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VW T-Cross

Besser spät als nie

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Ab dem Frühjahr 2019 wildern die Wolfsburger mit dem T-Cross im Mini-SUV-Segment.
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Lange hat es gedauert, bis auch VW den Einstieg ins Mini-SUV-Segment verkündete. Eine erste Prototypenfahrt verrät: Der T-Cross kommt mit neuster Konzern-Technik und praktischem Innenraum – wird aber wohl kein Schnäppchen.

Von Michael Gebhardt/SP-X

Als BMW und Mercedes längst mit X5 und M-Klasse um Kundschaft warben, war der VW Touareg nur eine Bleistiftzeichnung und auch bei den Kompakt-SUV hat sich Wolfsburg lange Zeit gelassen: Honda CR-V, Kia Sportage oder Nissan Qashqai kamen vor dem Tiguan. Inzwischen hat die Käufergunst einen weiteren Etagenwechsel vollzogen, derzeit fliegen die Herzen vor allem den kleinen SUV à la Mini Countryman, Hyundai Kona oder Opel Crossland X zu – und auch hier hat VW noch nichts im Angebot. Das ändert sich im kommenden Frühjahr: Dann geht der 4,11 Meter lange T-Cross an den Start, der zwar spät kommt, aber wieder einmal fast alles richtig macht.

Ein Geheimnis ist das SUV auf Polo-Basis schon lange nicht mehr, bereits vor zwei Jahren hat VW auf dem Genfer Autosalon mit der Cabrio-Studie T-Breeze sein Interesse am Mini-SUV-Markt bekundet. Spätestens seit Seat im vergangenen Jahr mit dem Arona in diesem Segment angreift, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Konzernmutter nachzieht; gleiches gilt übrigens auch für Skoda und Audi. Der Baukasten für die kleinen Hochbeiner ist ein alter Bekannter, wie die Standard-Modelle Ibiza und Polo basieren auch die SUV auf dem MQB (Modularer Querbaukasten). Anders als Seat baut VW aber auf deutlich mehr SUV-Charme: Während man im Arona recht tief sitzt, ist das Gestühl im T-Cross zehn Zentimeter höher als im Polo montiert.

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SUV-typisch praktisch zeigt sich der T-Cross auch im Fond, die Rückbank ist um 15 Zentimeter verschiebbar, das Kofferraumvolumen variiert so zwischen 385 und 455 Litern. Sitzen kann in Reihe zwei allerdings niemand mehr, wenn das Möbel ganz nach vorne gerückt ist – sonst aber reisen selbst Hinterbänkler ziemlich kommod und die 1,56 Meter Höhe bietet viel Kopffreiheit. Abstriche muss man bei der Verarbeitung machen: Klappt man die geteilte Lehne um, bleibt ein Spalt zwischen Kofferraumboden und der nahezu brettebenen Rückbank. Der Stauraum wächst dafür auf 1.281 Liter an, optional lässt sich auch der Beifahrersitz nach vorne falten.

Punkten will der T-Cross im Interieur unter anderem mit bunten Farben; eine weiche Kunststoffoberfläche für das Armaturenbrett ist dagegen in keiner der fünf Ausstattungslinien vorgesehen. Zu den bekannten Versionen Trend-, Comfort-, High- und R-Line ist die Design-Line neu hinzugekommen. Außerdem gibt es die neueste Konzern-Technik, sprich eine digitale Instrumententafel, 8-Zoll-Infotainment-System, induktive Smartphone-Ladeschale, bis zu vier USB-Anschlüsse und ein Beats-Soundsystem. Dass der T-Cross auf Wunsch immer online ist, ist inzwischen fast so selbstverständlich wie die umfangreiche Ausrüstung mit Assistenzsystemen: Auffahrwarner und Spurhalter sind immer an Bord, gegen Geld gibt es Totwinkel-Überwachung, Querverkehr-Warner, Notbremsfunktion oder Abstandstempomat. 

Allrad ist kein Thema – Top-Motorisierung ist der 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS

Obwohl er mit seinem großen Kühlergrill, den markanten LED-Leuchten und der hohen Motorhaube optisch durchaus in die Fußstapfen des Touaregs tritt und mit 184 Millimetern Bodenfreiheit zumindest auf Schotterwegen keine Probleme hat, spielt Allradantrieb in dieser Klasse keine Rolle. Wohl aber der Diesel: Der 1.6 TDI leistet 70 kW / 95 und ist wahlweise als Handschalter oder mit Doppelkupplungsgetriebe zu haben, für das ein neuer, beleuchteter Gangwahlhebel entwickelt wurde. Diese Wahl hat man beim gleichstarken Einliter-Dreizylinder-Basis-Benziner nicht, erst die Version mit 85 kW / 115 PS kann auch mit DSG geordert werden. Beim Top-Modell mit 1,5-Liter-Vierzylinder 110 kW / 150 PS ist der Doppelkuppler genauso Standard, wie der Otto-Partikelfilter bei allen Benzinern. Die schwächeren Polo-Motoren mit 48 kW / 65 PS und 55 kW / 75 PS sind für den T-Cross nicht vorgesehen, ob die Palette nach oben erweitert wird, steht noch genauso in den Sternen wie mögliche alternative Antriebe.

Die erste Testrunde mit dem noch getarnten T-Cross haben wir mit dem stärksten Einliter-Otto unter der Haube gedreht, der wie in allen anderen Konzern-Modellen kernig klingt, aber ausreichend Kraft zur Verfügung stellt, um mit rund 200 Newtonmetern Drehmoment das vermutlich an die 1.200 Kilogramm schwere SUV ausreichend flott zu bewegen. Schon im Protoypen merkt man: Fahrwerk und Lenkung werden eher SUV-typisch komfortabel abgestimmt, am finalen Setup feilen die Ingenieuren allerdings noch. Das gilt übrigens auch für die Verbrauchswerte, und natürlich für den Preis: Der dürfte – wie bei Seat Ibiza und Arona – wohl gut zweitausend Euro über den Polo-Tarifen liegen. Heißt: Für unter 16.000 Euro netto wird kein T-Cross zu haben sein. Zum Glück bleibt noch ein bisschen Zeit zum Sparen: Erst im Herbst will VW den T-Cross ungetarnt zeigen, und auf die Straße kommt das SUV nicht vor Mai 2019.

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