Die Flensburger "Verkehrssünderkartei" wird 50 Jahre alt: Am 2. Januar 1958 wurden im Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die ersten Verkehrssünder eingetragen. Nach einem Jahr hatte die Kartei 810.000 Namen. Bei heute 50 Millionen Führerscheininhabern ist der "Bestand" mittlerweile auf 8,4 Millionen Einträge im Verkehrszentralregister (VZR) – so der offizielle Name – gewachsen. Knapp ein Fünftel der Eingetragenen hat keine Punkte, ist aber trotzdem aktenkundig. Darunter fallen auch Menschen ohne Führerschein, die als Autofahrer erwischt wurden oder sich als Radfahrer oder Fußgänger ein Verkehrsdelikt geleistet haben. "Es soll auch einmal ein Landwirt Punkte bekommen haben, weil er sein unbeleuchtetes Schwein nachts über die Straße geführt hat", sagt KBA-Präsident Ekhard Zinke. Historisches Vorbild der Kartei war 1910 die "Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeugführer" im Berliner Polizeipräsidium. Auch nach Einführung des VZR gab es die berüchtigten Punkte zunächst nicht. Erst 1974 wurde das bundesweit einheitliche so genannte Mehrfachtäter-Punktsystem eingeführt. Neue Einträge werden von den 187 Mitarbeitern im VZR mittlerweile elektronisch erfasst. (dpa/stb)
Am Rande: Verkehrssünderkartei wird 50
Bestand umfasst aktuell rund 8,4 Millionen Einträge – darunter auch den eines Landwirts, der ein unbeleuchtetes Schwein spazieren führte