KBA: Debatte über Punktereform

30.03.2010 16:13 Uhr
Die Zahl der Punktesünder nahm im letzten Jahr zu - die meisten waren zu schnell gefahren.
© Foto: ddp-Archiv, Lija Peter

Flensburg. Neue Regeln für die Flensburger Verkehrssünderkartei hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) vorgeschlagen. Im vergangenen Jahr mussten 470.000 Autofahrer in Deutschland ihren Führerschein abgeben – aber KBA-Präsident Ekhard Zinke hält das System für schwer durchschaubar. Die Punkteregelung soll deshalb reformiert werden, sagte Zinke am Dienstag in Flensburg. Bisher verfällt ein gesammelter Punkt nicht, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit ein neuer dazukommt. „Das ist intransparent“, sagte Zinke. Für einen Verkehrssünder sei schwierig nachzuvollziehen, wie viele Punkte er hat. Der Vorschlag des KBA: Die Zeit, bis ein Punkt verfällt, wird verlängert, dafür sind sie nach drei, sechs oder zwölf Jahren – je nach Verstoß – definitiv weg. „Das sind erste Gedanken auf Arbeitsebene“, betonte Zinke. Über die Punktereform muss die Bundesregierung beraten und entscheiden. 1,1 Prozent mehr Verkehrssünder im Vergleich zum Vorjahr Die Zahl der Autofahrer, die 2009 ihren Lappen verloren, lag fast fünfmal so hoch wie noch 1991. Als Hauptgrund für diese Steigerung nannte Zinke bei der Vorlage des KBA-Jahresberichts die Wiedervereinigung: 1991 war das erste vollständige Jahr, das mit den neuen Bundesländern ausgewertet wurde. Vor allem bis 1994 zogen die Zahlen an. Zudem haben heute pro 1000 Einwohner mehr Menschen Autos oder Motorräder als noch Anfang der 1990er Jahre. Außerdem sei ein Fahrverbot – zum Beispiel beim Überfahren einer roten Ampel oder bei zu schnellem Fahren – heute wegen anderer Punkte-Regeln schneller zu erreichen als noch vor 20 Jahren. „Wir sind kein Volk von Rasern geworden“, betonte Zinke. Die Zahl der Punktesünder in Flensburg lag am 1. Januar 2010 mit knapp neun Millionen Menschen registriert um 1,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die meisten von ihnen waren zu schnell gefahren.

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