Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will mit mehr Verkehrslenkungs- und Warnanlagen die Staus auf deutschen Autobahnen verringern. 30 Maßnahmen des 300 Millionen Euro teuren Programms werden bereits umgesetzt, wie das Ministerium am Montag (14. Februar) in Berlin mitteilte. 32 Projekte befänden sich in der Planung und 76 weitere Maßnahmen in der Voruntersuchung. Dazu gehörten auch mehr Ampelanlagen an Autobahnauffahrten sowie Anzeigen, die bei Staus Fahrstreifen zuteilen. Die Maßnahmen sollen laut Ministerium bis 2015 durch die Länder umgesetzt werden. Ramsauer will zudem auf Autobahnen mehr Seitenstreifen zeitweise freigeben, um so Staus entgegenzuwirken. Zu den bundesweit bereits 210 freigegebenen Kilometern sollten 350 weitere hinzukommen, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf den "Projektplan Straßenverkehrstelematik 2015" des Ministeriums. Auf neuen Anzeigetafeln soll Autofahrern während des Berufsverkehrs und der Hauptreisezeiten angezeigt werden, dass sie die Zusatzspur nutzen dürfen. "In den Spitzenverkehrszeiten erhöht sich dadurch die Leistungsfähigkeit der Strecke um bis zu 30 Prozent", sagte Ramsauer dem Blatt. Vorgesehen sind die zusätzlichen Kilometer demnach etwa auf den Abschnitten Bremer Kreuz - Bremen-Vahr (A 27), Hannover - Lehrte (A 2) und Horster Dreieck - Landesgrenze Niedersachsen/Hamburg (A 1). Anlagen sind auch auf den hoch belasteten Strecken Holledau - Neufahrn (A 9) und Gambacher Kreuz - Friedberg (A 5) geplant. Der ADAC begrüßte den Anti-Stau-Plan, hält ihn allerdings bloß für eine Notlösung mangels Geldes für den Aus- und Neubau von Autobahnen. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, der Grünen-Politiker Winfried Hermann, findet es vernünftig, verstärkt Seitenstreifen freizugeben statt Autobahnen auszubauen. (dpa)