Das Opel-Stammwerk Rüsselsheim verliert die Produktion des Modells Astra. Das mit Abstand wichtigste Fahrzeug des Autobauers soll ab 2015 nur noch im britischen Ellesmere Port und in Gliwice (Polen) gefertigt werden, wie Opel am Donnerstag mitteilte.
Ziel bleibe aber, auch Rüsselsheim als modernstes Werk von Opel/Vauxhall in Europa voll auszulasten. Wie das konkret gehen soll, soll in Gesprächen zwischen Management und Betriebsrat geklärt werden.
In die beiden Werke in Ellesmere Port und in Gliwice will die Tochter des US-Autoriesen General Motors (GM) insgesamt 300 Millionen Euro investieren, um sie auf den neuesten technischen Stand zu bringen. In Ellesmere Port werden nach Angaben des Herstellers dadurch etwa 700 neue Stellen geschaffen.
Britischer Lohnverzicht
Die Entscheidung für Ellesmere Port wurde möglich, weil die Belegschaft einem neuen Tarifvertrag zustimmte. Nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA vom Donnerstag akzeptierten 94 Prozent der dortigen Beschäftigten einen Lohnverzicht.
Nach der Entscheidung über die Astra-Produktion fordert der Betriebsrat des Autobauers Opel Klarheit über die Zukunft aller Standorte. "Wichtig ist, dass das Management jetzt schnell einen Plan vorlegt, wie die anderen Werke ausgelastet werden sollen", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug in Frankfurt.
"Zafira bleibt in Bochum"
Schäfer-Klug betonte: "Wichtig ist auch die Botschaft für Rüsselsheim: Wir sind das modernste Werk im Opel-Werksverbund und das Werk wird weiter voll ausgelastet." Auch für das Werk in Bochum gelte eine Standortgarantie bis Enden 2014. "Dass der Zafira aus Bochum verlagert wird, diese Spekulation entbehrt jeder Grundlage. IG Metall und Betriebsrat würden eine Verlagerung auf Kosten der Menschen dort auch nicht akzeptieren", so Schäfer-Klug.
"Die gute Nachricht ist, dass kein Werk geschlossen wird", kommentierte der Betriebsratschef die aktuellen Entscheidungen. "Die Beschäftigten in Ellesmere Port haben den Einschnitten nur unter großem Druck zugestimmt." Das Management hatte angeblich mit der Schließung des Werkes gedroht. (dpa)