suchen
Renault-Dieselabgase

Zweifel an französischem Untersuchungsbericht

1180px 664px
Neue Vorwürfe gegen den Renault Captur.
©

Ein Ende Juli veröffentlichter französischer Untersuchungsbericht soll wichtige Details zum Schadstoffausstoß von Renault-Motoren unter Testbedingungen nicht erwähnt haben.

Der Skandal um Tricksereien bei Dieselabgasen lässt neben Volkswagen auch andere Hersteller wie Renault nicht los. Ein Ende Juli veröffentlichter französischer Untersuchungsbericht habe wichtige Details zum Schadstoffausstoß von Renault-Motoren unter Testbedingungen nicht erwähnt, schrieb die "Financial Times" ("FT"/Dienstagausgabe) unter Berufung auf drei Mitglieder der entsprechenden Expertenkommission.

Zwar habe der Bericht bei einigen Diesel-Modellen des Autobauers Stickstoffemissionen festgestellt, die teils neun- bis elfmal so hoch lagen wie EU-Abgasnormen. Nicht erwähnt worden sei jedoch, dass beim Modell Renault Captur eine Abgasreinigung für Stickoxide ihre Leistung hochgefahren habe, als das geländewagenähnliche Fahrzeug für Schadstofftests vorbereitet wurde. Renault bestritt gegenüber der Zeitung, Software zur Manipulation von Emissionstests benutzt zu haben.

Der französische Staat hält 20 Prozent am Autobauer Renault. Die von Umweltministerin Segolene Royal beauftragte Untersuchungskommission war formal unabhängig, hatte nach offizieller Darstellung keine Beweise für Softwaretricksereien von Renault bei Abgastests gefunden. "Der Bericht wurde letztlich vom Staat verfasst und sie haben entschieden, was vertraulich bleibt", sagte Kommissionsmitglied Charlotte Lepitre von der Dachvereinigung französischer Umweltschutzorganisationen, der "FT". Ein Vertreter des Umweltministeriums bestritt laut der Zeitung, dass Fakten verschleiert werden sollten. Die Sicht einzelner Kommissionsmitglieder sei in den Bericht eingeflossen.

Europas größter Autobauer Volkswagen hatte im vergangenen Jahr gegenüber US-Behörden zugegeben, bei Abgastests mittels Software manipuliert zu haben und steht infolgedessen vor milliardenschweren Vergleichszahlungen an US-Kläger und -Behörden. In Frankreich hatte Renault im Januar fast 16 000 Fahrzeuge zurück in die Werkstätten gerufen, um sie neu einzustellen. Frankreich hatte die Untersuchung von rund 100 Fahrzeugen verschiedener Marken angeordnet. (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Abgas-Skandal:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2017 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Fahrzeugantrieb

Porsche plant weitere E-Autos

Die Stuttgarter denken bereits über Derivate des Mission E nach. Mit der Schwestermarke Audi wird an einer gemeinsamen Architektur für Elektroautos gearbeitet.


img
Mercedes-Benz CLS

Drei Preise für vier Türen

Erst kürzlich feierte die Neuauflage des Mercedes CLS ihre Premiere. Nun wissen wir auch, was das viertürige Coupé kosten wird.


img
Flottenversicherungen

Tendenz zum Zweitanbieter

Marktdurchdringung, Wechselbereitschaft, Anbieter-Zufriedenheit: Dataforce hat wieder eine umfassende Analyse des Versicherungsgeschäfts mit Flotten vorgelegt.


img
Elektroauto Uniti One

Jetzt aber schnell

Ende 2016 präsentierte das schwedische Start-up Uniti Pläne für den Bau eines kleinen Elektromobils. Nur knapp ein Jahr danach ist der erste Prototyp fertig. 2019...


img
VW

Auslieferung von Diesel-T6 gestoppt

VW hat die Auslieferung des neuesten Bulli-Modells mit Dieselmotor gestoppt. Grund sind Abgasprobleme. Das Kraftfahrt-Bundesamt ist über die auffälligen Werte informiert.