nur gemächlich Fahrt auf. Und so tapfer er sich in den wenigen Kurven schlägt, die man im Land der endlosen Geraden finden kann, macht er im aktuellen Set-Up keinen Hehl daraus, dass seine Heimat die Highways sind. Herzrasen jedenfalls soll mit diesem Auto niemand bekommen. Zumindest nicht am Steuer. Beim Design ist das was anderes, sagen die Niedersachsen und schreiben dem Coupé die Rolle als Pulsbeschleuniger unter ihren großen SUV zu. Ob das klappt, wird sich spätestens Ende Oktober zeigen, wenn die Prototypen die Hüllen fallen lassen und sich im vollen Glanz und Gloria präsentieren.

Bildergalerie




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema VW:





Fotos & Videos zum Thema VW

img

Elektrifizierung VW T6.1 Abt

img

Weltpremiere VW Arteon und Arteon Shooting Brake

img

VW Tiguan (2021)

img

VW Arteon / Arteon R (2021)

img

VW Arteon Shooting Brake / Shooting Brake R (2021)

img

VW Nivus


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Leasinganbieter

Alphabet zieht Corona-Zwischenbilanz

Mit der Kampagne #StartTheRestart hat der Leasing- und Full-Service-Anbieter auf die Corona-Krise reagiert. Marco Lessacher, CEO von Alphabet International, blickt...


img
Landgericht Ingolstadt

Sammelklage gegen Audi abgewiesen

Für Zehntausende Einzelklagen im VW-Dieselskandal hat der BGH1 den Kurs vorgegeben. Bei den Sammelklagen steht ein höchstrichterliches Urteil noch aus. Eine ist...


img
Cadillac Lyriq

Mit Edel-SUV gegen Tesla und Co.

Cadillac will ein Stück vom Elektro-SUV-Kuchen abhaben. Wie das gelingen soll, zeigt nun ein Showcar. Bis zum Serienauto dauert es aber noch.


img
Kleinwagen

Das kostet der neue Hyundai i20

Hyundai hat den Basispreis für den neuen i20 scharf kalkuliert. Er bleibt knapp unter der 12.000-Euro-Grenze. Dafür ist die Ausstattung eben pur.


img
Webfleet/Geotab-Kooperation

Vier Milliarden Kilometer

Seit Juni liefern Webfleet Solutions und Geotab auf wöchentlicher Basis Zahlen und Updates zum Stand der gewerblichen Transportaktivitäten in Europa und in Nordamerika....