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Traditionsreiche Automarken

Neue Chance per Stromstoß

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Aston Martin hat bereits im Frühjahr 2018 verkündet, dass seine Tochtermarke Lagonda künftig ausschließlich Elektroautos baut.
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In den Garagen der Oldtimer-Sammler tummeln sich Schaustücke bekannter Namen. Auf dem Genfer Automobilsalon werden Enthusiasten wieder fündig – diesmal aber mit Elektroantrieb.

Von Hanne Schweitzer/SP-X

Lagonda, Hispano Suiza, Pininfarina, Giugiaro – klangvolle Namen der Automobilgeschichte sind in diesem Jahr auf dem Genfer Salon (7. bis 17. März) vertreten. Doch mit der ruhmreichen Vergangenheit haben die aktuellen Projekte wenig zu tun – im Gegenteil. Ihre Konzepte und Serienfahrzeuge blicken weiter nach vorn als die manch anderer Hersteller: Sie alle zeigen Fahrzeuge für die elektrische Automobilzukunft. Passend zum noblen Ambiente am Genfer See sind die künftigen Sammlerstücke natürlich höchst exklusiv und – falls jemals bestellbar – kaum zu bezahlen.

Nach jahrzehntelanger Historie als Autodesign-Studio und Karosseriebauunternehmen mit Projekten wie Alfa Romeo Duetto, Fiat Spider oder Ferrari Dino will Pininfarina mit dem für Genf angekündigten Battista in den Luxusautomobilbau einsteigen – ausschließlich mit Elektrofahrzeugen. Zu diesem Zweck sind die mittlerweile im Besitz des indischen Mahindra-Konzerns befindlichen Italiener kürzlich eine kommerzielle Partnerschaft mit dem Antriebs- und Sportwagenhersteller Rimac eingegangen. Das nach dem 1966 verstorbenen Firmengründer benannte Elektro-Coupé Battista soll das leistungsstärkste und schnellste italienische Auto aller Zeiten sein. Die Motorleistung gibt das Unternehmen mit 1.416 kW / 1.926 PS an, die Höchstgeschwindigkeit soll jenseits von 400 km/h liegen. Als Reichweite werden knapp 500 Kilometer genannt. Den Auslieferungsstart des Hypercars planen die Italiener für 2020, maximal 150 Exemplare zum Preis von rund zwei Millionen Euro sollen gebaut werden.

Aston Martin hat bereits im Frühjahr 2018 verkündet, dass seine Tochtermarke Lagonda künftig ausschließlich Elektroautos baut. Bereits vor einigen Jahren hatten die Briten die Marke mit der limitierten Luxus-Limousine Lagonda Taraf versucht wiederzubeleben. Die britische Automarke Lagonda machte sich in den 1920er und 30er Jahren unter anderem durch Rennerfolge einen Namen, nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Firma Teil von Aston Martin.

Feststoff-Batterie mit über 600 Kilometern Reichweite

In Genf gibt der Hersteller nun eine Vorausschau auf ein zweites neues Modell: Eine Serienversion des Elektro-SUV "All-Terrain Concept" könnte Spekulationen zufolge ebenso wie die im vergangenen Jahr präsentierte E-Limousine 2021 auf den Markt kommen. Beide Modelle basieren auf der gleichen Elektro-Plattform, was gewisse Freiheiten im Design ermöglicht, wie den Verzicht auf eine lange Motorhaube zugunsten von mehr Platz im Innern. Ein erstes Bild zeigt eine breite, für ein SUV ungewöhnlich geduckte Frontansicht. Bei technischen Details hält sich Lagonda bedeckt, aber auch in Sachen Antriebstechnik dürften die Modelle eng verwandt sein. Bei der Elektro-Limousine hieß es, eine Feststoff-Batterie mit etwa 640 Kilometern Reichweite solle die Stromversorgung der mindestens zwei E-Motoren übernehmen.

In eine ähnliche Richtung geht das Design des Kangaroo: Mit dem "Hyper-SUV" führt die von Design-Legende Giorgetto Giugiaro und seinem Sohn Fabrizio 2015 gegründete Designschmiede GFG Progetti eine neue Fahrzeugkategorie ein. Das rein elektrisch angetriebene Konzeptauto kombiniert Sportwagen- mit SUV-Elementen. Die von Giugiaro sehr sportlich gezeichnete CFK-Außenhaut setzt auf einem Aluminium-Spaceframe auf, der zusammen mit dem E-Antrieb von CH Auto entwickelt wurde. Für den Zweisitzer mit Allradantrieb und Allradlenkung verspricht GFG eindrucksvolle Fahrleistungen: So soll der Kangaroo in 3,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten und mehr als 250 km/h schnell werden – auf jedem Terrain. Ob es sich um eine reine Designübung handelt oder der Kangaroo Ausblick auf ein mögliches Serienmodell bietet, sagen die Italiener noch nicht. Die von Giugiaro gegründete und mittlerweile zum VW-Konzern gehörende Automobilschmiede Italdesign hat über Jahrzehnte Design-Ikonen erschaffen, etwa BMW M1, Delorean DMC-12 oder VW Golf I.

Die spanische Automarke Hispano Suiza taucht immer mal wieder mit Konzeptfahrzeugen aus der Versenkung auf. Nun feiert der elektrisch angetriebene Luxus-Sportwagen Carmen Premiere. Viel wird über den in Barcelona entwickelten und aufgebauten E-Sportler nicht verraten. Ein Foto zeigt ein aus Carbon bestehendes Monocoque-Chassis, Basis für eine zweitürige Karosserie mit langgestrecktem Coupéheck. Das Design soll von klassischen Formen inspiriert sein, die Technik jedoch der nächsten Autogeneration entsprechen. Für den nicht näher spezifizierten E-Antrieb zeichnen Ingenieure von QEV Technologies verantwortlich, die bereits Erfahrung mit der Entwicklung von Formel-E-Fahrzeugen gesammelt haben. Hispano-Suiza baut seit Ende der 1930er Jahre keine Autos mehr, von Zeit zu Zeit macht sie mit Konzeptautos auf dem Genfer Salon von sich reden. Das letzte Lebenszeichen, der V10 Supercharged, liegt neun Jahre zurück.




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