Stracke: Opel nach Restrukturierung gut aufgestellt

22.09.2011 09:00 Uhr
"Wir sind auf der Höhe der Zeit, was Innovationen betrifft. Wir sind Marktführer in E-Mobility", sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke.
© Foto: Opel

Nach seiner schmerzhaften Restrukturierung sieht sich Opel ungeachtet der weltweiten Rezessionssorgen gut für die Zukunft aufgestellt. Insbesondere die im Herbst geplante Markteinführung des Elektrowagens Ampera stimmt Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke zuversichtlich: "Wir sind auf der Höhe der Zeit, was Innovationen betrifft. Wir sind Marktführer in E-Mobility", sagte Stracke in Rüsselsheim. Auch bei Wasserstofffahrzeugen sei Opel unter dem Dach des weltgrößten Autokonzerns führend. Opel hatte zuletzt 20 Prozent seiner Kapazitäten abgebaut und die Kosten damit entscheidend gesenkt. Die Restrukturierung laufe besser als geplant, damit könne der Hersteller 2012 wieder "solide Gewinne" erzielen, versprach Stracke. Das Interesse am Ampera sei größer als erwartet, sagte Stracke. Das Fahrzeug ist ein Elektroauto mit Reichweitenverlängerung: Ist die Lithium-Ionen-Batterie an Bord nach 40 bis 80 Kilometern leer, dient ein Benzinmotor als Energiequelle und erzeugt den Strom, um das Fahrzeug weiterhin elektrisch anzutreiben. 7.000 Bestellungen lägen bereits vor, bis zu 12.000 Fahrzeuge sollen 2012 verkauft werden. "Das ist eine sehr konservative Prognose, es könnten auch mehr sein", sagte Stracke. Ein knappes Drittel der Bestellungen komme aus Deutschland, weitere 30 Prozent aus den Niederlanden. Dort werde der Kauf von Elektroautos mit bis zu 7.000 Euro subventioniert, sagte Stracke. Das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelklassewagens, der 42.900 Euro kosten soll. "Die Batterie ist bei weitem das Teuerste." Angesichts hoher Entwicklungskosten geht der Hersteller zwar nicht davon aus, mit dem Ampera Geld verdienen zu können. Doch es geht auch ums Image. Zudem könne die Antriebstechnik theoretisch in andere Opel-Modelle eingebaut werden. Neue Segmente Erfolg verspricht sich Stracke auch von neuen Modellen in Segmenten, die Opel zuletzt nicht besetzt hatte. In der Pipeline sind etwa der Kleinwagen "Junior", ein kleines SUV auf Corsa-Basis und ein Cabriolet. 2015 könnte ein Brennstoffzellenwagen in Serie gehen, sofern die Infrastruktur bis dahin aufgebaut ist. Mittelfristig hofft Stracke auch, dass Opel wieder einen günstigen zweisitzigen Sportwagen wie den GT oder ein größeres SUV ins Portfolio nimmt: "Man darf träumen, aber erstmal müssen die Hausaufgaben gemacht werden", sagte der Manager. Wenn die Zahlen stimmen, könne man darüber nachdenken: "Wir müssen profitabel sein, wie alle anderen auch. Auch im Volumensegment braucht man eine vernünftige Marge." (dpa)

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