suchen
Tesla-Unfall

Aufklärung wohl nicht möglich

1180px 664px
Unfallermittler befürchten, dass der Unfall mit dem Tesla-Fahrzeug nie aufgeklärt werden könnte. 
©

Der Unfall mit dem Elektroauto, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen und wahrscheinlich niemand am Steuer saß, wird vielleicht nie ganz aufgeklärt. Der Speicher des Fahrzeugs wurde beim Brand beschädigt.

Der tödliche Unfall mit einem Tesla-Elektroauto in Texas, bei dem nach ersten Angaben der Polizei niemand am Steuer gesessen haben soll, wird womöglich nie ganz aufgeklärt werden können. Wichtige Speichertechnik mit Daten des Fahrzeugs sei ganz zerstört oder zumindest stark beschädigt worden, teilte die mit der Untersuchung des Unfalls beauftragte US-Behörde NTSB in einem Zwischenbericht vom Montag mit.

Laut NTSB zeichnete zwar eine Überwachungskamera auf, wie der Besitzer des Wagens einstieg und auf dem Fahrersitz Platz nahm. Es gibt jedoch keine gesicherten Erkenntnisse dazu, ob er auch zum Zeitpunkt des Aufpralls am Steuer saß. Der zweite Insasse sei auf der Beifahrerseite eingestiegen, heißt es in dem Bericht. Der Wagen legte demnach nur rund 170 Meter zurück, bevor er von der Straße abkam. Das Fahrzeug prallte gegen einen Baum und die Batterie fing Feuer.

Die örtliche Polizei in einem Vorort der Stadt Houston in Texas ging zunächst davon aus, dass bei dem Unfall niemand am Steuer gesessen hatte. Die Beamten fanden in dem ausgebrannten Fahrzeug einen der Männer tot auf dem Beifahrersitz und einen auf der Rückbank. Dadurch kam rasch die Frage auf, ob Teslas umstrittenes Assistenzsystem "Autopilot" aktiv gewesen sein könnte. Nach vorläufigen NTSB-Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass das "Autopilot"-System zumindest nicht voll aktiviert war, weil ein entscheidender Bestandteil auf der Unfallstrecke nicht funktioniert haben konnte.

Fehlende Spurmarkierung

Tesla-Chef Elon Musk hatte einen Zusammenhang mit dem Assistenzsystem von Anfang an bestritten und im April bei Twitter geschrieben, bis dahin verfügbare Daten zeigten, dass das "Autopilot"-System nicht aktiviert gewesen sei. Musk verwies darauf, dass auf der Straße die Spurmarkierung gefehlt habe, ohne die sich die Standard-Ausführung des Systems nicht aktivieren lasse. Der sogenannte adaptive Tempomat kann die Geschwindigkeit steuern - komplett ist "Autopilot" nach Einschätzung der NTSB-Experten aber erst mit dem System, das den Wagen in der Spur hält.

Ein Tesla-Manager sagte in der Telefonkonferenz zu den jüngsten Quartalszahlen, der adaptive Tempomat sei vor dem Aufprall zumindest zeitweise aktiviert gewesen. Zugleich gehe Tesla wegen des verformten Lenkrads davon aus, dass jemand beim Unfall am Steuer gesessen habe. Die Bemühungen zur Aufklärung des Unfalls dauern in jedem Fall an. Sämtliche Aspekte würden weiter untersucht, erklärte die Behörde.

An Teslas "Autopilot" und dessen Sicherheitsvorkehrungen gegen Missbrauch gibt es schon länger Kritik. Im Internet kursieren Videos, die zeigen, wie Fahrer im Straßenverkehr ihren Sitz verlassen. Kritiker finden, dass der Name "Autopilot" eine Übertreibung ist, die zu fahrlässiger Nutzung einlädt. Die nächste Stufe des Programms nennt Tesla sogar "Full Self-Driving" (komplett selbstfahrend), obwohl es nach gängigen Kriterien weiterhin lediglich ein Assistenzsystem bleibt.




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Unfall:





Fotos & Videos zum Thema Unfall

img

Hyundai Tucson (2021)

img

Airbag-Trends

img

ZF Außenairbag

img

Seat Leon Cristobal

img

ADAC-Test - Rettung aus BMW i3


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Wasserstoff-Strategie

Regierung zieht positive Zwischenbilanz

Deutschland soll zum Leitmarkt und Leitanbieter bei grünem Wasserstoff werden. Dabei habe man schon viel erreicht, heißt es aus dem Bildungsministerium. Der Wasserstoffbeauftragte...


img
Allianz

Elektroautos haben höhere Reparaturkosten

Ohne staatliche Subventionen wären Elektroautos beim Kauf teurer als herkömmlich motorisierte Autos. Höhere Kosten drohen aber auch bei Reparaturen.


img
Chipmangel

VW-Stammwerk verlängert Kurzarbeit

Wegen des anhaltenden Halbleitermangels fährt VW an seinem Stammwerk in Wolfsburg in der kommenden Woche nur die Frühschicht einer Montagelinie. Alle anderen Bänder...


img
Mobilitäts- und Fuhrparkmanagement

Neuer Vorstand beim VMF

Der Branchenverband hat sich in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet und um weitere Mobilitätsaspekte erweitert. Diesen Weg will der neue Vorstand mit Frank Hägele...


img
Mercedes-Benz Vans

Ladeflatrate für gewerbliche E-Transporter

In Kooperation mit dem Start-up elvah bietet Mercedes Käufern eines neuen eVito oder eSprinter Kastenwagen mit Nutzfahrzeugzulassung 24 Monate kostenloses Laden...