suchen
VW-Abgasskandal

Anklagen gegen weitere Manager

1180px 664px
Strafverfolger klagen 15 weitere Führungskräfte im Abgas-Skandal an.
©

Ex-VW-Konzernchef Winterkorn ist schon angeklagt. Er soll wegen "Dieselgate" mit weiteren Topmanagern ab September vor Gericht erscheinen. Mit der nun vierten Anklage weiten die Ermittler den Kreis der Angeschuldigten im Abgas-Skandal deutlich aus.

Ermittler in der Dieselaffäre bei Volkswagen haben erneut mehr als 1.500 Seiten mit Vorwürfen an das Landgericht Braunschweig geschickt. Angeschuldigt sind 15 weitere Führungskräfte des VW-Konzerns und eines Zulieferbetriebes, wie Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe der Deutschen Presse-Agentur in Braunschweig sagte. Ihnen wird Beihilfe zum Betrug in Tateinheit mit Steuerhinterziehung, Beihilfe zu mittelbarer Falschbeurkundung und strafbare Werbung vorgeworfen. Den Namen des betroffenen Zulieferers nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Damit sind nun 34 Personen in den Untersuchungen wegen überhöhten Ausstoßes von Stickoxid (NOx) angeschuldigt. Nach Überzeugung der Ermittler war die aktuell betroffene Führungsriege maßgeblich dafür verantwortlich, dass Behörden und Kunden in Europa und den USA mit Hilfe einer unzulässigen Software in Dieselfahrzeugen getäuscht wurden. Die mittlerweile vierte Anklageschrift umfasst 1.554 Seiten.

VW kommentierte die neuen Anklagen nicht und verwies darauf, dass 2018 die strafrechtlichen Ermittlungen gegen das Unternehmen selbst gegen ein Bußgeld eingestellt wurden.

Gerichtssprecher hat Akteneingang bestätigt

Über die Zulassung der Anklage muss auch in diesem Fall das Landgericht Braunschweig entscheiden. Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang der Akten. Im Fall von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn und vier anderen Managern hat das Gericht die Anklage unter anderem wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs bereits zugelassen, der Prozess war zuletzt aber coronabedingt in den September verschoben worden.

In zwei weiteren NOx-Verfahren der Abgasaffäre hat die Staatsanwaltschaft zusammen 14 VW-Mitarbeiter angeklagt. Über die Eröffnung von Hauptverfahren ist dabei aber noch nicht entschieden. Bei sechs Betroffenen wurde im Januar 2020 schwerer Betrug, teilweise Steuerhinterziehung und Falschbeurkundung angeklagt. Seit September 2020 geht es für acht Beschäftigte um teils schweren Betrug, Falschbeurkundung und Wettbewerbsverstöße sowie teilweise Untreue und Steuerhinterziehung oder Beihilfe dazu.

Der Skandal um "Dieselgate" flog am 18. September 2015 durch Nachforschungen von US-Umweltbehörden und Wissenschaftlern auf. Zwei Tage später räumte der Konzern nach den US-Ermittlungen "Manipulationen" an seinen Dieselmotoren ein. VW stürzte in die schwerste Krise seiner Geschichte, Milliarden an juristischen Kosten und ein lädiertes Verbrauchervertrauen waren die Folge.

Über neun Millionen Fahrzeuge veräußert

Die Angeschuldigten in dem neuen Verfahren sollen in unterschiedlichen Tatzeiträumen wissentlich und willentlich an der Entstehung und Weiterentwicklung der Manipulationssoftware beteiligt gewesen sein. Nach den Zahlen der Staatsanwaltschaft wurden mehr als neun Millionen Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda in nicht zulassungsfähigem Zustand veräußert.

Winterkorn hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er sei sich "keines Fehlverhaltens bewusst", sagte der einst bestbezahlte Top-Manager aller Dax-Konzerne Ende September 2015. Der Betrugsprozess in der Braunschweiger Stadthalle im September wird mit Spannung erwartet. Um einen zweiten großen Strafprozess im Dieselskandal kommt Winterkorn nach derzeitigem Stand aber herum. Im Verfahrens wegen Marktmanipulation wird es vorläufig keine eigene Hauptverhandlung geben. Die mögliche Strafe, die schon im Betrugsverfahren droht, dürfte deutlich höher sein als beim Vorwurf der zu späten Information der Finanzwelt.

Affäre längst nicht ausgestanden

Die Marktmanipulations-Verfahren gegen den heutigen VW-Vorstandschef Herbert Diess und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch waren im Mai 2020 gegen eine Geldzahlung von jeweils 4,5 Millionen Euro durch Volkswagen an die niedersächsische Landeskasse beendet worden. Die neue Anklage gegen 15 Angeschuldigte zeigt aber, dass die Affäre längst nicht ausgestanden ist. Allein im Zivilprozess der Kapitalanleger (KapMuG) sehen sich viele Investoren von VW getäuscht und fordern seit Jahren Milliarden-Schadenersatz.

Auch der zivilrechtliche Streit zwischen dem Konzern und früheren Managern ist noch nicht abgeschlossen. Ende März hatte VW nach langen internen Untersuchungen erklärt, von Winterkorn Schadenersatz verlangen zu wollen. Die genaue Höhe der Summe, die sich vor allem an spezielle Manager-Haftpflichtversicherungen richten dürfte, blieb zunächst offen.

Aus Branchenkreisen verlautete am Wochenende, die Verhandlungen mit den Versicherungen sowie unter den einzelnen Versicherern liefen noch. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" könnte es sich um insgesamt mehr als eine Milliarde Euro handeln. Volkswagen kommentierte dies nicht. (dpa)




360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Abgas-Skandal:




Autoflotte Flottenlösung

AUDI AG Verkauf an Großkunden

I/VE-D16
85045 Ingolstadt

Tel: 0841/89-0


Web: www.audi.de/grosskunden

Autoflotte Flottenlösung

SEAT Deutschland GmbH

Max-Planck-Str. 3-5
64331 Weiterstadt

Tel: 06150 1855-500
Fax: 06150 1855-72 500

E-Mail: firmenkunden@seat.de
Web: www.seat.de/business

Autoflotte Flottenlösung

ŠKODA AUTO Deutschland GmbH

Max-Planck-Straße 3-5
64331 Weiterstadt

Tel: 0800 25 85 855
(Kostenfrei aus dem dt. Festnetz und aus dt. Mobilfunknetzen)
Fax: 0800 25 85 888

E-Mail: BusinessCenter@skoda-auto.de
Web: www.skoda-geschäftskunden.de



Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Medien

Audi zieht Verbrenner-Ausstieg vor

Noch gut zehn Jahre wollen die Ingolstädter Modelle mit Benzin und Dieselmotoren anbieten. Danach soll der Wandel zur Elektromarke abgeschlossen sein.


img
"Wertmeister 2021"

Deutsche Dominanz gebrochen

Die Importmarken haben beim Restwert aufgeholt – in vielen Klassen liegen ihre Modelle im Spitzenfeld. Und auch das preisstabilste Auto kommt aus dem Ausland. 


img
E-Auto-Studie

Tesla-Fahrer sind am zufriedensten

Eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Uscale zeigt, dass die Zufriedenheit von E-Auto-Fahrern mit ihrem Fahrzeug deutlich variiert. Am häufigsten Kritik...


img
Sixt und Siemens intensivieren Partnerschaft

Neue Mobilitätslösung für Mitarbeiter

Sixt und Siemens verbindet eine langjährige Partnerschaft. Diese vertiefen die beiden Konzerne nun mit dem neuen Produkt "Sixt Longterm Flex", das den Siemens-Mitarbeitern...


img
Tesla-Ladesäulen

Scheuer für Öffnung für andere E-Autos

Verkehrsminister Scheuer macht sich dafür stark, dass die Bestandsinfrastruktur für Ladesäulen für E-Autos geöffnet wird. So soll Tesla seine "Supercharger" auch...